Angepinnt Datensammlung Fahrwerksfedern

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    • Datensammlung Fahrwerksfedern

      Hallo,

      es kam schon häufig die Frage auf, welche Federraten in den einzelnen Fahrwerken verbaut werden. Ich fange mal an, mit der Bitte um Korrektur und Vervollständigung.

      VarianteFederrate
      v/h (N/mm)
      Effektives
      Federratenverhältnis
      v/h
      Eigenfrequenzverhältnis
      v/h
      Serie27/141,411,04
      Bilstein Sportsline27/181,140,92
      Eibach ProKit33/181,301,01
      KW V340/370,780,78
      KW V3 custom60/371,060,95
      KW Clubsport70/500,910,88
      H&R Monotube50/301,120,96
      Bilstein B14/B1660/400,990,92
      BC Racing60/301,291,06
      SPS K-TEC70/381,171,01
      SPS K-TEC Track100/501,221,06
      Oehlins 100/40100/401,511,18
      Oehlins 70/40 (USA)70/401,120,99
      MX-5 Cup105/621,040,97



      Legende
      Die Feder-Übersetzung vorne beträgt ca. 0,42, hinten 0,76.
      Das effektive Federratenverhältnis ist ein Maß für die Rollsteifigkeit inklusive Stabi. Berücksichtigt wurde eine Stabirate von 16 N/mm vorne und 3 N/mm hinten. In ganz grober Näherung ist das Federratenverhältnis ein Indikator für die Steuertendenz der Auslegung unter Vernachlässigung der Druckanschläge. Ideal wäre dann beim ST mit einer Gewichtsverteilung von 50/50 ein Wert von 1,00. Werte kleiner 1 bedeuten, dass das Auto hecklastig/übersteuernd ist, über 1 frontlastig untersteuernd. Hier muss man dann entsprechend die Fahrwerkeinstellung anpassen, damit das Auto ausbalanciert ist.
      Das Verhältnis der Eigenfrequenzen ist ein Maß für das Schwingverhalten der Karosserie. Ideal sind hier Werte zwischen 0,91 und 0,95, was bedeutet, dass die Hinterachse etwas schneller ist als die Vorderachse. So ergibt sich ein paralleleres Huben der Karosse.

      Die Berechnungen gelten für den ST mit 50/50 Achslastverteilung und sind aufgrund der Unschärfe der im Internet gefundenen Daten als grobe Indikatoren für die Auslegung zu sehen, ohne den absoluten Anspruch auf wissenschaftliche Korrektheit.

      Viele Grüße
      Sven

      MX-5 G160 Sportsline mit Sportpaket, KW V3, Bastuck Abgasanlage
      Fahrwerkgeometrie: Fahrwerkseinstellung (nur Werte)

      „The speed was okay, but the corner was too tight.“ (Juha Kankkunen)

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    • Inari schrieb:

      Afaik bietet Öhlins auch 100/70 an.

      Grüße,
      Jürgen
      Nein, in D gibt es nach meiner Kenntnis nur ein Gutachten für 100/40. In den USA sind zusätzlich noch die Varianten 100/60 und 70/40 gern genommen. 100/70 ist mir noch gar nicht untergekommen (wäre auch hinsichtlich der Balance eher ungünstig).

      Oehlins bietet die Federn in (den meisten) Zehnerschritten an. Das muss dann allerdings per Einzelabnahme eingetragen werden.

      Viele Grüße
      Sven

      MX-5 G160 Sportsline mit Sportpaket, KW V3, Bastuck Abgasanlage
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    • Danke, ich hatte das nur von einer US MX 5 Seite. (aber wenn's in D ohne Gutachten ist, dann ist es ja hier auch nicht relevant)
      Flyin Miata setzt bei "ihrem" Fox Fahrwerk auf "400 lb/in front springs and 225 lb/in rear springs. On the RF, we use 250 rear springs to balance out the heavier rear end."; also auch eher auf ein Verhältnis 2:1.

      Was mir als nicht Fahrzeugbauingenieur nicht sofort einleuchtet: Warum wird hier für ein Fahrzeug mit 50:50 Gewichtsverteilung eine so unterschiedliche Federrate für Vorne und Hinten verwendet?

