Runterregeln heißt ja nicht, dass man sie ganz abschalten soll. Es sind eben keine Vollbereichslautsprecher.
Zum Thema "bezahlbare Messtechnik" könnte man noch ATB PC von Kirchner Elektronik nennen und natürlich ARTA und Room Equalization Wizard. Alle drei setzen Hardware in Form einer brauchbaren Soundkarte voraus.
ATB PC kostet ab 100€, kommt mit einem billigen aber zur Not ausreichenden Elektret-Mikrofon (Mikrofone dieser Güte werden durchaus in der medizinischen Forschung eingesetzt), und kann auch mit Messsignalen arbeiten, die von einem Datenträger abgespielt werden. Anleitung und Benutzeroberfläche empfinde ich als katastrophal. Ich habe schon mit eigenen Augen gesehen, dass das System mindestens bei einem Hersteller teurer Elektrostaten in der Endkontrolle eingesetzt wird.
ARTA misst (wenn ich mich nicht irre) wie MLSSA mit einem auf pseudostochastischen Rauschen auf "Maximum Length Sequence"-Basis und hat einen sehr guten Ruf. Die Software kostet etwa 70€, eine kostenlose Testversion, die messen aber nicht speichern kann, ist erhältlich.
REQ heißt zwar so, ist aber eine komplette Messsoftware, die mit "Swept Sine" misst. Sehr mächtig, angenehm in der Bedienung und auch noch kostenlos. Um ein Messmikrofon muss man sich - wie bei ARTA - selbst kümmern. Ich glaube (habe ich mich aber noch nicht darum gekümmert), das beide Systeme nicht auf extern eingespielte Messsignale vorbereitet sind. Hat unser Auto einen AUX-Eingang? Ich weiß es gar nicht. ![]()
Sehr empfehlenswert ist das UMIK-1 von miniDSP für ca. 75$. Es kann direkt an den USB-Eingang eines Rechners angeschlossen werden, liefert absolute Schallpegelwerte und wird mit einer individuellen Kalibrierungsdatei geliefert.
Aber macht das alles wirklich Sinn?
Für reproduzierbare Messergebnisse muss man sich doch einigermaßen mit der Materie beschäftigen. Es gibt viel falsch zu machen. Selbst wenn man diese Hürde überwindet: Meine Befürchtung ist, dass die Messergebnisse in jedem Fall relativ "schlecht" aussehen werden. Schon gute Messergebnisse sind kein Garant für guten Klang. Wenn es jetzt darum geht, welches von zwei schlechten Messergebnissen wohl subjektiv positiver empfunden wird, dann wird es noch komplizierter.
Helfen können solche Messungen sicher dabei, scharfe Resonanzen zu ermitteln und (wenn man die Ursache findet) zu zügeln. Aber einfach mal ein Mikrofon ins Auto halten und dann wissen, ob es jetzt gut oder schlecht klingt, das funktioniert nicht.
Ich möchte meinen Beitrag nicht als Versuch missverstanden wissen, das Thema zu zerreden. Wer sich in Zukunft an ein ähnliches Projekt wagt, soll nur ein paar grundsätzliche Infos zu möglichen Hilfsmitteln finden.