Ist es nicht eher anders herum, dass ein besseres Gewichts-Ausstoß Verhältnis für eine vermeintlich bessere effiziensklasse verantwortlich ist?
Hier gibt es mindestens zwei zu berücksichtigende Effekte (oder es gab sie zumindest).
Das eine ist die Energieeffizenzklasse. Diese Augenwischerei teilt Geräte immer erst in "Größenklassen" ein, bevor die Bewertung in Bezug auf ein fiktives Referenzgerät vorgenommen wird. Bei Fernsehern z.B. nach Bildschirmdiagonale, bei Autos nach Gewicht. Was bei Fernsehern schon mäßig sinnvoll ist, ist bei Autos nach allgemeinem Dafürhalten ausschließlich dem Einfluss der deutschen Auto-Lobby geschuldet.
Energieeffizienz_Auto.svg.png
Die Abbildung ist aus der Public Domain, zu finden im Wikipedia-Eintrag zur Energieverbrauchskennzeichnung.
Je schwerer, desto umweltfreundlicher.
Ob dabei die Ausstattungsvariante berücksichtigt wird, habe ich leider noch nie herausgefunden.
Das zweite sind die unsäglichen "Schwungmassenklassen" bei der Ermittlung des Durchschnittsverbrauchs. Beim NEFZ wurden die (gewichtsabhängigen) Fahrwiderstände auf dem Prüfstand nicht nach dem tatsächlichen Gewicht als Korrekturfaktor eingestellt, sondern nur nach groben Gewichtsklassen. Egal, ob das Gewicht am oberen oder am unteren Ende der Klasse angesiedelt war, eingestellt wurde immer der Mittelwert der jeweiligen Klasse. Wer in derselben Klasse leichter als der Mittelwert war, wurde also durch das Testverfahren bestraft, wer möglichst nah an der Obergrenze war, wurde belohnt. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen wurde immer die niedrigste und leichteste Ausstattungsvariante in Ansatz gebracht.
Wenn das Auto knapp in einer hohen Gewichtsklasse gelandet war oder wäre musste man also nur eine noch stärker abgespeckte Basisausstattung herausbringen (keine Klimaanlage, keine geteilt umklappbare Rückbank, kleinerer Tank, ...) um elegant in die nächsttiefere "Gewichtsklasse" zu rutschen. Der Vorteil lag bei jedem Klassensprung bei ca. 110-115 kg.
Schöner und mit konkreteren Beispielen wird es hier erklärt (der Beitrag ist auch bei Heise Autos erschienen):
http://christophschwarzer.com/…das-aus-der-schwungmasse/
Mit diesem Quatsch ist aber eigentlich bei der Verbrauchsmessung nach WLTP Schluss. Also, zumindest mit dem Gewichtsklassenquatsch und der Nichtberücksichtigung von Ausstattungsvarianten. Daher wüsste ich im Moment nicht, welches durch Umweltauflagen getriebene Thema Mazda dazu verleiten sollte, die Ausstattungslinien zusammenzustreichen. Andere Gründe dafür fallen mir natürlich schon ein.
Und ehrlich gesagt: Wer den WLTP und RDE und die zugehörigen Emissionsklassen und die zukünftige Zeitachse dazu vollständig verstanden hat und in 5 Minuten erklären kann, der möge sich bei mir melden.
Wer auf den ersten Blick erkennen kann, nach welcher Norm genau die konkreten Verbrauchswerte eines Autos ermittelt wurden und womit sie vergleichbar sind (oder auch nicht), der darf sich auch melden. 