Entscheidungshilfe

  • Im allgemeinen ist das selbe Auto mit Sperrdifferential aber nicht einfacher, sicherer um die Kurve zu bewegen. Drum hat das Lotus z.B. traditionell eher weggelassen.
    Wenn ein Rad durchdreht, kann ohne Differentialsperre das andere noch Seitenführungskräfte übertragen, wenn gesperrt beide durchdrehen, dann ist das mit den Seitenführungskräften nicht mehr so dolle an der Hinterachse...
    Da heute aber eh alles elektronisch gebremst und geregelt wird, ist das sicher auch nicht mehr so kritisch als vor ESP, ASR und wie sie alle heißen.


    Und solange es trocken ist und man nur so schnell fährt wie es auf den "Taferln" steht, merkt man eh nix ;)



    Viel Spaß!
    Inari (mit dem Sperrdiff.)

    MX 5-RF Sports-Line Matrixgrau Nappa KW V3 Custom ;)

  • Im allgemeinen ist das selbe Auto mit Sperrdifferential aber nicht einfacher, sicherer um die Kurve zu bewegen.

    Das ist genau der Punkt. Mit Sperrdifferential gibt es in der Regel stabil und instabil mit einem ganz schmalen Übergangsbereich. Ohne dreht schonmal das kurveninnere Rad durch, ohne das gleich das Heck kommt.


    Das spricht also für mich klar dafür, dass unsichere Fahrer und Anfänger mit Heckantrieb KEIN Sperrdifferential fahren sollten.
    Für erfahrene Fahrer und insbesondere für Traktion und sportliches Fahren ist es natürlich ein großer Vorteil.


    Viele der hier beschriebenen Fast-Dreher und gefährlichen Situationen auf Nässe sind neben dem Bridgestone Reifen auch auf das Sperrdifferential zurück zu führen.

  • Drum hat das Lotus z.B. traditionell eher weggelassen.

    Die Mittelmotorautos haben jedoch per se DEUTLICH mehr Traktion als die MXe. Einen MX ohne Sperrdoiff würde ich nicht haben wollen. Eine Elli unterhalb 250 PS hingegen schon, auch wenn sich im Track- oder Slalombetrieb die Vorteile natürlich auch bemerkbar machen.

  • Hat denn niemand von euch mal erlebt, dass das kurveninnere Rad scheinbar harmlos durchdreht (weil das äußere Rad ja noch genug Seitenkräfte aufbauen kann) und dann am Ausgang der Kurve, wenn beide Räder gleich belastet werden und man beherzt am Gas geblieben ist, urplötzlich das Heck in die andere Richtung abhaut?


    Außerdem schrieb ich ja von den ersten Versuchen, das Heck zum Ausbrechen zu bewegen, was schließlich viele früher oder später versuchen. Absicht und abgeschaltetes ESP seien also mal vorausgesetzt.
    Was tut also der geneigte Quertreiber, wenn er merkt dass das äußere Rad ihm den Spaß nicht gönnen will? Er fährt schneller. Womit er auch Erfolg hat, wenn die Fliehkräfte nur hoch genug sind. Ist man dann nicht auf zack, geht's schief.


    Ein Beispiel wo der Unterschied besonders deutlich wird: Die Serpentine bergauf. Mit Sperre und genug Bums unter der Haube kommt das Heck schon bei moderaten Geschwindigkeiten recht gleichmäßig ums Eck. Ohne kriegt man das Auto kaum quer. Es sei denn man zischt so schnell ums Eck, dass die Seitenkräfte schon grenzwertig sind. Aber - wie gesagt - dann wird's spannend.


    PS: Klar kommt das Heck mit Sperre vehementer ums Eck, weil es keine Seitenführungskräfte mehr aufnehmen kann. Aber das tut es eben immer in ähnlicher Weise. Somit steigt das Vertrauen darin, was da hinten vor sich geht und der Lerneffekt steigt. Meine Meinung.

    LG
    Nelle


    G160 Roadster 2018 SL + SP, rot.
    KW V3 optimiert, Dunlop Sport Maxx RT 205/50R16 + OZ Alleggerita ET37, I.L. Motorsport Dom- und Unterbodenstreben V+H, Fox ESD
    Fahrwerkseinstellung (ständig aktualisiert): *klick* (Post #85) - Und so schaut er aus: *klick*

    Einmal editiert, zuletzt von Nelle ()

  • Gut, jetzt sind wir also in der "ich kann nicht Auto fahren, aber Leichtsinn ist vorhanden" Fraktion angekommen. Da habe ich persönlich eine klare Meinung zu. Das ist Darwinismus und das regelt sich dann über die Mortalität von alleine.


