Beiträge von bwm

    Heute bin ich ganz schön genervt. Aber nicht vom Wetter. Heute war das schlechteste Wetter der ganzen Woche angesagt, wir hatten aber exakt gar keinen Regen unterwegs. Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad, leicht bewölkt - perfekt.


    Genervt bin ich von Menschen. Unmengen an Menschen in den Touristenzentren des Landes. Unzählige Wohnmobile, die sich in quälend langsam den Berg hoch schieben. Dutzende Autos, die mitten im zähflüssigen Verkehr einfach mit Warnblinker stehen bleiben, um ein paar Fotos zu schießen. Es ist zum Mäuse melken.




    Aber der Reihe nach


    Hier die Calimoto Zusammenfassung: 299km in 6:06h

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    Gefahren sind wir von Eide nach Byrkjelo über Trollstigen und Geiranger. Norwegen-erfahrene wissen jetzt vermutlich schon, wovon ich genervt bin.


    Aber von vorne: der Tag beginnt mit der positiven Überraschung, dass vom Regen weit und breit keine Spur ist, auch auf dem Regenradar nicht. 14 Grad und bewölkt lässt sich aushalten. Woohoo. Also Sachen gepackt, Hütte gereinigt und los. Nach weniger als einer Stunde kamen wir an die erste Fähre. Wir haben uns hinter den anderen Motorrädern in der 2. Reihe angestellt. Die Verladedame mag aber Motorräder nicht sonderlich. Nicht nur hat sie uns nicht eher rauf gelassen (was bei den meisten Fähren hier passiert), sondern uns dann auch noch so hingestellt, dass wir mit als letzte von der Fähre wieder runterkommen. Na toll. Und dann ist beim andocken der Fähre ein Malheur passiert: es gab einen ordentliche Ruck zur Seite. Motorradfahrer saßen aber alle schon wieder auf ihren Böcken. 2 der 7 Moppeds lagen anschließend, darunter auch Paulas F. Weil wir da hinten so gequetscht standen, ist sie mit ihrem Scheinwerfer mein Nummernschild entlang geratscht. Kleine Blessuren am Scheinwerfer der F (nix, was man nicht wieder raus poliert bekommen würde)

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    Und ein leicht verbogenes und zerkratztes Nummernschild an der AT. Die größte Delle war diesmal in Paulas Ego. Aber die bekommen wir auch wieder ausgebeult :)


    Dann weiter und so gut es denn hinter den ganzen WoMos ging die Gegend genossen. Hier ein Blick auf den Rømsdalsfjorden von einem verlassenen Steg aus

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    Und dann kam schon der Trollstigen. Wetter war gut (unsere Wetter-Trefferquote ist hier bisher etwa 50%), aber der Verkehr ist zum abgewöhnen. Die Straße hoch ist halt relativ schmal. 2 Autos müssen schon aufpassen beim aneinander vorbei fahren. Ein jedes WoMo ist kaum schneller als mit Schrittgeschwindigkeit unterwegs. Und wenn sich 2 WoMos treffen, geht das üblicherweise mit 1-3 Minuten Komplettstillstand für mindestens eine der beiden Richtungen einher. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass zu jedem Zeitpunkt um die 10-15 WoMos pro Richtung versuchen, da hoch oder runter zu kommen, ist einfach kein vorankommen mehr. Merke: wird zukünftig ausgespart. Ich dachte beim letzten Mal, dass das Problem war, dass wir am Wochenende da waren. Dem ist aber nicht so. Der ist einfach nur inzwischen dramatisch überlaufen. Versteh ich, die Ausblicke sind schon schön. Kann man aber in der Saison einfach nicht mehr hin.


    Als wir dann endlich drüber waren, noch kurz ein Bild vom dahinter liegenden Nationalpark gemacht

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    Und dann weiter.


    Beim Anstehen für die 2. Fähre nach Eidsdal (die, die man nehmen muss, wenn man vom Norden zum Geiranger will), dann das 2. Malheur. Diesmal komplett meine Schuld. Ich hatte den Seifenständer ausgeklappt und das Mopped darauf abgestellt, die Beine dann auf die Rasten und nach hinten ans Topcase angelehnt. Die Straße war aber leider nach rechts leicht abschüssig und das Fahrwerk ist offenbar unter meinem Gewicht langsam eingesackt. Bis ich gemerkt habe, dass ich umkippe, war es schon zu spät. Ich also nach rechts umgekippt und da stand natürlich Paula auf ihrem Motorrad. Paula Also nach rechts umgekippt und im Graben gelandet. Sie lag dann auf dem Rücken im Graben (vielleicht 20cm tief, also nicht schlimm) und kam erst nicht hoch, ich lag zwischen den Motorrädern mit einem Lachkrampf ob des dämlichen Umfallgrundes und die Moppeds lagen nebeneinander auf der Straße. Wir haben uns beide erstmal 2 Minuten lang die Seele aus dem Leib gelacht, bis Paula sich aus dem Graben hoch gekämpft und ich mich endlich aufgerappelt hatte. Zwischenzeitlich kam der Fahrer des Autos hinter uns dazu und wollte uns beim aufstellen der Moppeds helfen uns war sichtlich verwirrt von der Lage. Da liegen 2 Motorräder auf der Straße und die Fahrer liegen lauthals lachend daneben. Naja Wir haben also die Moppeds wieder hingestellt und weiter angestanden.

