Einfluss der Felgen-Maulbreite

  • Hi zusammen,


    ich bin bisher nur den 160er mit der Originalfelge und Spur gefahren und war von der Agilität und dem generellen Fahrgefühl sehr angetan. Nun versuche ich ein Kompromiss zwischen Optik und Fahreigenschaften zu finden.


    Ich hab etwas recherchiert und konnte ein Test am Audi Q5 im Netz finden. Hier wurden zu den OEM 20Zoll Felgen Beschleunigungstest und der gleichen im Bezug zu 22Zoll Felgen verglichen. Bei gleicher Bereifung gab es zb. ein Unterschied von +1Sek 100 zu 200 in der Beschleunigung.


    Das sind nun Werte bzw. Auswirkungen die mich nicht wirklich treffen, wie siehts es aber mit dem Fahrgefühl aus ? Gibt es überhaupt leichte Optionen im 8x17 zoll 4/100 Segement ? Ich hab durch diverse Threads geblättert und unter 18zoll sieht es knapp aus mit dem 8er Breite Angebot an Felgen.


    Vielen Dank für kommende Antworten :)

  • Tja, die Serienfelge würde ich, insbesondere mit ihrem Gewicht, durchaus als einen Kompromiss ansehen, der nahe am Optimum ist.
    Fahrdynamisch kann man mit dem richtigen Reifen in der Dimension problemlos das Serienfahrwerk voll ausreizen.
    Es gibt sogar viele sehr versierte Fahrer, die 16“ für noch besser halten.


    Jede breitere und größere Dimension wird die Agilität verschlechtern. Die Kröte musst Du schlucken, oder es lassen.
    Fahrdynamisch wird es mit dem Serienfahrwerk auch nur unharmonischer.

  • Finde ich richtig gut, dass Du Dich dem fahrdynamischen Einfluss von Radänderungen widmest und hier postest!


    Die Maulbreite selbst hat keinen direkten Einfluss auf die Beschleunigung, jedoch aufs Fahrgefühl und das Handling.


    Zur Beschleuniung:
    Im von Dir zitierten Test, er liegt mir nicht vor, tragen die im Vgl. vmtl. breiteren 22 Zöller sicherlich im Vgl. zu 20" breitere Reifen. Nicht selten haben solche breite Räder auch einen etwas größeren Abrollumfang als die "kleineren" 20 Zöller. Natürlich weichen die Umfänge über die verschiedenen Rad-Reifen-Größen nicht riesig ab, das wäre ja optisch wie technisch nicht gangbar.
    Da mir die Zahlen von Q5 nicht vorliegen nehme ich mal den .... ND. :)


    Übersetzung:
    Stelle ich z.B. einen 1.5er von der Seriengröße 195/50R15 auf die 2l-Seriengröße 205/45R17, so ist der Abrollumfang mal eben 2,5% größer. Das ist so, also würde man stets "einen Achtel" Gang höher fahren (nein, rechnerisch ist es nicht stets ein Achtel, die Formulierung soll nur beschreiben, wie sich das anfühlt). Somit wird das Auto auch einen Tick schlechter beschleunigungen. Gerade in höheren Gängen und Geschwindigkeiten macht sich das größere Rad stärker bemerkbar.


    Massenträgheitsmoment:
    Das 22"-Rad des Q5 wird im Verhältnis zum 20"-Rad ebenso schwerer sein wie es das 2l-Rad des ND im Vgl. zum 1.5er Rad ist. Auch hierdurch wirkt das Auto zäher und beschleunigt messbar schlechter. Logisch - es muss mehr Masse in Rotation beschleunigt werden. Die Änderungen rotierender Massen wirken sich ungefähr, hier gibt es verschiedenene Ansichten, 5-7 mal so stark aus wie längsbeschleunigte Masse, soll heißen: Ein 1 kg schwereres Rad, derer hast Du vier am Auto, also 4 kg - wirkt sich ungefähr so aus wie 20 bis 28 kg zusätzliche Masse im Auto. Glaubt man nicht, bis man den Vergleich selbst gefühlt hat.


