Der MX-5 ND ist ja aktuell der einzige (mir zumindest bekannte) Serienwagen mit einem Getriebe ohne jeglichen Overdrive.
Man sollte nicht alles glauben, was das Marketing so von sich gibt (auch wenn Coleman da natürlich eher unverdächtig ist).
Ein Overdrive an sich ist etwas völlig anderes und wird schon seit Jahren nicht mehr verwendet. Was Du meinst ist sicherlich ein lang übersetzter fünfter, oder sechster Gang, der Sprit sparen hilft.
Viele kleine Fahrzeuge mit wenig Motorleistung sind so direkt übersetzt, wie der MX-5, damit sie überhaupt in der Lage sind ihre Höchstgeschwindigkeit zu erreichen. Einen langen letzten Gang kann man sich umso mehr leisten, je mehr Motorleistung installiert ist. Ein abgeregelter BMW, oder Mercedes ist zum Teil bis 300, oder 400 km/h übersetzt und erreicht dank Leistungsüberschuss seine abgeregelte Höchstgeschwindigkeit dennoch problemlos im höchsten Gang. Selbst bei einem gut motorisierten Passat passt das noch.
Ein 1:1 übersetzter Gang hat auch nicht wirklich signifikante Wirkungsgradvorteile. Stufengetriebe sind sowieso schon sehr effizient und das spielt sich dann nur noch in der zweiten, oder dritten Nachkommastelle ab.
Aber es ist natürlich trotzdem eine tolle Sache, dass Mazda den MX-5 so kurz und direkt übersetzt hat und das ist definitiv auch ein Grund dafür, dass die Schleppleistung höher ist, als bei einem Fahrzeug mit länger übersetzten Getriebe.
Da - warum der 2.0 G160 kam & von Anfang an nicht im ND geplant war.
(& deshalb auch die Getriebeschäden der ersten ND's mit dem 2.0 G160)
Wenn das stimmt, dann gibt es hier sofort einen MX-5 zu verkaufen - wenn es stimmt, dass Mazda das Getriebe nicht für den G160 ausgelegt hatte und es einfach dennoch versucht hat.
So etwas kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
Es gibt heutzutage super Tools, um so etwas zu berechnen und auch Mazda wird seine Prüf- und Erprobungsvorschriften haben und die Bauteile auf die jeweiligen Lasten auslegen. Dabie ist dann entweder heraus gekommen, dass das Getriebe ertüchtigt werden muss, was dann sicher auch passiert ist, oder das es ausreichend dimensioniert ist.
Dabei ist sicher irgendetwas schief gegangen, sei es ein Auslegungsfehler, oder eine schlechte Teilequalität der Zulieferer, z.B. ein nicht stabiler Härteprozess.
Was ich aber definitiv nicht glaube ist, dass Mazda mal eben den 2,0 l ins Auto baut und dann sagt "passt schon", ohne die Dimensionierung der Teile zu prüfen.
Kein Hersteller tut sich freiwillig und blauäugig den Aufwand und Imageschaden an, dass Bauteile in größerer Zahl im Feld kaputt gehen. Es passiert trotzdem, aber es gibt wohl weltweit keinen Hersteller, der das billigend in Kauf nimmt. Wenn das ist vorher irgendetwas schief gegangen, was zu nicht erwartetem Verhalten der Bauteile führt.
P.S.: Sorry an Euch beide, dass ich da wieder mit der sehr nüchternen Brille des Entwicklers drauf schaue. Für mich sind das aber sehr unemotionale Themen, die einfach das Handwerk des Entwicklers sind.