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    Es hätte uns bereits ein Zeichen sein sollen, dass wir erst auf der 3. Fähre nach unserer Ankunft drauf waren (40 Minuten Wartezeit für die 20 Minuten Überfahrt). Dann haben die die Fähre noch falsch beladen (die, die als letztes in die Warteschlange kamen, wurden als erstes verladen), wodurch wir dann wieder ganz hinten in der Ecke standen und im letzten Drittel der runter fahrenden waren.


    Wieder unzählige WoMos in atemberaubend langsamer Geschwindigkeit die Straße Richtung Geiranger genommen und wir ganz hinten dran. Juchee. Die haben wir aber augenscheinlich alle überholt. Die sind nämlich alle in den Tunnel abgebogen, wir sind aber geradeaus weiter die alte Bergstrecke weiter gefahren. Und hatten danach auf einmal keine WoMos mehr vor uns. Aber unzählige andere Touris. Am "Adlerkehre" Aussichtspunkt (Ørnesvingen) war etwa 10 Minuten Stop and Go Stau, weil halt alle einfach anhalten und warten, dass da ein Parkplatz frei wird oder sich eben mit Warnblinker hinstellen und erstmal in Ruhe Fotos schießen. Am Geiranger kommt aber noch hinzu, dass sich abertausende Kreuzfahrttouristen in Bussen und zu Fuß die Berge hoch und runter schwemmen. Ihr macht euch wirklich keine Vorstellung davon, wie viele Menschen da sind. Wir haben knapp eine Stunde gebraucht für die 25km von kurz vor der Adlerkehre bis hinter den Dalsnibba. Wir haben nirgendwo freiwillig angehalten und keine Fotos gemacht. Ich war einfach nur noch des Todes genervt und wollte da so schnell wie möglich wieder weg.


    Hinterm Geiranger mussten wir dann den Gamle Strynefjellsvegen einsparen (etwas über 20km lange alte Schotterstraße aus der Zeit vor den Straßentunneln), weil wir schon viel zu spät dran waren. Sind dann noch auf einen Parkplatz abgefahren und gesehen, dass 2 Schafe das eine Auto dort ziemlich schaf fanden

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    Die wollten eigentlich los fahren, die beiden Schafe haben sich aber erstmal genüsslich an der Stoßstange geschuppert. Während Mama Schaf den Blick in die Ferne genießt

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    Da war meine Laune wieder etwas besser.


    Von dort dann weiter und in Hjelle noch ein eher erschreckend es Bild vom Bondshusbreen gemacht

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    Kaum noch was da.


    Dort dann weiter über Stryn, den Innvikfjorden umrundet und von Utvik noch ein schönes Foto geschossen

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    Und anschließend in Byrkjelo in unsere Unterkunft eingekehrt. Morgen ist wieder Pausentag, also wird es weniger Bilder geben.


    Aber noch ein Exkurs zu Spritpreisen: die sind tendenziell deutlich niedriger als in D , aber die Ausschläge (Preisunterschiede zwischen beieinander liegenden Tankstellen) sind noch krasser. Das günstigste, was ich bisher gesehen habe, sind knapp unter 16 NOK, also etwa 1,40€


    Das teuerste war heute mit fast 23 NOK, also etwa 2,10€


    Gestern war an einer Stelle der Preisunterschied zwischen 2 Tankstellen, die vielleicht 5km auseinander lagen, ganze 6 NOK, also 55 Cent. Ganz so krass kenne ich das aus Deutschland nicht.


    Der niedrige Verbrauch gleicht das aber wieder aus. Ich habe bisher hier im Land 89 l verbraucht und bin 2049km gefahren, macht also einen Schnitt von 4,34


    Mein langfristiger Schnitt mit der AT (2017er CRF1000L) sind 4,78

    Nach dem Aursjø-Intermezzo ging es zum Pausenort. Zunächst am Eikesdalsvatnet lang

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    Mit kurzem Blick auf den berühmten (inzwischen aber künstlich am Leben gelassenen) Mardalsfossen

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    Wir haben eigentlich den Pausenort am Langfjorden von 2023 gesucht, auf dem wir den Aursjøvegen überhaupt erst entdeckt haben. Haben ihn aber einfach nicht gefunden. Mehrere kleine Rastplätze später dann beschlossen, dass das nichts mehr wird und daher eine ehemalige Küstenstraße genommen, die inzwischen eigentlich von einem Tunnel umfahren wird und dort dann ein paar Bänke entdeckt und spontan Pause gemacht. Diesmal ist ein Alex-Suchbild enthalten

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    Der eigentlich gesuchte Pausenort kam dann übrigens ungefähr 2km später, war aber ziemlich voll und nicht ansatzweise so schön, wie der "neue".


