Sehr interessantes Thema… und bei meinem aktuellen Umstieg vom G184 mit ZMS zum G132 ohne erlebe ich den subjektiven Unterschied doch als recht prägnant.
IMHO hat der G184 das ZMS weil er es schlichtweg braucht… und beim ND2-Upgrade ist bestimmt viel Hirnschmalz rein geflossen, um dies bestmöglich zu lösen.
Allgemeine Komfortaspekte - meist ausschlaggebend für den Einsatz eines ZMS - haben da IMHO keine Rolle gespielt. Eher waren es (sicherheits-)technische Erfordernisse, die das diktierten. Stichwort Getriebe kommt mir da als Erstes in den Sinn…
Mazda hatte bei der Entwicklung des ND ja ursprünglich den 1.5L Motor vorgesehen und den ganzen Antriebsstrang darauf optimiert. Einbauposition des Motors und Layout/Design von der Verbindung Motorraum/Cockpit wurden angepasst, Sounddesign/NVH/Jerk spielten auch eine größere Rolle dabei.
Bei der Entwicklung des 1.5L G131, ausgehend vom 1.5L des Mazda 3, war das leichtere Schwungrad eine essentielle Veränderung auf dem Weg zu einem sportlichen MX-5 Motor. Dazu kamen dann noch die geschmiedete Kurbelwelle und grössere Ein-/Auslass-Ports, der 4-2-1 Krümmer und ein größerer Nockenhub. Damit waren dann höhere Leistung und Drehmoment, schnelleres Ansprechen, mehr Drehfreude und +1.000rpm Höchst-Drehzahl erzielt worden.
Der informierte G184-Fahrer hat jetzt vielleicht ein kleines Déjà-vu
… der G184 wurde mit den gleichen Mitteln getunt, ausgehend vom (damals ja nur geringfügig adaptierten) 2.0 G160. Dieser hatte aber schon das leichtere Schwungrad spendiert bekommen bei seiner Entwicklung. Wenn es also technisch noch möglich gewesen wäre… die Mx-5 Entwickler hätten das mit Sicherheit drin gelassen.
Da ich ja den 1.5 und den 2.0 im ND mein Eigen nennen darf/durfte, erlaube ich mir folgendes Urteil:
Der G184 entwickelt bei höherer Drehzahl mehr Vibrationen als der G131/132. Insgesamt läuft der Motor aber auch über das gesamte Drehzahlband weniger „samtig“. So, wie der Motor mehr Leistung generiert, entstehen dabei wohl auch höhere Kräfte und Vibrationen, die es zu kontrollieren gilt. Ein ZMS wird vermutlich als erforderlich gesehen und deshalb eingebaut…
Die reine Verringerung von Massenträgheit und Gewicht des Schwungrads hat bei der Konversion des 1.5L Motors messbare Veränderungen bewirkt bei Beschleunigung (+0,1g) und Ansprechverhalten (-10ms). Zwischen dem G160 (mit fast gleichem Schwungrad wie beim 1.5L) und dem G184 (mit ZMS) dürften diese Zahlen noch ein Stück größer ausfallen. Und da seine +24PS ja auch erst oberhalb von 5.500rpm produziert werden, ist zumindest unterhalb dieser Drehzahl ein messbarer Unterschied in beiden o.g. Parametern zu erwarten.
Neben dem klassischen leistungs-/drehzahl- orientierten Tuning des 1.5L Motors für den MX-5, spielten auch Ansprechverhalten, Sounddesign und NVH/Jerk eine Rolle. Dabei wurde an vielen Punkten optimiert bis Motor, Antriebsstrang und Chassis eine „Jinba-ittai“-würdige Einheit bildeten.
Der erst zu einem ziemlich späten Zeitpunkt entwickelte 2.0 G160, konnte in einigen Punkten nicht mehr so perfekt abgestimmt werden. Neben der geringeren Höchstdrehzahl des Motors kamen auch noch notwendige Änderungen im Package dazu wie z.B. größere Räder und Bremsen. Einige auf den 1.5L hin entwickelten Teile des Antriebsstrangs mussten dagegen weitgehend übernommen werden. Zu nennen wären hier u.a. Design der ESD (100hz Helmholtz), IntakeSoundEnhancer, Länge und Design des Auspuffkrümmers… mal mit mehr oder minder positivem Outcome (ESD/Krümmer), mal mit eher negativem (ISE). Differential und Getriebe mussten auch noch 1:1 übernommen werden… mit dem Ergebnis, dass diese Getriebe dann nur im G160 negativ auf- bzw. ausgefallen sind![]()
Wer mehr zu den Themen Schwungrad, Sounddesign, NVH/Jerk und vielen anderen interessanten Infos rund um die Entwicklung des ND erfahren/vertiefen möchte… die „Mazda Technical Review“-Ausgabe 2015 bietet mächtig was davon.
https://www.mazda.com/contenta…10/files/giho_all2015.pdf
Hier ein Inhaltsverzeichnis der MX-5 Kapitel aus dem US-Forum:
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iOS/iPadOS bietet im Kontextmenü von markiertem Text eine Übersetzungsfunktion an… ist oftmals etwas holperig, aber im Kontext trotzdem gut verständlich. Ich empfehle dabei JAP-ENG…![]()