Heute bin ich ganz schön genervt. Aber nicht vom Wetter. Heute war das schlechteste Wetter der ganzen Woche angesagt, wir hatten aber exakt gar keinen Regen unterwegs. Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad, leicht bewölkt - perfekt.
Genervt bin ich von Menschen. Unmengen an Menschen in den Touristenzentren des Landes. Unzählige Wohnmobile, die sich in quälend langsam den Berg hoch schieben. Dutzende Autos, die mitten im zähflüssigen Verkehr einfach mit Warnblinker stehen bleiben, um ein paar Fotos zu schießen. Es ist zum Mäuse melken.
Aber der Reihe nach
Hier die Calimoto Zusammenfassung: 299km in 6:06h
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Gefahren sind wir von Eide nach Byrkjelo über Trollstigen und Geiranger. Norwegen-erfahrene wissen jetzt vermutlich schon, wovon ich genervt bin.
Aber von vorne: der Tag beginnt mit der positiven Überraschung, dass vom Regen weit und breit keine Spur ist, auch auf dem Regenradar nicht. 14 Grad und bewölkt lässt sich aushalten. Woohoo. Also Sachen gepackt, Hütte gereinigt und los. Nach weniger als einer Stunde kamen wir an die erste Fähre. Wir haben uns hinter den anderen Motorrädern in der 2. Reihe angestellt. Die Verladedame mag aber Motorräder nicht sonderlich. Nicht nur hat sie uns nicht eher rauf gelassen (was bei den meisten Fähren hier passiert), sondern uns dann auch noch so hingestellt, dass wir mit als letzte von der Fähre wieder runterkommen. Na toll. Und dann ist beim andocken der Fähre ein Malheur passiert: es gab einen ordentliche Ruck zur Seite. Motorradfahrer saßen aber alle schon wieder auf ihren Böcken. 2 der 7 Moppeds lagen anschließend, darunter auch Paulas F. Weil wir da hinten so gequetscht standen, ist sie mit ihrem Scheinwerfer mein Nummernschild entlang geratscht. Kleine Blessuren am Scheinwerfer der F (nix, was man nicht wieder raus poliert bekommen würde)
Und ein leicht verbogenes und zerkratztes Nummernschild an der AT. Die größte Delle war diesmal in Paulas Ego. Aber die bekommen wir auch wieder ausgebeult ![]()
Dann weiter und so gut es denn hinter den ganzen WoMos ging die Gegend genossen. Hier ein Blick auf den Rømsdalsfjorden von einem verlassenen Steg aus
Und dann kam schon der Trollstigen. Wetter war gut (unsere Wetter-Trefferquote ist hier bisher etwa 50%), aber der Verkehr ist zum abgewöhnen. Die Straße hoch ist halt relativ schmal. 2 Autos müssen schon aufpassen beim aneinander vorbei fahren. Ein jedes WoMo ist kaum schneller als mit Schrittgeschwindigkeit unterwegs. Und wenn sich 2 WoMos treffen, geht das üblicherweise mit 1-3 Minuten Komplettstillstand für mindestens eine der beiden Richtungen einher. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass zu jedem Zeitpunkt um die 10-15 WoMos pro Richtung versuchen, da hoch oder runter zu kommen, ist einfach kein vorankommen mehr. Merke: wird zukünftig ausgespart. Ich dachte beim letzten Mal, dass das Problem war, dass wir am Wochenende da waren. Dem ist aber nicht so. Der ist einfach nur inzwischen dramatisch überlaufen. Versteh ich, die Ausblicke sind schon schön. Kann man aber in der Saison einfach nicht mehr hin.
Als wir dann endlich drüber waren, noch kurz ein Bild vom dahinter liegenden Nationalpark gemacht
Und dann weiter.