    Von dort ging es dann stramm nach Norden bis zum Ende. Vorbei an mehreren Fjorden (wo man dann zeitweise auch mal ein ganzes Stück gen Süden gefahren ist, um auf die andere Fjordseite zu kommen und dort dann weiter nach Norden zu fahren). Es ging auch über die Gjemnessundbrua

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    Und weiter nach Norden bis Kristiansund. Und wir haben uns ein wenig gewundert, wie viele Geschäfte es dort gibt. Scheinbar halten dort gerne mal Kreuzfahrtschiffe und auch die Hurtigruten fährt hier hin. Gut für uns: im dortigen Biltema gab es für einen sehr schmalen Taler (unter 1€) 2 CR2032 Batterien (Paulas Motorrad hat seit ein paar Tagen gemeckert, dass die Schlüsselbatterie bald alle ist) und wir konnten im ersten Self Wash, den wir entdeckt haben, mal die Motorräder waschen

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    Früher gab es häufig self wash Anlagen an Tankstellen. Inzwischen sind die meisten Tankstellen unbemannt und auch die ehemaligen Self Wash Boxen stehen zwar noch, gehen aber nicht mehr. War jetzt tatsächlich das erste Mal diesen Urlaub, dass wir so eine Anlage in funktionstüchtig entdeckt haben.


    Hinter Kristiansund ging es dann weiter über Hinterstraßen der Atlantik-Straße

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    Zur berühmten Brücke in den Himmel, der Storseisund-brua

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    Ist ganz witzig anzusehen, gerade aus der Perspektive. Man sieht ja nicht, wo die Brücke hin führt. Aber: viel zu bekannt und deshalb viel zu voll. Für die 2 Sekunden, auf denen dort mal kein Fahrzeug drauf sichtbar war, musste ich ~5 Minuten warten und immer wieder versuchen. Auch auf dem Parkplatz wo wir standen, alles voller Menschen und deren Blechdosen. Also wenn man in der Gegend ist, kann man sie mitnehmen, aber würde bei mir jetzt nicht auf einer "muss man unbedingt mal hin" Liste landen.


    Da schon eher unsere heutige Hütte. Die hat ein eigenes Wohnzimmer,

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    Eigenes Bad

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    Und eine Veranda mit Ausblick auf den Nåsavatnet

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    Hier lässt's sich aushalten.


    Ab morgen soll es hier wohl überall ziemlich viel Regen geben, also stellt euch auf weniger schöne Bilder ein

    Und auch Tag 8 war wieder herausragend schön. Es ging von Ålvund über den Aursjøvegen und die Atlantikstr nach Eide. Die Tour war mit 291km etwas kürzer, weil dank Aursjøvegen ein signifikanter Schotteranteil dabei war. Fahrzeit daher dennoch 5:54h

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    Und eben weil wir den Aursjøvegen gefahren sind und heute auch wieder Bombenwetter hatten, brauche ich 2 Beiträge für die Bilder. Entschuldigt bitte.


    Ja also morgens habe ich noch eine Anfrage im Mini Forum beantwortet (hatte da eine Anleitung zur "unsichtbaren" Kabelverlegung für eine Handyhalterung angefangen, aber nie fertig geschrieben), dadurch kamen wir etwas später los als üblich. War aber nicht schlimm, habe dennoch alles geschafft.


    Ja also morgens ging es direkt zum Aursjøvegen. Man hat richtiges Alpenfeeling da, wenn sich die Sonne morgens gegen 1030 Uhr langsam über die Berge kämpft und Paula die schnurpseligen Kurven mit Wonne nimmt

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    Wenig später kommen auch schon die ersten nur mäßig befestigten Wege, noch immer tief im Schatten

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    Und dann kam ich auf die besonders schlaue Idee, statt der eigentlichen Straße einen Weg, der keiner war, aber so aussah zu nehmen. Am Anfang sah das noch nach einer guten Idee aus

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    Und war auch aus der Ferne schön anzusehen

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    Schlau war die Idee aber trotzdem nicht. Wenig später ging es nämlich für mich auf dem Motorrad nicht mehr weiter

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    Sehr grobes Geröll, komplett unverdichtet. Das war von oben so nicht zu sehen.


    Die tollste Frau der Welt durfte dann ein ganzes Stück in Motorradklamotten zu mir hin stapfen, mit beim Aufstellen des Moppeds helfen, und danach wieder zurück stapfen. Danke, Schatz <3


    Während sie zurück gestapft ist, habe ich kurz das Ego wieder gerade gerückt und bin zurück gefahren. Das Ego war dringend nötig, ich hatte nämlich auf dem Weg dorthin schon ein ähnlich schweres Stück bezwungen (auch grobes Geröll, aber etwas fester und eben) und das musste ich ja jetzt nochmal fahren. Mit genügend Gas ging aber auch das und dann haben wir unsere Tour danach fortgesetzt.


    Der Aursjøvegen ist klasse. Es gibt Schotterwege bis zum Horizont

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    Asphaltstraßen bis zum Horizont

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    Und Ausblicke zum dahin knien

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    Einfach wow

    Heute war wieder ein Hammertag. Wir sind 334km in 5:28h gefahren, von Hitra nach Ålvund.

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    Und wir sind endlich in der Fjordgegend angekommen. Bei geradezu kaiserlichem Motorradwetter (zwischen 11 und 20 Grad, strahlender Sonnenschein) macht die Fahrerei hier einfach eine Riesenlaune. Man sieht ja am Höhenprofil, dass wir uns viel auf niedrigen Höhen aufgehalten haben (wobei die Angabe nicht wirklich stimmen kann, wir waren auf mehreren Fjordfähren, die ja nun per Definition auf 0m liegen müssten. +- eine handvoll Meter Tidenhub, aber auf keinen Fall die ganze Zeit über 50.


    Nun ja sei es drum. Die Tour war absolut GEIHEL!