      Grüße,
      Jürgen

      MX 5-RF Sports-Line Matrixgrau Nappa ;)

    • Hallo Jürgen,

      das liegt an der unterschiedlichen Übersetzung, also dem Angriffspunkt der Federn. Vorne musst Du die Steifigkeit mit 0,42 multiplizieren und hinten mit 0,76. Dazu kommt natürlich noch der Stabi und bei scharfer Kurvenfahrt noch der Druckanschlag, die auch Einfluss auf die Balance haben.
      Unter Vernachlässigung von Stabi und Puffer ist ein Verhältnis vorne/hinten von 1,81 optimal, um gleiche effektive Federraten an Vorder- und Hinterachse zu fahren. Praktisch geht man dann an der Hinterachse noch etwas höher, damit die Hinterachse schneller hubt als die Vorderachse und das Auto damit auf Bodenwellen parallel vorne und hinten hubt (d.h. die Hinterachse ist schneller als die Vorderachse und holt diese ein). Das wird dann wiederum in der Rollsteifigkeit durch den steiferen Stabi vorne ausgeglichen, so dass sich trotzdem ein leicht untersteuernd/neutrales Fahrverhalten ergibt.
      Das war jetzt schon ein recht detaillierter Ausflug in die Fahrwerksauslegung. Ich hoffe es hilft trotzdem ;) . Wer das vertiefen möchte, sollte mich mal auf einer Tour, oder einem Stammtisch ansprechen. Das führt hier wohl etwas zu weit.

      Man sieht auf jeden Fall, dass fahrdynamisch die vordere Federrate deutlich höher als die Hintere sein sollte. Gleiche oder sehr ähnliche Federraten machen das Auto sehr hecklastig.

      Viele Grüße
      Sven

      MX-5 G160 Sportsline mit Sportpaket, KW V3, Bastuck Abgasanlage
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    • Danke, Sven,

      das habe ich jetzt als mit der Baustatik einigermaßen Vertrauter völlig übersehen, dass der Hebelarm ja an Vorder- und Hinterachse komplett unterschiedlich sein kann, bzw. auch ist....
      Asche auf mein Haupt!
      Also hat die auf den ersten Blick "unsymmetrische" Federrate ja mit den verschiedenen Hebelarmlänge dann eigentlich wieder die gleiche absolute Steifigkeit hinten und vorne.

      Was ist dann der fahrdynamische Hintergrund für das Federratenverhältnis wie es z.B. KW verwendet?
      Ja wohl eher nicht, dass der Autofahrer von heute krass übersteuernde Fahrzeuge haben möchte und damit gut zurechtkommt, oder doch?

      Weil ganz unbeschlagen scheinen die Leute bei KW ja nicht zu sein.

      P.S.
      Ich möchte mal Danke sagen für deine vielen, sehr hilfreichen Beiträge hier im Forum!


      Grüße,
      Jürgen

      MX 5-RF Sports-Line Matrixgrau Nappa ;)

    • Hallo Jürgen,

      die einzige halbwegs vernünftige Erklärung die ich habe ist, dass sich KW eventuell an den Einstellvorgaben für die Serie orientiert hat. Das ist nicht so unüblich, weil man ja davon ausgehen muss, dass bei einer Vermessung beim Händler nach Werksvorgaben gearbeitet wird und nicht nach irgendwelchen Werten, die in einem Forum herum geistern ;) . Damit, also mit hinten ca. 1° Sturz mehr als vorne, passt es dann auch.

      Rein aus Sicht Performance hätte man das sicher anders machen müssen.

      Viele Grüße
      Sven

      MX-5 G160 Sportsline mit Sportpaket, KW V3, Bastuck Abgasanlage
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    • Na, dann bin ich ja beruhigt! ;)
      Weil auf der Landstraße mit den "anderen" Autofahrern verliert man die "Sekunden" sicher wo anders als am Fahrwerk.
      So freue ich mich drauf, dass sich nach dem Fahrwerksumbau das Fahrzeug etwas satter auf der Straße liegend mehr so anfühlt, wie das beim NA ursprünglich gedacht war.....

