Auch wenn der TR1 rein gar nichts mit dem seligen R1R zu tun hat, ...
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Bildquelle: Toyo Deutschland
Ich werde berichten, wie klug die Entscheidung war.
Die ersten 900 Kilometer sind abgespult. Alles, was nicht Reifen ist, sollte abgerubbelt sein. Das, was übrig geblieben ist, sollte sich halbwegs auf die Fahrwerkseinstellung eingefahren haben.
Der erste spürbare Unterschied ist schlicht die Längsdynamik. Der TR1 wiegt in 205/50 R16 ca. 8,9 kg ( Chipmonk77, ganz so schlimm, wie ich es behauptet hatte, ist es also doch nicht). Der Dunlop Sport Maxx RT wiegt neu schon nur 7,6 kg, abgefahren sicher noch einmal ein gutes Stück weniger. Und das Trägheitsmoment, das sich aus diesem Unterschied ergibt, das merkt man schon. Wahrscheinlich fühlt es sich im ersten Moment noch krasser an, als es messtechnisch ist und ziemlich sicher gewöhnt man sich auch nach kurzer Zeit daran, aber wie so oft hat das Lehrbuch einfach Recht.
Komfort deutlich besser, vor allem was das Schlucken kleiner Unebenheiten angeht. Das mag bei einem Sportreifen auf einem MX-5 für viele nicht das ausschlaggebende Kriterium sein, aber es stört nicht und es wird weiter unten noch eine Rolle spielen ...
Das Grip-Niveau ist viel höher, aber das war auch keine Kunst, denn der auf fast 1,6 mm abgefahrene Sport Maxx RT war zuletzt wie aus Holz. Kein Grip und es war beinahe unmöglich, noch weiteren Verschleiß zu erzeugen.
Jetzt würde ich gerne einen Vergleich zur Traktion des R1R schreiben, den ich vor drei Jahren mit einem anderen Fahrwerk mit anderen Fahrwerkseinstellungen am Auto hatte ... aber aus genau diesen Gründen schenke ich mir das mal. Der R1R war in allen fahrdynamisch relevanten Aspekten besser, so weit lehne ich mich aus dem Fenster, aber das ist weder überraschend, noch besonders aussagekräftig.
Nun zu den vielleicht wichtigsten Punkten, Handling, Einlenkverhalten, Balance, Grenzbereich, Vertrauen. Ich war bei sonst unverändertem Setup wenig begeistert. Das Auto fuhr sich zwar verbindlicher, sicherer und auch schneller als mit den haftungslosen Dunlops, aber das Einlenken erschien mir verzögert (mit einer adaptierten Lenktechnik in den Griff zu bekommen), in manchen Kurven (aber nicht in allen
) erschien mir das Lenkverhalten erst im Verlauf der Kurve nichtlinear, alles war irgendwie etwas weich und undefiniert. Ist der Reifen also einfach nur zu querweich und hat einen für meinen Geschmack zu hohen Bedarf an Schräglaufwinkel? Das Verhalten im Grenzbereich bzw. die Reaktion auf Leistungsübersteuern fand ich hingegen gut, auch an den viel harmonischeren Eingriffen des ESP zu sehen, wenn man es provoziert.
Aus Laune und aus Neugier habe ich dann einfach die Dämpfung des B16 von 6/10 auf 7/10 (vorne) und von 5/10 auf 6/10 (hinten) erhöht. Wenn der Reifen einfach zu querweich wäre, habe ich mir davon eigentlich nichts versprochen, aber es geht ja schnell und einfach. Ich war regelrecht geschockt, wie groß der Unterschied (im positiven Sinne) war. Ich werde zwar immer noch bei nächster Gelegenheit die Gesamtspur vorne von jetzt 8' auf 10' erhöhen lassen, aber zu 85% sind jetzt schon alle Eigenschaften weg, die mich vorher gestört haben. Das hätte ich nicht für möglich gehalten (und ich kann immer noch nicht glauben, dass man Querweichheit durch laterale Härte ausgleichen kann).
Eine ausgiebige Eifelrundfahrt hat den jetzt ganz überwiegend positiven Eindruck bestärkt. Auch bei höheren Kurvengeschwindigkeiten (über einen Zeitraum hinweg, der mir auf der Straße vollkommen ausreicht) war keine Verschlechterung des Fahrverhaltens zu bemerken. Ein bisschen mehr gespeicherte Energie in der Querbewegung (die dann irgendwann gerne in die andere Richtung wieder abgegeben werden möchte) als zuletzt mit dem Dunlops war schon zu spüren. Aber ich bin nicht in der Lage zu beurteilen, ob das nun wirklich einer größeren Querweichheit geschuldet wäre. Ich tendiere eher zu der Einschätzung, dass zumindest der abgenudelte Dunlop bei diesen Geschwindigkeiten schon längst massiv gerutscht ist.
Was noch völlig aussteht ist eine Fahrt bei feuchten und nassen Straßenverhältnissen. Bis dahin halte ich mich mit einer abschließenden Bewertung noch zurück.