Und weil es so schön war, gleich noch den heutigen Bericht hinten ran.
Das Wetter war typisch Skandinavisch würde ich sagen. Etwa alle 20 Minuten Wechsel zwischen strahlendem Sonnenschein und leichtem Regen, leichter Bewölkung und Wolkenbruch. Alles mit dabei.
Calimoto sagt 329km in 8:42h, wobei davon über 40km die Lysebotn Fähre war.
Screenshot_20260727_213434_calimoto.jpg
Der Tag heute stand ganz im Zeichen der Lysebotn Fähre. Bei meinem ersten Norwegen-Urlaub 2017 habe ich hier am Kai in Songesand
Auf die schmerzhafte Tour erfahren, dass es in Norwegen fähren gibt, die man vorplanen muss und vorbuchen sollte. Ich hatte hier davon berichtet
Ich nehme als Basis für meine Planungen immer Google MyMaps. Das kann man ganz einfach unter
http://www.google.com/maps/d erreichen bzw. unter http://www.mymaps.google.com
Dort kann man sich selbst Karten erstellen und mit Inhalten füllen. Als Inhalte stehen einerseits alle Orte bereit, die man auch bei Google Maps findet - man kann aber auch eigene Punkte frei setzen und hinzufügen. Über die Jahre hat sich da bei mir eine ganz praktikable Auswahl an…
Das habe wir diesmal also gemacht. Fähre bereits im Mai gebucht und artig mit eingeplant. Das Problem: wir hatten an dem Tag 260km bis zur Lysebotn Fähre zurückzulegen und mussten spätestens 15:20 Uhr dort sein. In den 260km enthalten war aber auch nochmal eine normale Fähre. Außerdem teils sehr kurvige alte Bergstraße. Und wir mussten sie unbedingt kriegen, weil die Umfahrung ca 100 zusätzliche Kilometer bedeutet hätte.
Da fielen mir nur 2 sinnvolle Mechanismen zum Umgang mit ein. 1. den Tag über immer wieder im Blick behalten, wie viel Zeit wir noch haben und, wie gut wir in der Zeit liegen. Und 2. früh aufstehen, früh losfahren. Also klingelt der Wecker heute 06:30. Aufstehen, frühstücken, einpacken dauert ca 1:15h (und ist damit 15-30 Minuten schneller als sonst diesen Urlaub) und wir fahren los. Leider im Regen, deshalb die erste Tunnelumfahrung am Åkrafjorden direkt ausgeplant. Erster Stopp: der Langfossen
Einer der wenigen naturbelassenen und großen Wasserfälle in Norwegen. Bekommt man allerdings davor stehend nicht vernünftig rauf. Die einzige halbwegs gute Perspektive war von einem Wohnmobil versperrt, deshalb diese hier, wo man die Hälfte vom Wasserfall gar nicht sieht.
Pause kurz gehalten und zügig weiter. Nächster Stopp war die alte Bergstraße im Røldalsfjellet, die heute von 2 Tunneln abgekürzt wird. Es hat nur noch genieselt, deshalb wollte ich die fahren. Paula nicht, sie ist deshalb geradeaus durch die Tunnel durch und hat auf mich gewartet. Oben dann wieder das Foto gemacht, was alle dort machen
Es ist aber auch kitschig schön
Und mal wieder Schafe auf der Straße. Das besondere an diesen hier: die Mütter-Schafe haben Verkehrserziehung bekommen und geben diese an ihre Kinder weiter. Diese kleine Gruppe Schafe
Kam halt mitten auf dem Weg. Links und rechts kaum Platz zum ausweichen. Als sie mich gesehen haben, sind sie ein Stück an den Rand und dort stehen geblieben. Und haben gewartet. Klar: ein Schaf, das steht, kann keinen Unfall bauen. Und als ich neben ihnen war, sind sie sofort weiter gegangen. Fast so, wie wenn man einem breiten Fahrzeug auf so einer Straße begegnet.