    Morgens ging es bei leichter Bewölkung und 11 Grad recht dick angezogen los. Weil die Wäsche über Nacht nicht trocken geworden ist, mussten wir uns was einfallen lassen. Das gute ist ja, dass man am Motorradlenker rechts eine Einrichtung hat, mit der man den Fahrtwind schneller machen kann. Wenn man den Wind schnell genug macht, trocknen auch die Klamotten recht zügig

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    Allerdings muss man aufpassen, dass man den Wind nicht zu schnell macht. Die Polizei hier hat da sehr teure Einwände dagegen. Auf manchen Strecken kann sich die Fahrt dann ganz schön ziehen. Manchmal fühlt es sich so an, als ob man Rückwärts fährt. Das dachte sich wohl auch diese Fliege und klebte dann von hinten an meinem Tacho

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    Alternativ ist es natürlich theoretisch auch möglich, dass sie mit deutlich über 100 Sachen von hinten angerauscht kam, das weiß ich nicht. Es ging alles so schnell. Jedenfalls ist auch die tote Fliege dank dem Fahrtwind-Drehregler am Lenker relativ schnell getrocknet.


    Aber ihr wollt ja Bilder sehen. Daher hier erstmal ein Bild unserer heutigen Unterkunft (in Einheit mit einem "ja wo ist denn die Paula?" Suchbild für die Kinder)

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    Und unserem heutigen Blick aufs Meer

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    Heute hatten wir auch die ersten regulären Fähren dieses Urlaubs , hier eine über den Valsøyfjorden von Arasvika nach Hennset

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    Zum Mittag sind wir heute in einem herrlichen kleinen Restaurant eingekehrt. Das Gebäude mehrere hundert Jahre alt und mit ganz viel originalem Charme erhalten. Die sehr freundliche Bedienung dort, die vermutlich um die 30 war, konnte neben Norwegisch und Englisch sogar ganz passables Deutsch. Das ist eher ungewöhnlich. Ältere Menschen hier können zu großen Teilen noch Deutsch aus der Schulzeit, bei den jüngeren ist das aber selten geworden. Die Karte ist sehr überschaubar, was ich grundsätzlich sehr sympathisch finde. Es gibt mehr Parkplätze für Boote, als für Autos aber das sei hier in der Gegend verziehen (von den 5 Gästegruppen inklusive uns, die da waren, kamen 3 mit Booten). Das Essen war aber super frisch und extrem lecker. Hier eines der scheinbar auch Norwegischen Nationalgerichte: Fish & Chips

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    Dann hier noch ein Bild von einer kleinen Fjordbrücke

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    Und mein bisheriges Foto-Highlight von der Insel Tustna über einen Fjord (ich finde es unglaublich schwer, den Namen eines Fjordes herauszufinden) auf den Innbergsalen (der rechteste der Gipfel, der immerhin 908m aus dem Meer herausragt)

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    Ich liebe Norwegen einfach :)

    Nachdem wir beide ganz gut geschafft waren, sind wir wie erwartet auch zügig eingeschlafen. Heute kamen wir aber dafür so gar nicht in die Gänge und haben es damit den Schafen hier gleich getan

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    Wer noch nie in Skandinavien war, wird das eventuell etwas verwirrend finden, aber hier führen Hinterlandstraßen immer durch Weidegebiete von Kühen und - vor allem - Schafen durch. Dadurch hat man regelmäßig auch welche auf der Straße liegen oder an der Straße entlang laufen. Die meisten kennen Autos und Motorräder und schauen höchstens einmal kurz hoch, manche jungen Lämmer verfallen dann aber I Panik und rennen auf einmal über die Straße, daher muss man da immer vorsichtig vorbei. An sich aber überhaupt kein Problem - die machen da einfach ihr Ding.


    Gestern Abend vorm Schlafen gehen hat Paula auch noch ein Bild mit ihrem Klassenmaskottchen aufgenommen. Sie ist ja Grundschullehrerin und hat die Mäuse-Klasse, da hat sie dann auch immer ein Klassenmaskottchen (Mika - bewusst geschlechtsneutral), um das sie dann auch immer ein bisschen die Aufgaben baut. Und in den Ferien darf Mika immer mit und dann werden Fotos geteilt, wo Mika schon so überall war.

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    Ja ansonsten war es heute eine echt schöne Tour. Temperaturen waren anfangs eher niedrig (bis auf 8 Grad runter), haben sich dann aber im Tagesverlauf zwischen 12 und 14 eingependelt. Leicht bewölkt, bis auf einen kurzen Schauer auch kein Regen. Ideale Bedingungen zum Motorrad fahren :) wir sind heute 343km in 5:27 gefahren. Route war von Opplev nach Hitra, inkl. Umrundung der Inseln Frøya und Hitra.

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    Damit haben wir heute auch das erste Mal Ozeanluft geschnuppert wie hier an unserem Mittagsstopp am Hemnskjel Feriesenter kurz vor der Brücke nach Hitra

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    Und noch ein erster kleiner schöner Blick kurz nach dem Mittag

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    Ansonsten Hitra und Frøya sind bisher fahrerisch die Highlights gewesen. Erstens hat das Wetter gepasst wie die Faust aufs Auge und außerdem sind die Inseln einfach richtig schön. Sind schon im bergigen, zerklüfteten Bereich Norwegens und am Meer, dadurch haben sir halt diese einmalige Landschaft, die Norwegen so besonders macht.

