Für die Hochtöner ja, da würde man wahrscheinlich jeden töten, wenn die wirklich alle Frequenzen abbekommen aber bei den TMT bin ich mir da nicht so sicher.Ich meine da ist das nicht zwingend nötig aber für viele Chassis zumindest sinnvoll.
Genau so ist es. Jeder Hochtöner (egal welches Funktionsprinzip) benötigt mindestens einen Überlastungsschutz.
Wenn entsprechend viele Endstufenkanäle zur Verfügung stehen, kann man die Aufteilung des Frequenzspektrums natürlich auch einer aktiven Weiche (klassisch aufgebaut aus Transistoren, Kondensatoren und Widerständen) vor der Endstufe überlassen. Dadurch entfallen viele Nachteile passiver Weichen, insbesondere weil die Bauteilwerte viel kleiner ausfallen, man auf die besonders nicht-Idealen Spulen ganz verzichten kann und die schwankende Impedanz der Chassis nicht berücksichtigt werden muss. Man kann auch gleich einen programmierbaren DSP für diese Aufgabe verwenden, der kann ja nicht nur "Sounds" implementieren, sondern auch gezielt die gewünschte Flankensteilheit im Bereich der Übernahmefrequenzen einstellen.
Aber selbst in so einem Scenario ist es sicherhaltsheiber sinnvoll, dem HT zumindest einen (dann etwas größeren) Kondensator zu spendieren, um ihn vor dem Einschaltplopp der Endstufe, DC Offset oder durch Defekt verursachten Signalen zu schützen.
Für eine wirklich hochwertige Wiedergabe benötigt man im Bereich von mindestens einer Oktave unter bis einer Oktave über der Trennfrequenz einen wohldefinierten Schalldruckabfall des TT bzw. Schalldruck Anstieg des HT. Hier tragen beide Lautsprecher zum Gesamtschalldruck nennenswert bei und Pegel und Phasenlage müssen sehr exakt stimmen.
Dabei kommt es nicht darauf an, was die Weiche macht, sondern was die Kombination aus Lautsprecher und Weiche (so denn vorhanden) tut. Deshalb ist die Idee, einen TMT mittels konstruktiver Maßnahmen und Materialauswahl so auszulegen, dass sein Schalldruck ab einer gezi lt gewählten Übernahmefrequenz abfällt grundsätzlich nicht falsch. Dass der Abfall überhaupt stattfindet, ist keine Kunst, sondern reine Physik. Die Kunst besteht darin, dass der Abfall für jedes produzierte Exemplar immer an derselben Stelle anfängt, mit derselben, definierten Flankensteilheit erfolgt und dass es in diesem Bereich keine Spitzen und Einbrüche im Pegel- und Phasenverlauf gibt. Und das funktioniert aufgrund der unvermeidlichen mechanischen Toleranzen nicht beliebig gut. Die Toleranzen sind jedenfalls unweigerlich höher als bei passiven Weichen und bei diesen meist höher als bei aktiven Weichen.
Im Auto ist allerdings schon der Abstand zwischen HT und TMT eigentlich viel zu groß. Der sollte eigentlich klein gegen die Wellenlänge bei der Trennfrequenz sein, was man einfach in der Praxis nicht hinbekommt. Ein bisschen zum Ausgleich ist dafür die Kopfposition des Fahrers relativ zu den Lautsprechern nur wenig veränderlich. Das hilft ein wenig. Außerdem ist (die echten Car-HiFi-Freaks mögen mir verzeihen, ich akzeptiere hier auch andere Meinungen, mache sie mir aber nicht zu eigen) das was im Auto bei allem Aufwand und aller Nebengeräuschdämmung erreichbar ist gegenüber dem Einsatz im Wohnzimmer eingeschränkt.
Langer Rede kurzer Sinn:
Lautsprecher zu tauschen, aber die Frequenzweiche (wie auch immer realisiert) einfach so zu lassen, wie sie war, klingt mit derselben Wahrscheinlich gut, wie am Einarmigen Banditen zu gewinnen. Beim Tausch eines einzelnen Chassis sieht es nicht viel besser aus.
Man sollte daher nach Möglichkeit auf abgestimmte Systeme zurückgreifen. Wer Messequipment und geschulte Ohren sein Eigen nennt, kann hier natürlich auch selbst etwas verbessern. Aber nicht durch Versuch und Irrtum.
Letzten Endes darf aber immer jeder machen was er will. Erlaubt ist, was gefällt. Vorsichtig sollte man nur damit sein, wenn ein Zufallsergebnis als gemeingültiges Wunder angepriesen wird. 