Was macht eine Trackday Felge aus

  • Guten Tag allerseits.


    Nachdem ich fürs erste das Thema Fahrwerk und Bremsen meines neuen MX5-ND2 abgeschlossen habe, würde ich gerne kurz das Thema Motorsport- oder Trackday-Felgen ansprechen.
    Was ist wichtig, worauf sollte man achten?


    Ich spreche jetzt mal bewusst keine speziellen Themen an, um das Gespräch nicht in eine Richtung zu lenken.
    Gebe aber gerne die Info, dass das Auto zu 75% auf dem Track und zu 25% auf der Straße bewegt wird.
    Es wird 2. Sätze Felgen geben, so dass ich unkompliziert von Semi Slick, zum Straßen Reifen wechseln kann, wobei letzterer auch bei Nässe auf dem Track bewegt werden soll.
    Vor diesem Hintergrund stellt sich natürlich die Frage in wie weit man den originalen Felgensatz als 2. Satz behalten kann?


    Ein wenig von eurem meist sehr konstruktiven Input für mich, würde mich freuen.


    Viele Grüße aus Rhede

  • Ich fahre den gleichen Ansatz mit 2 Felgensätzen, siehst du hier:


    Übersicht Rad-/Reifenkombination


    Grundsätzlich wollte ich Felgen, wo ich keine Spurplatten brauche, weil ich kein Freund davon bin, auch dazu gibt einen ausführlichen Thread:


    Spurplatten - Fahrverhalten & Wissenswertes


    Mein Anforderungsprofil war: 16 Zoll, leicht, müssen über die große Stoptech Bremse passen, keine Spurplatten und passend für 205/50 R16.
    Deswegen sind es die RaysTE37 geworden, es hätten auch 7,5 Zoll gereicht, aber die 8 Zoll hatte Jan auf seinem BRG auch drauf und ich fand
    die von der Optik einfach klasse.


    Die Rota SS10 in 17 Zoll sind nicht so leicht, passen aber auch über die große Stoptech Bremse ohne Spurplatten
    (was dann bei 9mm Spurplatten rundum wieder 1,2 kg spart).
    17 Zoll habe ich genommen, weil es den Michelin PS4 nur ab dieser Größe gibt und der meiner Meinung nach auch auf der Rennstrecke bei feuchten bzw.
    Regenbedingungen gut funktioniert.


    Ob du den normalen Felgensatz behalten kannst, müsste dir @Jan#SPS beantworten können, bei der "kleinen" Stoptech Bremse ist die
    Wahrscheinlichkeit größer, bei der großen Bremse geht es nicht, zumindest nicht ohne Spurplatten.

  • Hi,


    noch generell dazu:

    • Nimm keine Exotenfelge, die schwer oder nicht langfristig beschaffbar ist. Auf dem Track kann eine Felge immer mal leiden und Ersatz sollte längerfristig verfügbar sein
    • Für die Fahrdynamik sollte eine Felge zwar leicht , aber trotzdem nicht fragil sein. Die Belastungen sind deutlich höher als auf der Straße

    Viele Grüße

  • Diese Info nehme ich sehr gerne auf.


    Leider weiß ich nicht, woran ich erkennen kann, ob eine Felge fragil, oder ein Exot ist.
    Vielleicht gibt es da ja Merkmale, auf die ich achten kann?

  • Tja, gute Frage, eine Lieferantenwahl ist immer etwas Glaskugellesen. Auf etablierte Hersteller wie z.B. OZ zu setzen, ist für eine längere Verfügbarkeit sicher nicht ganz verkehrt.
    Klassische Schmiedefelgen sind bei gleichen Materialstärken deutlich haltbarer als Räder aus Niederdruckgussverfahren oder gar Schwerkraftguss bzw. lassen sich bei gleicher Festigkeit schlanker und leichter ausführen. Heutzutage werden wohl erfolgreich weitere Verfahren wie Flowforming verwendet, bei dem Gussrohlinge thermisch und durch Wälzverfahren zum Endprodukt verformt werden. Was hinter werbewirksamen Buchstaben wie etwa HLT dann wirklich an echten Vorteilen für den Kunden steht, naja ;)
    Jans Vorschlag der OZ Allegerita HLT 4F finde ich nicht verkehrt, solange die ohne Spurplatten über die Bremse passt.


    Guten Service hat ein guter Bekannter diesen Sommer erlebt: Bei einer dreiteiligen Westermann BBS Felge für den Caterham (Satz ~3300€) war durch Bremsdefekt das Felgenbett deformiert. Für <150€ hat BBS ein neues Felgenbett innerhalb eines Tages geliefert -> Rad wieder fit. Fast unerwartet perfekter Kundendienst und nachhaltig...


    Viele Grüße

  • Diese Info nehme ich sehr gerne auf.


    Leider weiß ich nicht, woran ich erkennen kann, ob eine Felge fragil, oder ein Exot ist.
    Vielleicht gibt es da ja Merkmale, auf die ich achten kann?

    Als „fragil“ oder auch ungeeignet würde ich es auf jeden Fall ansehen, wenn sich die Traglast der Felge gerade eben so mit den Achslasten des Fahrzeugs deckt. Da sollte es für den Track auf jeden Fall ein bisschen Luft geben. Für den MX-5 trifft das wegen des geringen Gewichts nicht so sehr zu, aber generell wäre das ein Indiz um die Festigkeit einer Felge als ausreichend in Frage zu stellen.


    Grüße

  • Belastung einer Felge auf dem Track? Wo da? Hitze, okay. Aber Traglast? Wenn der MX-5 einen sehr hohen Abtrieb hätte, dann auf jeden Fall. Aber bei 160 bis 200 PS kommen wir eh nicht vom Fleck, da hat keiner Aero (außer Eisdielen-Aero).


    Ich würde auf Preis bzw. Wiederverkaufswert achten in Kombination mit Gewicht. OZ ist da super, zumal man die Dinger auch gebraucht gut kaufen kann, z.B. weil ein Japan-Freak der Meinung war, er müsse grüne Felgen kaufen. Schnäppchen für uns. Ich hab meine OZ Alleggerita 17" für 800 € gekauft. Das bekomme ich jetzt immer noch.


    Und muss die Felge auf dem Track gut aussehen? Ich denke nicht. Ich montiere mittlerweile nicht mal mehr die Radnabenabdeckungen, weil die Dinger reihenweise Winke-winke sagen.

  • Belastung einer Felge auf dem Track? Wo da? Hitze, okay. Aber Traglast?

    Hm, Curbs, Schläge durch Bodenwellen, Kompressionen oder sogar Landungen nach "Sprüngen", kleine Ausritte neben die Strecke (muss nicht selbstverschuldet/verursacht sein), Bremsen bzw. Fahren mit Semis allgemein, permanente Wechselbelastung ? Bei leichten und auch nur mäßig motorisierten Seven ohne Aero sind falsch dimensionierte Magnesiumfelgen trotz Überwachung reihenweise am Stern gebrochen. Ich hätte keine Lust auf Ermüdungsbrüche an der Felge.


    Und muss die Felge auf dem Track gut aussehen? Ich denke nicht. Ich montiere mittlerweile nicht mal mehr die Radnabenabdeckungen, weil die Dinger reihenweise Winke-winke sagen.

    Warum sind die Abdeckungen denn abgefallen, wenn die Belastung nicht hoch ist?


    Viele Grüße