    Hier ein Bild vom Südwestlichen Ende Hitras, das hat Paula sehr gut getroffen, wie ich finde

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    Hier eine herrliche "Corkscrew" Kurvenkombination am nördlichen Ende Hitras

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    Und nach dem Abendessen musste ich "leider" nochmal los, die Nudeln holen, die wir beim ersten Einkauf heute leider vergessen haben. Sonntag sind auch hier alle Geschäfte zu, daher im Sonnenuntergang (der geht hier mehrere Stunden) noch diese Meerenge von Hitra in Richtung Festland vor die Linse bekommen

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    Es ist einfach herrlich hier :)


    Der Campingplatz ist auch was besonderes diesmal. Mit 575 NOK (ca 52€) für die Hütte sehr günstig (Duschen sind inklusive und sehr schön hergerichtet) und wird betrieben von ich glaube 2 Niederländern, die hier hin ausgewandert sind. Der ganze Platz ist voller deutscher, aber ich glaube, das ist hier insgesamt so. Hitra ist aus irgendeinem Grund extrem bekannt unter Anglern.

    Hütte ist auch wieder echt hübsch und gut gemacht

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    Ich will schon wieder hier bleiben. Norwegen ist so ein tolles Land. Naja aber ich habe zumindest Frauchen ein Norwegen-Kissen gekauft (sie freut sich wie Bolle über sowas), so können wir zumindest ein bisschen Norwegen mit nach Hause nehmen :)

    Ich mag die Prozentangaben nicht, weil das höchst subjektiv ist und die meisten ihren Anteil an Offroad massiv überschätzen, aber die Reifen zählen wohl zu den 90/10 Profilen. Wir haben beide Conti Trail Attack 3 drauf. Mit ein bisserl Erfahrung im offroaden geht das auch mit den Reifen. Und die haben wir zum Glück beide. Hier ist Paula bei der Hessler Sommer Offroad Days

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    Und hier ich beim schönen Schottern in Ligurien (auf der LGKS bzw alta via del sale)

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    Heute ein kurzer Bericht, da wir nicht viele Fotos gemacht haben. Wie hatten heute Pausentag und sind nur zum Opplev Oppdal gefahren und haben dort Rafting und Ziplining gemacht. Ich hab irgendwann vor 20 Jahren mal auf einer Klassenfahrt eine Rafting Tour gemacht, Paula noch nie.

    Bilder haben wir davon aber auch keine, da man halt nass wird und daher das Handy nicht so wirklich dabei haben kann. Theoretisch sind die zwar wasserdicht, aber wenn sie nass sind bekommt man den Auslöser eh nicht gedrückt und außerdem hat man im Neoprenanzug keinen Platz dafür.

    Deshalb nur 1 Bild von der Ausrüstung 20260717_102359.jpg

    Und ein Beispielbild von deren Website.

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    Hat echt Spaß gemacht, ist aber mit etwas über 100€ pro Person auch kein Pappenstiel. War das Geld aber wert. Die haben da ja auch recht erheblichen Aufwand mit und die Gruppengröße war auch in Ordnung (9 Leute auf 2 Boote und damit auf 2 Guides). Außerdem sehr schön ausgearbeitet (z.B. ist unterwegs ein Badestopp an einem Felsen, an dem man sich mal im kleinen Klippenspringen versuchen kann. Der ist nur so 3-4m hoch, aber war trotzdem das erste Mal :))


    Danach hatten wir noch eine Zipline Tour im gleichen Park. Da kraxelt man im Prinzip nur immer mal wieder eine Leiter oder Plattform hoch, hakt sich dann in die Zipline ein und lässt sich die Leine entlang sliden.

    Hier Paula beim Absprung (bei der Line musste man etwas Anlauf nehmen, um sicher auf der anderen Seite anzukommen)

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    Und ich bei der Ankunft

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    Und Paula am Lachen 20260717_152608.jpg

    Ich habe nämlich mal ein Selfie gemacht und sir machen nie welche. Paula hat deshalb erstmal ihren Gähner fertig gemacht, weil sie dachte, dass ich mich nur an sie ran kuscheln will, dann aber im Handydisplay eben leicht verzögert ihren weit aufgerissenen Mund gesehen hat und deshalb direkt erstmal einen Lachflash bekommen hat.

    Was daran so besonders war: Paula hat Höhenangst und ein bisschen Angst vor Wasser. Nicht paranoid, aber Kopf unter Wasser mag sie halt überhaupt nicht. Und Höhenangst haben wir gut trainiert, davon ist viel weg gegangen. Aber an einer Stelle musste sie eine 10m hohe Leiter hoch klettern und sich dann auf der Plattform einhängen und umhängen und danach auch noch alleine los springen. Das war schon nicht ohne. Hat sie aber gut gemeistert :)


    Ja und wir sind jetzt gut fertig, daher werden wir heute hoffentlich auch besser schlafen. Vergangene Nacht hat das viele Licht und lange wach gehalten und früh wieder geweckt. Sonnenuntergang ist hier 23 Uhr, Sonnenaufgang 4 Uhr. Davor und danach sind aber noch über 1h Dämmerung und in dem Zelt mit durchsichtigem Dach und durchsichtiger Front wird es dadurch sehr hell. Aber heute sind wir gut geschafft und werden daher wohl gut schlafen :thumbsup:

    Es geht weiter mit Tag 4. Ich hadere sehr mit mir, ob ich den jetzt schreibe, weil es a) schon 22:40 Uhr ist und weil b) unsere Unterkunft bewusst off-grid ist und es sich da irgendwie falsch anfühlt, diesen Reisebericht zu schreiben. Ich kann aber gerade eh nicht schlafen, weil es taghell ist und außerdem bin ich 2 Nächte hier und ich will nicht so weit zurück fallen, deshalb fange ich einfach mal an.