Kurz später war sogar nochmal ein bisschen witziger. Rechts am Rand eine Gruppe von 5 Schafen, links am Rand Mama-Schaf und 2 Lämmer. Sie sehen mich, Mama Schaf geleitet ihre Lämmer noch weiter an den Rand und alle bleiben erstmal stehen und beobachten. Sie sehen, dass ich auch still stehe. Dann dreht sich Mama Schaf um und schubst ihre Lämmer vorsichtig an, um auf die rechte Seite zur großen Gruppe zu gehen. Und als alle mit der großen Gruppe vereint sind, kann ich normal losfahren. Kein erschrecken, keine Panik. Einfach ruhig und gelassen ausweichen. Und dabei sogar schlau agieren. Fand ich amüsant.
Also weiter. Über die eigentlich sehr schöne Route 520 zurück gen Westen. Dort hat es heute aber so geschifft, dass wir kein Foto gemacht haben. Die geht von Røldal über das Saudafjellet nach Sauda. Wer will, kann sich hier dazu belesen
Kurz hinter Sauda dann am Ostasteidn rasteplass kurz Pausiert, den dortigen Felsen erklommen und ein Bild in Richtung Sandsfjord gemacht
Zügig wieder weiter. Wir kommen 11:30 am Nesvik ferjekai an und liegen damit extrem gut in der Zeit. Die Fähre kommt ca 12:15 in Hjelmeland an. D.h. wir liegen extrem gut in der Zeit. Noch ca 3h bis Abfahrt, aber nur noch 72km zurückzulegen.
Wir fahren los bei leicht bedecktem Himmel. Kommen kurz vorm Tysdalsvatnet in strömenden Regen. Hinter dem ca 5km langen Tunnel wieder strahlender Sonnenschein. Skandinavien, Baby.
Da jetzt klar war, dass wir jede Menge Zeit haben, in Ruhe tanken gewesen und Mittag gegessen. Lecker Zimtknoten und Blaubeertaler. Mit richtig pürierten Blaubeeren. Herrlich. Weiter zur Fähre und 1h20 zu früh sa gewesen. Also doch erstmal noch zum Joker, Tageseinkauf gemacht und wieder hin. Schlussendlich dann in Forsand auf die Fähre rauf. Die fährt etwas über 2h den gesamten Lysefjord entlang. Wir sind mehrmals in Regenschauer rein gekommen, war aber aushaltbar. Die Fähre hat nämlich neben dem Sonnendeck auch eine Lounge mit großen Fenster. Man bekommt auch einen (sehr rudimentären) Audio Guide kostenlos aufs Handy, der einem dann zu den wichtigsten Stationen 1-2 Kleinigkeiten erzählt. Hier zum Beispiel der berühmte Preikestolen, von unten betrachtet
Am Kjeragbolten kamen wir natürlich auch entlang, wie auch an der Flørlitrappene (höchste Holztreppe der Welt. 4.444 Stufen von der Küste bis zum oberen Ende des Wasserkraftwerks auf ca 750m Höhe)
Dann noch ein geradezu absonderliches Bild. Ein 3-Master mit bestimmt 20 Leuten an Deck. Kein Segel ist gesetzt, stattdessen kommt hinten ein Wasserstrahl raus. Und vorne ist seitlich ein Schlauchboot, das augenscheinlich mit Vollgas die Lenkung übernimmt.
Weird.
Ja und zum Abschluss ging es noch von Lysebotn die herrliche Strecke hoch mit auch wieder beeindruckenden Ausblicken auf das Fjell
In unsere vorletzte Unterkunft. Schade, dass es schon wieder vorbei ist. Das war jetzt der letzte Fjord diesen Urlaub (vom Oslofjord einmal abgesehen). Aber, immerhin, morgen soll es zwar kalt aber weitestgehend regenfrei werden