    Gesamtbilanz:
    Beim Q5-Vergleich, vielleicht postest Du ihn noch, wird es ähnlich aussehen wie beim Vergleich der ND-Serienräder:
    Original 16" zur Original 17", jeweils mit den originalen Reifen, bedeuten +2,5% Übersetzung und 1,75 kg Mehrgewicht je Rad, also 35-50 kg Äquivalentgewicht.


    Fahrgefühl:
    Nun, etwas sehr vereinfacht, aber fahre einen ND und dann einen Q5 - mit dem ND ging es irgendwie leichter und spritziger. Je nach Deinem persönlichen Feingefühl und Anspruch (kein Angriff!) wirst Du die Verschlechterung durch größere schwerere Räder spüren. Ob Du sie für Dich als störend wahrnimmst, hängt eben von Dir ab.
    Jedoch sei gesagt, dass neben der Beschleunigung auch die Verzögerung beeinflusst wird. Ebenso die Bodenhaftung, also Grip und Komfort, da schwerere Räder weniger leicht (schönes Wortspiel) durch die Radaufhängung zu bändigen sind als leichtere. Auch das Einlenken wird etwas träger, das sich größere rotierende Massen weniger gut in ihrer Ausrichtungen verändern lassen als leichtere (Beispiel: schnell drehende Fahrradfelge nur an einer Achsseite gehalten...).


    Nutze die Suche im Forum, es gibt einige "leichte" 18"-Varianten. @GarchingS54 müsste dazu etwas beisteuern können. Ein paar Zahlen zu Radgewichten findest Du im Michelin-LInk in meiner Signatur.

  • Vielen Dank für diese ausfühliche Antwort :)


    mir ist die Größe der Felge gar nicht so wichtig, ich könnte auch mit 9x17 leben. Die dünnen Reifen erinnern mich aber an die ersten E-Konzeptautos und dieser Anblick stört mich etwas. Natürlich ist das jammern auf hohen Niveau.


    Ich vermute mal das bedingt durch einer breiteren Maulweite eine breitere Kontakt- oder Lauffläche von Reifen und Strasse ensteht und daraus ebenfalls beeinträchtigungen hinsichtlich Lenkverhalten und Agilität zu verzeichnenen sind.


    Liege damit richtig ? (7x17 verglichen mit 9x17 Felgen)


    Hier ist der Artikel, ich hab leider die ursprüngliche Quelle nicht mehr weil ich den Scan auf meinem Telefon gespeichert hatte:


    [Blockierte Grafik: https://i.imgur.com/ubsO2LK.jpg]

  • Ich mach es mal kurz weil oft und oben schon beschrieben...
    viele fahren "daher" (16-)17 Zoll 7.5-8 (8.25)J iVm 215(-225).
    Natürlich ist alles ein Kompromiss, aber viel an Agiliätseinbußen wirst du inbes. bei bspw. 7.5J iVm 215 (+ "guter Reifen", ggf. Fahrwerk und passender Spureinstellungen) kaum erfahren (ggf. punktuell auf dem Track- "aber" auch das kaum vergleichbare Cup-Car fährt auf 7.5 J).
    Ich bin pers. von den Serien 7J auf 7.5 J (+ anderer Et etc gegangen und kann keineswegs sonderliche Einbußen an Agilität verbuchen (trotz eher schwerer Felgen im Vergleich zu den Serienfelgen).
    Andere hier ebenso - was man spüren kann, ist dass hier und da minimal mehr Lenkraft am Volant erforderlich ist - viele mögen dies (ich ebenfalls) - dies bewegt sich aber nicht im Bereich "mangelnder Agilität".
    (s.a. Erfahrungen mit anderen Reifendimensionen wie z.B. 215/45 R17, 215/40 R17... )

  • Zur Info dei technischen Empfehlungen nach ETRTO. Das sind in der Regel die Kombinationen die technisch am Besten funktionieren:
    205/45 R17 => 7J (7,5J max.)
    215/45 R17 => 7J (8J max.)
    215/40 R17 => 7,5J (8,5J max.)


    Also über 9J brauchst Du gar nicht nachdenken und die max. Angaben oben würde ich auch nicht empfehlen, weil sie die Performance deutlich verschlechtern. Man landet beim MX in der Regel recht schnell wieder bei 7J, oder 7,5J.


    Quelle: http://www.cbw-reifengrosshand…/Technischer-Ratgeber.pdf