    Der Tag begann wie immer: Aufstehen, Frühstück, Hütte säubern, alles verladen und los. Die Route heute hat in einem großen Bogen von Heidal nach Oppdal geführt. 321km in 6:10h

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    Kurz nach Abfahrt wurde Paula leider zum 2. Mal in den 3 Tagen hier in der Fahrt von einem Vieh im Gesicht erwischt und auch gestochen. Das sind solche Viecher, die ein bisschen aussehen, wie Bienen. Aber sie haben einen kleineren Körper, die Streifen am Hintern sind Weiß-schwarz und wenn man sie zerhaut, kommt aus dem Kopf eine rote Flüssigkeit. Höchst unangenehme Viecher.

    Ist aber zum Glück nix schlimmes passiert. Der Stich ist vom Schmerz und Anschwill-Level etwa auf halber Strecke zwischen Mücken- und Wespenstich. Also kurz mit einem feuchten Lappen kühlen (währenddessen habe ich diese höchst interessanten Spinnenweben in den Bäumen am Straßenrand gesehen)

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    und danach ging es weiter.

    Eine der ersten Stationen war das Ringebufjellet. Wie üblich bei den Fjellen eine beeindruckende Aussicht, die das Handy nicht im Ansatz einzufangen vermag.

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    Ich liebe es, wenn die Straße sich so schön den Berg hoch und runter schlängelt

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    Von dort dann weiter kleine Bergstraßen entlang bis zu einer kleinen Pause am Harrsjøen

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    Anschließend ging es leider fast 80km die überaus langweilige E3 entlang. Von dort deshalb auch keine Bilder, das ist echt einfach nur langweiliges Kilometerfressen. Eine sinnvolle Umfahrung gab es leider nicht.

    Die anschließende E6 konnte man glücklicherweise auf dem Gamle Kongevegen umfahren. Der ist geschottert, aber das ist ja zum Glück mit unseren Reiseenduros kein Problem.

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    Der führt wesentlich höher durch das Tal durch und ist dadurch auch merklich kühler. Da oben waren nur noch um die 28 Grad. Ansonsten der Tag war leider mal wieder von Temperaturen über 30 geprägt. Aber heute Nacht soll es einen krassen Temperatursturz geben, morgen Höchstwert ~15 Grad. Da bin ich mal gespannt, ob sich das Wetter hält, wir gehen nämlich morgen raften und ziplinen.


    Ach ja noch ein Einschub zur Maut: Norwegen hat nachgerüstet. Die meisten der offiziellen Mautstraßen, auf denen auch Motorräder bezahlen müssen (die Schotterstraßen, von denen ich schon berichtet habe, z.B. der peer Gynt vegen), laufen inzwischen über youpark.no

    Und die lassen ausländische Kennzeichen, die nicht automatisch erkannt wurden, nicht mehr (wie noch 2023) einfach unter den Tisch fallen, sondern da schaut dann ein Mensch drauf und liest das Kennzeichen manuell ab. Dadurch mussten wir bisher alle 3 Mauten doch bezahlen. Das interessante daran ist: man hat sowieso nur 48h, um die Maut online zu bezahlen. Sonst geht es bei ausländischen Kennzeichen an ein Inkasso Unternehmen mit entsprechenden Gebühren. Davon geht aber gut die Hälfte (also rund 24h) schon dafür drauf, dass ein Mensch manuell das Kennzeichen ablesen muss. Schlussendlich hat man also zumindest auf dem Papier nur ein 24h langes Zeitfenster zwischen 24 und 48h nach Ausfahrt aus dem Mautweg, um zu bezahlen.


    Nicht verwechseln: die reguläre Straßenmaut, die vom Norwegischen Staat erhoben wird, um größere Bauprojekt gegenzufinanzieren, ist weiterhin für Motorräder kostenlos. Das hier sind Straßen, die in privater Hand sind und privat abgerechnet werden.


    Nun gut das eigentliche Highlight heute ist die Unterkunft. Wir sind im "Dome" vom "Wild River Glamping"

    Die haben hier 3 Unterkünfte, die sehr remote und ganz absichtlich komplett "off-grid" sind. Jede Unterkunft ist außer Sicht-und Hörweite der anderen und etwa 5 min zu Fuß vom Parkplatz entfernt. Jeder hat ein eigenes (Plumps-) Klo und es gibt eine Dusche und Sauna im Eingangsbereich, die man sich teilt.