      Schöne Grüße,
      Jürgen

      MX 5-RF Sports-Line Matrixgrau Nappa ;)

    • O.K., aber bei so einer klassischen "Heckschleuder" kämpft man eigentlich in jeder Kurve ständig mit entsprechendem Gegenlenken gegen das ausbrechende Heck.
      Evtl. bin ich aber auch mangels Übung einfach zu ungeschickt dazu. Wenn man sich darauf einstellt, macht das aber auf jeden Fall extrem Spaß! (auch wenn ich dadurch eher langsamer als schneller bin ;)

      Grüße,
      Jürgen

      MX 5-RF Sports-Line Matrixgrau Nappa ;)

    • @Sven

      Das muß ja jetzt nicht auf Andere zutreffen, aber ich fuhr bislang meine schnellsten Rundenzeiten in Asseto Corsa auf der Nordscheife mit den Parametern des KW V3 und deinen Einstellungswerten.
      BTG 8:04 (mit Slicks)
      Mir ist klar, dass das nur eine Simulation ist (wenn auch eine Gute) und in echt würde ich mich nie so zügig trauen. (da hätte ich wohl zu viel Angst um meinen Mazda)

      Mit "rennmäßigeren" Setups bin ich langsamer, da wahrscheinlich für mich zu anspruchsvoll zu fahren.

      Jetzt schau mer mal, wie sich das nach dem Umbau im realen Fahrbetrieb angeht. (Bin ja kein Rennfahrer ;)

      Grüße,
      Jürgen

      MX 5-RF Sports-Line Matrixgrau Nappa ;)

    • Ich bin mit dem echten Auto in der Regel schneller, als in der SIM. Das klappt auch mit dem V3 ganz gut, wenn wir bisher mit anderen unterwegs waren.
      Bleibt die Frage, ob man mit einem anderen Fahrwerk noch mehr aus dem Auto heraus holen kann. Ich vermute schon, aber wie Du schreibst ist das im Zweifel auch noch anspruchsvoller.
      Egal was man meinen aktuellen Setup vorwerfen will, es ist doch recht gutmütig und beherrschbar.

      Viele Grüße
      Sven

      MX-5 G160 Sportsline mit Sportpaket, KW V3, Bastuck Abgasanlage
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      „The speed was okay, but the corner was too tight.“ (Juha Kankkunen)

    • Im Zweifelsfall denke ich ist man als eher rennunerfahrener Fahrer mit dem "konservativeren" Setup schneller, weil man sich sicherer fühlt und daher etwas mehr traut.
      Da ich aber nur aus Spaß MX 5 fahre und nicht meine Brötchen damit verdienen muß, werd ich mich erst mal auf die Verbesserungen freuen und diesen Sommer beim offen Fahren genießen!

      So long!
      Jürgen

      MX 5-RF Sports-Line Matrixgrau Nappa ;)

    • Nachtrag:

      Der RF hat ja wegen der zusätzlichen 50kg durch das Webasto Targedach (und auch dem damit höheren Schwerpunkt) hinten schon ab Werk eine geringfügig steifere Feder als der Roadster und geht damit schon ein ganz klein wenig mehr beim Federratenverhältnis vorne/ hinten in Richtung des KW Fahrwerks. (anders gesagt ist der Zuwachs an Federrate hinten beim Wechsel auf das KW Fahrwerk beim RF geringer als beim Roadster)

      An der Vorderachse hat der RF einen steiferen Stabi als der Roadster und damit in Kurven bei unsymmetrischer links/rechts Belastung der Vorderachse zusammen mit den vorderen Federn eine höherer Gesamtfederrate.
      Da der Stabi ja drinbleibt, hat dann der RF auch mit KW Fahrwerk in der Kurve eine höhere Steifigkeit vorne als der Roadster mit dem selben Fahrwerk.

      Das macht zwar jetzt alles sicher nicht gerade viel aus, aber es geht mit KW im RF schon ein wenig mehr in Richtung höhere Federraten vorne im Vergleich zum Roadster.
      (Das KW Fahrwerk hat für Roadster und RF die gleiche Teilenummer, ist also genau das Gleiche)


      Off Topic: In den 80ern sagte mein Fahrlehrer im Unterricht: "Schnell fahren fängt im Kopf an, nicht unter der Motorhaube!"


      Aber jetzt schau mer mal... ;)


      Schöne Grüße,
      Jürgen

      MX 5-RF Sports-Line Matrixgrau Nappa ;)