    So ein Kandidat hat meine Frau einmal für 12 Wochen ins Krankenhaus befördert.
    Das hat im öffentlichen Straßenverkehr definitiv nichts mehr zu suchen. Zur Präzisierung meine ich damit das Thema ich habe keine Erfahrung und will aber die Grenzen im Straßenverkehr erfahren.
    Dafür gibt es Sicherheitstrainings u.a.


    Fakt ist, dass ein Hecktriebler mit Sperrdifferential einen schmaleren Grenzbereich hat und schwieriger zu beherrschen ist.
    Übertreiben kann ich es immer, mit jedem Auto und jeder Technik, aber das macht es nicht besser.


    Reines Leistungsübersteuern hat ja aber auch nicht wirklich etwas mit Fahrkönnen, oder Fahrzeugbeherrschung zu tun. Das Führen und Kontrollieren im Grenzbereich ist die hohe Schule.

  • @BJ323F


    Ein Mittelmotorwagen hat natürlich erstmal schon mehr Traktion. Nur wenn er dann kommt ist er wesentlich schwieriger einzufangen. Wenn dann auch noch ein Sperrdifferential verbaut, ist dürften damit die wenisten "normalen" Autofahrer klarkommen. Drum hat Lotus das wohl weggelassen.



    @Nelle
    Natürlich hast Du recht, dass man mit Sperrdifferential den Wagen leichter hinten ausbrechen lassen kann, wenn man es darauf anlegt. Aber deinen ersten Satz kann ich so nicht nachvollziehen. Ohne Sperdifferentiasl dreht halt nur ein Rad bei Leistungsüberschuß in der Kurve durch und das andere kann noch Seitenführungskräfte übertragen. Wieso sollen dann am Kurvenausgang auf einmal beide Räder durchdrehen? Ich denke hier geht es einfach darum, dass der Kurvenradius für die Geschwindigkeit zu klein ist und dann das Heck ausbricht, also kein Leistungsübersteuern, sonder einfach zu schnell unterwegs.



    Grüße,
    Inari

    MX 5-RF Sports-Line Matrixgrau Nappa KW V3 Custom ;)

  • Ohne Sperdifferentiasl dreht halt nur ein Rad bei Leistungsüberschuß in der Kurve durch und das andere kann noch Seitenführungskräfte übertragen. Wieso sollen dann am Kurvenausgang auf einmal beide Räder durchdrehen? Ich denke hier geht es einfach darum, dass der Kurvenradius für die Geschwindigkeit zu klein ist und dann das Heck ausbricht, also kein Leistungsübersteuern, sonder einfach zu schnell unterwegs.

    Das passiert gern im kleinen Gang bei geringeren Geschwindigkeiten (z.B. enge Kurve oder abbiegen), wenn der Schlupf sehr groß ist. Durch den kleinen Gang bringt der Motor viel Kraft auf die Räder. Der Unterschied in der dynamischen Radlastverteilung zwischen kurveninnerem und -äußerem Rad egalisiert sich am Ende der Kurve, beide Reifen haben dann den gleichen Anpressdruck auf die Straße und zu dem haltlos durchdrehenden inneren Rad gesellt sich plötzlich das äußere hinzu.

    LG
    Nelle


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  • @MX505: Deinen Groll auf besagten Autofahrer kann ich voll verstehen. Ich bin dennoch der Meinung, dass man auf kaum befahrenen Straßen, wenn definitiv keiner in der Nähe ist, gern mal die Grenzen der Fahrphysik testen (dürfen) sollte. Ich bin schon oft in Situationen geraten, die ich ohne entsprechende Praxis wohl nicht bewältigt hätte. Frei nach dem Motto "Versuch macht kluch".

    LG
    Nelle


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  • Aber wer würde denn mit einem haltlos durchdrehenden inneren Rad durch die Kurve fahren (mal davon abgesehen, dass das ASR dann relativ zügig einregelt)?


    Wenn ich so fahre, dass das innere Rad nur leicht schlupft, habe ich auch am Kurvenausgang keine Probleme.


    Oder anders formuliert, für grobe Fahrfehler gibt es die Quittung.