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    Es gibt eine Outdoor-Feuerstelle, die gleichzeitig die Kochstelle ist

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    Und es gibt einen Ausblick auf den Driva, der zum dahinschmelzen ist

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    Wenn das Ding mit knapp über 200€ pro Nacht nicht so unverschämt teuer wäre, könnte ich das bedingungslos empfehlen. Dafür sind zwar Bettwäsche, Handtücher, Sauna und Endreinigung inklusive, aber 200€ sind halt schon echt steil. So kann man es sich mal gönnen, wenn man mal was erleben will, aber viel mehr als 1-2 Nächte sind bei dem Preis wohl eher nicht drin.


    Und man sollte Bedenken, dass es durch das durchsichtige Dach auch jetzt (0 Uhr) noch sehr hell ist. Ich hau mich jetzt endlich mal hin

    Ach, da war ja noch was. Entschuldige.

    Kohle ist auch da, einzig das wichtigste fehlt: Die Zeit! 😕

    Dazu fällt mir ein Spruch ein, den irgendwann mal irgendwo eine weise Person gesagt haben muss:

    "Zeit hat man nicht. Die muss man sich nehmen." soll heißen: Jeder von uns, komplett unabhängig von Alter, Wohlstand, Geschlecht, Herkunft und allem anderen hat jeden Tag die exakt selben 24h und jedes Jahr die exakt selben 365 (oder 366) Tage zur Verfügung. Und es liegt bei den meisten von uns auch im eigenen Ermessen, wofür man diese Zeit nutzt. Wenn man also mehr Reisen möchte, ist im Prinzip das einzige, was dazu fehlt, es auch zu tun, eine Entscheidung.

    In meinem Fall hat (wie bei vielen) eine Diagnose das ganze Weltbild wieder ein bisschen gerade gerückt und Prioritäten neu sortiert. Ich hatte das Glück, dass die Diagnose kam, bevor es "zu spät" war. Und ich habe noch nie jemanden getroffen, der sich gewünscht hat, in seinem Leben weniger gereist zu sein. Daher wäre mein Tipp an der Stelle: machen. Und bevor man sich Argumente bereitlegt, die im eigenen Fall dem entgegen stehen noch ein Zitat einer weisen Person irgendwann mal:

    "Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe."

    Entschuldige bitte, falls sich das jetzt wie ein Angriff anfühlt. Es ist wirklich nicht so gemeint. Ich brauchte nur selbst den Schubser in die richtige Richtung und ich habe auf Reha auch ein paar Leute kennengelernt, die sich allesamt gewünscht haben, dass sie vor der Diagnose ihr Leben anders gelebt hätten. Ich hatte auch ähnliche Gespräche mit meinen Eltern und Großeltern (bis auf meine Mutter sind die inzwischen allesamt verstorben) und jeder davon wäre gerne mehr gereist und hatte Orte oder Tätigkeiten auf der to do Liste stehen, die dann irgendwann (Alters- oder Krankheitsbedingt) nicht mehr möglich waren.

    Deine Frau fährt die 750er? Geiles Teil! 😅😉

    Wie hast du grad meine Frau genannt? :D

    Jau. Sie hatte von 2015-2020 eine F650GS ,die damals durch einen größeren Schaden im Motor (Steuerkettenspanner hat sich in hunderte Einzelteile zerlegt und im ganzen Motor verteilt) mit 130.000km in Rente gehen durfte. Sie wollte zu dem Zeitpunkt sowieso mal ein bisschen mehr Leistung haben, deshalb hat sie seitdem die F750GS. Die wurde allerdings die letzten 2 Jahre kaum bewegt und hat daher gerade mal 25.000 km runter.


    Ja, Hütten buche ich immer vor. Zu den Gründen und wie genau ich das mache, hatte ich hier ein bisschen was geschrieben.

    bwm

    Das ist vorab sehr hoher Planungsaufwand, dann läuft aber der Urlaub selbst viel entspannter ab. Und ich bin der Meinung, dass man nur so das Zelt und alles, was dazu gehört, zu Hause lassen kann


    Sag ich ja: Schräglage - mehr Schräglage - Rastenkratzen - 90 Grad (die 78 sind Rundungsfehler :D)

    Und weil es so schön war noch ein paar Bonusbilder


    Die Hütte heute ist geradezu riesig.

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    Mit Doppelbett im separaten Schlafzimmer

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    Eigener Wohnküche

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    WLAN und EIGENEM BAD!!!11einself

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    Zur Erklärung: Diese Hütten sind üblicherweise auf Campingplätzen, auf denen man ja im Normalfall nur ein geteiltes Gemeinachaftsbad hat. Ein eigenes Bad ist da geradezu luxuriös


    Ansonsten noch ein Bild von dem Fluss, an dem die Rock Carvings waren

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    Und noch 2 Ausblicke vom Peer Gynt vegen

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    Und dem Aussichtspunkt am Morgen, an dem es uns zu warm war

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    Paula fährt, wie es sich gehört, im Stehen an mir vorbei

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    Dazu auch noch eine Erklärung für nicht-Motorradfahrer: auf losem Untergrund lässt es sich nicht vermeiden, dass das Motorrad immer mal wieder ein paar cm Seitwärtsbewegung macht. Wenn man auf einem Stein ist, der unter dem Gewicht davon schnellt oder weg rollt oder sowas, da macht das Motorrad eben einfach einen kleinen Satz zur Seite. Beim Auto stützt in dem Moment das andere Rad, beim Motorrad rutscht das Rad einfach. Das ist ganz normal. Im Sitzen merkt man diese Bewegungen des Töffs sehr intensiv und versucht instinktiv, dagegen zu arbeiten. Das schafft man aber nicht, weil man dann teilweise "über"steuert und sich außerdem total verausgabt. Deshalb ist die Devise hinstellen. Man gibt dann mit dem Lenker die Richtung vor und lässt das Motorrad unter einem alleine die Arbeit machen. Man fährt im Stehen deshalb eine saubere Linie und braucht erheblich weniger Kraft.