Beim Anstehen für die 2. Fähre nach Eidsdal (die, die man nehmen muss, wenn man vom Norden zum Geiranger will), dann das 2. Malheur. Diesmal komplett meine Schuld. Ich hatte den Seifenständer ausgeklappt und das Mopped darauf abgestellt, die Beine dann auf die Rasten und nach hinten ans Topcase angelehnt. Die Straße war aber leider nach rechts leicht abschüssig und das Fahrwerk ist offenbar unter meinem Gewicht langsam eingesackt. Bis ich gemerkt habe, dass ich umkippe, war es schon zu spät. Ich also nach rechts umgekippt und da stand natürlich Paula auf ihrem Motorrad. Paula Also nach rechts umgekippt und im Graben gelandet. Sie lag dann auf dem Rücken im Graben (vielleicht 20cm tief, also nicht schlimm) und kam erst nicht hoch, ich lag zwischen den Motorrädern mit einem Lachkrampf ob des dämlichen Umfallgrundes und die Moppeds lagen nebeneinander auf der Straße. Wir haben uns beide erstmal 2 Minuten lang die Seele aus dem Leib gelacht, bis Paula sich aus dem Graben hoch gekämpft und ich mich endlich aufgerappelt hatte. Zwischenzeitlich kam der Fahrer des Autos hinter uns dazu und wollte uns beim aufstellen der Moppeds helfen uns war sichtlich verwirrt von der Lage. Da liegen 2 Motorräder auf der Straße und die Fahrer liegen lauthals lachend daneben. Naja Wir haben also die Moppeds wieder hingestellt und weiter angestanden.
Es hätte uns bereits ein Zeichen sein sollen, dass wir erst auf der 3. Fähre nach unserer Ankunft drauf waren (40 Minuten Wartezeit für die 20 Minuten Überfahrt). Dann haben die die Fähre noch falsch beladen (die, die als letztes in die Warteschlange kamen, wurden als erstes verladen), wodurch wir dann wieder ganz hinten in der Ecke standen und im letzten Drittel der runter fahrenden waren.
Wieder unzählige WoMos in atemberaubend langsamer Geschwindigkeit die Straße Richtung Geiranger genommen und wir ganz hinten dran. Juchee. Die haben wir aber augenscheinlich alle überholt. Die sind nämlich alle in den Tunnel abgebogen, wir sind aber geradeaus weiter die alte Bergstrecke weiter gefahren. Und hatten danach auf einmal keine WoMos mehr vor uns. Aber unzählige andere Touris. Am "Adlerkehre" Aussichtspunkt (Ørnesvingen) war etwa 10 Minuten Stop and Go Stau, weil halt alle einfach anhalten und warten, dass da ein Parkplatz frei wird oder sich eben mit Warnblinker hinstellen und erstmal in Ruhe Fotos schießen. Am Geiranger kommt aber noch hinzu, dass sich abertausende Kreuzfahrttouristen in Bussen und zu Fuß die Berge hoch und runter schwemmen. Ihr macht euch wirklich keine Vorstellung davon, wie viele Menschen da sind. Wir haben knapp eine Stunde gebraucht für die 25km von kurz vor der Adlerkehre bis hinter den Dalsnibba. Wir haben nirgendwo freiwillig angehalten und keine Fotos gemacht. Ich war einfach nur noch des Todes genervt und wollte da so schnell wie möglich wieder weg.
Hinterm Geiranger mussten wir dann den Gamle Strynefjellsvegen einsparen (etwas über 20km lange alte Schotterstraße aus der Zeit vor den Straßentunneln), weil wir schon viel zu spät dran waren. Sind dann noch auf einen Parkplatz abgefahren und gesehen, dass 2 Schafe das eine Auto dort ziemlich schaf fanden
Die wollten eigentlich los fahren, die beiden Schafe haben sich aber erstmal genüsslich an der Stoßstange geschuppert. Während Mama Schaf den Blick in die Ferne genießt
Da war meine Laune wieder etwas besser.
Von dort dann weiter und in Hjelle noch ein eher erschreckend es Bild vom Bondshusbreen gemacht
Kaum noch was da.
Dort dann weiter über Stryn, den Innvikfjorden umrundet und von Utvik noch ein schönes Foto geschossen
Und anschließend in Byrkjelo in unsere Unterkunft eingekehrt. Morgen ist wieder Pausentag, also wird es weniger Bilder geben.
Aber noch ein Exkurs zu Spritpreisen: die sind tendenziell deutlich niedriger als in D , aber die Ausschläge (Preisunterschiede zwischen beieinander liegenden Tankstellen) sind noch krasser. Das günstigste, was ich bisher gesehen habe, sind knapp unter 16 NOK, also etwa 1,40€
Das teuerste war heute mit fast 23 NOK, also etwa 2,10€
Gestern war an einer Stelle der Preisunterschied zwischen 2 Tankstellen, die vielleicht 5km auseinander lagen, ganze 6 NOK, also 55 Cent. Ganz so krass kenne ich das aus Deutschland nicht.
Der niedrige Verbrauch gleicht das aber wieder aus. Ich habe bisher hier im Land 89 l verbraucht und bin 2049km gefahren, macht also einen Schnitt von 4,34
Mein langfristiger Schnitt mit der AT (2017er CRF1000L) sind 4,78