Beiträge von harkpabst

    Eher weniger. Worüber sollte man denn in einem Thread mit dem Titel "Erster Ölwechsel" diskutieren? Nur über "habe ich gemacht (oder vor)" oder "habe ich nicht gemacht (oder vor)"? Eher langweilig. Oder lässt man Diskussionen über die Gründe für die Entscheidung zu? Dann landet man eben schnell dabei, wie und warum das Öl funktioniert.


    Für die erste Variante wäre eine Abstimmung besser geeignet.

    Ich hab den vorgezogenen Ölwechsel machen lassen, bei 3000km und zum Materialpreis. Dabei komme ich mir ganz bestimmt nicht über den Leisten gezogen vor (obwohl man genauso argumentieren könnte, dass die Händler natürlich ein Interesse daran haben, öfter teures Öl zu verkaufen).


    Nur dass die Erwärmung des Motors (nennenswert) mit Reibung zu tun hätte, und somit bei verringerter Reibung langsamer passieren würde, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Wir haben im Zylinder Verbrennungsvorgänge, die bei 2000 bis 2500 Grad Celsius ablaufen. Das sollte genügen, um den Motor einfach über die Wärmeleitfähigkeit seiner Bauteile auf Temperatur zu bringen.

    Du hast ja grundlegend recht (auch wenn das Beispiel Ventile <-> Nocken ungünstig gewählt ist, hier sorgen die Hydrostößel für Spielfreiheit, wenn das Öl dünnflüssig genug ist ;)). Aber man muss ja nicht gleich von einem Extrem ins andere fallen. Hydrostößel sind nur ein Beispiel, wie konstruktiv versucht wird, Spiel (auch temperaturbedingtes) auszugleichen.


    Einen kalten Motor sollte man nicht quälen. Ein paar Minuten Warmfahren sind genug.


    Gerade der Yamaha Einzylinder (der meines Wissens immer noch in der XT660 verbaut wird) ist allerdings auch ein Musterbeispiel für Haltbarkeit und Zuverlässigkeit. Kein messbarer Ölverbrauch, langlebig, ausgewogener Drehmomentverlauf.

    Der Siedepunkt bei Öl liegt bei weit über 100. Der des Wassers eben bei 100 Grad.

    Stimmt so nicht ganz, der Siedepunkt von Wasser liegt nur in einem offenen System bei 100 Grad. Wenn das System dagegen unter Druck steht (bzw. stehen kann), sind auch höhere Temperaturen ohne Verdampfen möglich.


    Diese Aussage halte ich in Zeiten von Mehrbereichsöl wahrlich für ein Gerücht.

    Genau das schreibt letztlich auch Shell ("Ein Mehrbereichsöl minimiert die Viskositätsunterschiede bei Temperaturschwankungen."). Oder auch Wikipedia. Ich will das Thema nicht banalisieren und halte es durchaus für sehr vernünftig, einen "kalten" Motor erst einmal zu schonen, aber 20 Minuten? Das halte ich doch für etwas übertrieben.


    Ich zitiere mal die relevanten Passagen aus dem Benutzerhandbuch meiner alten Yamaha MT-03 (690ccm Einzylinder, Höchstdrehzahl 7500/min):

    Zitat von Yamaha Bedienungsanleitung MT-03

    ACHTUNG:
    Zur Schonung des Motors niemals mit kaltem Motor stark beschleunigen!
    HINWEIS:
    Der Motor ist ausreichend warmgelaufen, wenn er spontan auf Gasgeben reagiert.

    Eine Kontrollleuchte für "kalten Motor" (nach welcher Definition auch immer) gab es gar nicht. Ein Öl, dass auch bei -40 Grad noch gepumpt werden kann (Viskositätsklasse SAE 0W) wird auch bei einer Umgebungstemperatur von 0 Grad ausreichend schnell alle zu schmierenden Stellen erreichen.


    Wer einen schweren rechten Fuß hat und sich unbedingt Sorgen um die Haltbarkeit seines Motors machen möchte, sollte vielleicht eher über abgesenkte Hochtemperaturviskosität bzw. über ein Öl mit hohem HTHS-Wert Gedanken machen.

    Ich hatte Vorn 2 BAR und Hinten 3 BAR drauf, habe aber darin keinen Vorteil feststellen können.

    Es hat auch (im wirklichen Leben) keinen Vorteil, im Gegenteil. Du bekommst das Auto mit so stramm aufgepumpten Hinterrädern nur leichter in den Drift, weil die die Aufstandsfläche und damit letztlich die Haftung geringer wird.


    Oder meintest du, dass du hinten auch 2.0bar ausprobiert hattest und keinen Unterschied gemerkt hast?