    Und noch ein Blick auf den Gålåvatnet, für den wir leider in dem Moment Temperaturbedingt überhaupt keine Bewunderung übrig hatten

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    Soooo, Tag 3 ist auch überstanden. Ihr werdet euch jetzt sicher fragen Moment... Überstanden? Sind die nicht im Urlaub? Muss man da die Tage wirklich überstehen?


    Nun ja.. Das Land ist toll, die Landschaft ist grandios, die Strecken sind wunderschön und die Begleitung ist eh die beste (sie liest hier mit... Hi Schatz :))


    Aber es gibt eben doch einen Faktor, auf den man keinen direkten Einfluss hat. Ich gebe euch als Tipp ein Bild eines witzigen km-Standes heute

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    Und ich bin extra nach Norden gefahren, weil es da normalerweise nicht ganz so warm ist... Ein Satz mit X, das war wohl nix...


    Die Calimoto Zusammenfassung gibt diesmal ganz gut wieder, wie der Tag war. Es ging von Hekshus auf Umwegen nach Heidal. 316km in 5:42

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    Screenshot_20260715_185459_calimoto.jpg

    Wir hatten ein paar richtig schöne, schon fast alpine Passstraßen mit ordentlich Schräglage und einen signifikanten Teil des Tages im Gebirge auf geschotterten Wegen, auf denen natürlich die Schräglage nicht mehr so groß ist, dafür aber die Aussicht umso schöner. Um die Zahlen korrekt einzuordnen: der höchste Berg Norwegens ist knapp unter 2.500m hoch, die Baumgrenze hier in Südnorwegen ist auf nur etwa 1.000m, d.h. wir waren heute schon im "Hochgebirge" unterwegs. Und die Schräglage bei meiner AT geht auf ebener Strecke bis 37 Grad, da setzen die Rasten auf. In manchen Kurven im Gebirge (wenn die Spitzkehre nach innen hin abfallend ist) schaffe ich mal 38 oder 39. Ich habe also heute festgestellt, dass die Beladung ca. 4 Grad maximale Schräglage weg nimmt :)

    Für die nicht Motorrad-Fahrer noch zur Erklärung: Je schräger man wird, desto näher kommen ja die Bauteile des Motorrades der Straße. Wenn ein festes Bauteil aufsetzt, hebelt es das Mopped üblicherweise aus und man fällt hin. Die Fußraste ist bei modernen Motorrädern üblicherweise federnd gelagert und damit kein festes Bauteil mehr. Wenn die also am Boden kratzt, ist das eine akustische Warnung für die letzte Stufe vor 90 Grad Schräglage.


    Morgens ging es ganz gemütlich an der Unterkunft los und schöne Straßen entlang. Leider ist es schon früh unangenehm warm geworden, bei der ersten Pause um 10 waren es schon ~25 Grad. Also ein schattige Plätzchen an einem kleinen Fluss gesucht und den Wasserpegel des Körpers wieder aufgefüllt

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    Beim 2. Stopp gegen 11 Uhr waren es schon 28 Grad. Das hier sind etwa 6.000 Jahre alte Fels"schnitzereien", die Elche zeigen.

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    Der Rest des Tages stand leider komplett im Schatten (haha) der Temperatur. Es pendelte immer zwischen 28 und 33 Grad, wobei die 28 sich dann schon angenehm erfrischend angefühlt haben. Pausenorte wurden fast ausschließlich nach Schatten und Temperatur ausgewählt. Hier zum Beispiel war ein ganz schöner Ausblick, aber weit und breit kein Schatten und 32 Grad. Also nur kurz 2 Minuten gehalten, Foto gemacht und weiter.

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    Die Moppeds sehen so dreckig aus, weil wir da schon auf Schotterwegen unterwegs waren. Das war heute etwa 30-40% der Strecke der Fall. Der größte Teil davon war auf dem sog. Peer Gynt Vegen. Das ist eine mautpflichtige Schotterstraße mit 2 getrennten Abschnitten. Der spannendere und bekanntere südliche Teil kostet stand heute 95 NOK, der weitestgehend menschenleere nördliche Teil nochmal zusätzlich 85 NOK.


    Die beste Frau der Welt fährt natürlich mit

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    Während selbst die Schafe sich den wenigen vorhandenen Schatten suchen

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    Die Ausblicke entschädigen aber selbst für die unangenehm hohe Temperatur

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    Wobei selbige (ihr erinnert euch - Hochgebirge) hier oben mit 28 Grad sogar noch ging.


    Naja wir haben uns dann noch ein paar schöne Straßen entlang gehangelt, die wegen der brütenden Hitze aber kaum zu genießen waren. Sind auf dem Weg zur Unterkunft dann direkt in den Supermarkt rein und weil Paula zu faul war, den Rucksack zu holen (während ich bezahle), hat sie halt gestapelt. Sie hat alles mitbekommen (wenn auch unter Schmerzen) :D

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