Wir hatten heute den ersten Regen des Urlaubs. Woo-hoo. Morgens bei Abfahrt war das alles so extrem feiner Niesel, dass man sich gar nicht sicher war, ob es überhaupt regnet. Man hat keinerlei Plätschern gehört und nur so eine ganz feine Gicht abbekommen, wie am Füße eines Wasserfalls.
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Man sieht auch auf dem Foto keinerlei Regen, nur die vielen "Einschläge" auf dem See. Interessanterweise hat das Regenradar auch gesagt, dass gerade kein Regen ist und auch zeitnah keiner kommt. Wir sind deshalb erstmal ohne Regenkombi los. In der Fahrt war dann aber schnell klar: das ist Regen (ich dachte anfangs, das wäre nur ausfallender Nebel oder sowas). Somit hat uns das Regenradar (nicht der Wetterbericht - das Radar!) innerhalb von 24h in beide Richtungen angelogen. Gestern Mittag hat es behauptet, dass es gerade regnet, obwohl nix war, und heute früh hat es behauptet, dass nix wäre, obwohl es geregnet hat. Also Norwegen nach Wetter zu planen kann man sich m.E. auch sparen.
Nun gut. Die Tour heute war etwas kürzer, wir hatten aber auch ca 50% der Fahrzeit Regen. Es ging von Yndestad nach irgendwo im Nirgendwo nördlich von Evanger. 305km in 6:17h
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Ich wunder mich ein bisschen, wo die Schräglage herkommt. Also wir haben jetzt beide keine Angst vor Regen. Mit guten Reifen kann das Motorrad auch auf Nässe immernoch bis auf die Rasten. Aber bei Regen erhöht sich halt der Effekt von Dreck auf der Straße (wird rutschiger) und außerdem sieht man ihn schlechter, daher fahren wir bei Nässe in unbekannter Gegend (wir sind schließlich sehr absichtlich auf möglichst kleinen Hinterlandstraßen unterwegs) mit dem gebotenen Respekt und eben nicht am Limit.
Naja ich fand die Tour trotzdem schön, Paula nicht ganz so. Ohne Regen hätte sie die auch gut gefunden, so eher naja.
Dabei gibt das Wetter ganz neue Motive her. Wie hier die Wolke, die bis aufs Meer runter reicht, bei der Fährüberfahrt von Lavik nach Ytre Oppedal (eine der bekanntesten Fähren über den Sognefjord).
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Dabei habe ich auch herausgefunden, warum z.B. der Aursjøvegen bisher immer kostenlos für uns war: die Kennzeichenerfassungssysteme hier lesen unser OHV immer als OHM. Warum weiß ich auch nicht. Aber bei den Fähren mussten die das offenbar bisher immer korrigieren. Habe ich heute mitbekommen, weil er meinte, dass ich noch bezahlen müsste und ich dann gesagt habe, dass ich über Ferry Pay registriert bin und er dann meinte nein. Dann hat er nochmal gescannt und ich hab dabei aufs Display geschaut und ihm dann gesagt, dass das Kennzeichen da falsch erkannt wurde.
Mittag war heute ziemlich früh dran, weil entlang der Route sonst weit und breit nichts kam. Keine Restaurants, Imbitanten oder Supermarkusse. Nix und wieder nix. Aber der Laden, den ich gefunden habe, war irgendwie voll knuffig. Kleine Butik in Dingja (Atlantikküste), die das nötigste hat und von allem so ein bisschen. Sie kann einem eine TK Pizza machen, hat Tees da (die überwiegend Gäste aus aller Welt da gelassen haben), sie hat Shrimps ohne Verpackung direkt vom Fischerboot in der TK Truhe, ein bisschen Kinderspielzeug, ein paar morgens frisch gebackene Zimtschnecken. Gegessen werden kann draußen im alten Bootsschuppen. Und sie haben dort das allerwichtigste: eine "shop keeper [who] is so friendly she brings the entire town to life" (Zitat aus einer Rezension). Ein herzensguter und lieber Mensch. Verschnackt sich mit jedem Gast ein bisschen und ist einfach die liebste Omi, die man sich vorstellen kann. Unglaublich sympathisch
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Da habe wir dann wetterbedingt 25km weg geschnitten und sind weiter nach Süden auf die nächste Fähre. Eine ganz kurze von Duesund nach Masfjordnes. Björn (der Neon-Elch, Story aus 2023) hat die Gelegenheit genutzt und erstmal in Ruhe gechillt
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Ansonsten war heute der Tag der Beinahe-Wasserfälle. Wir haben heute wirklich viele gesehen, die an sich Fotowürdig gewesen wären, aber die waren alle in einer touristisch nicht besonders erschlossenen Gegend und dadurch hat man keinen davon gut vor die Linse bekommen. War entweder keine gute Parkmöglichkeit oder ein paar Bäume / Sträucher / Stromleitungen im weg. Hier stellvertretend ein namenloser neben einem Tunnel der E39
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Ansonsten das eigentliche Highlight heute für mich war eben die Gegend, wo die ganzen nicht fotogenen Wasserfälle sind: das obere Ende des Eksingedalen und das Brekkhusfjellet. Das ist die Hinterlandverbindung über die 5410 (so bezeichnet Calimoto die jedenfalls), wenn man nicht die Hauptstraßen E16 und 569 nehmen will. Das ist ein wundervolles winziges Tal, das wir 2019 nicht nehmen konnten, weil kurz bevor wir da waren ein Erdrutsch abging und die Straße komplett blockiert hat. Deshalb dieses Jahr nochmal. Nicht nur exakt 0 WoMos im ganzen Tal, hinter dem Ort Eksingedal kam uns für die verbleibenden 30km kein einziges Auto, Fahrrad, Motorrad oder sonst wie von Menschen betriebenes Fahrzeug entgegen. Herrlich sag ich euch.
Hier am Beginn des Eksingedalen zu dem Bild gibt es eine ganz witzige kleine Geschichte. Ein Stück weiter die Straße entlang war ein Hokz-LKW am rangieren. Wir haben also in der Ausweichbucht angehalten und Motor ausgemacht, dass der da erstmal fertig machen kann. Dann den Blick nach Links schweifen lassen und dort diese Kühe gesehen.
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Die waren (besonders die schwarze im Vordergrund) not very amused über uns. Sie hat laut gemuht, mit dem einen Huf aufgestampft und mehrmals solche Kopfbewegungen á là "ey was willst du? Zieh Leine alter!" gemacht hat. Dann muss man dazu wissen, dass wir ja beide nicht ganz normal sind. Eine von Paulas Macken ist, dass sie Tiere immer vertont. Ich habe also im Intercom die ganze Zeit (immer passend zur aktuellen Bewegung) eine RTL 2 reality TV Vertonung im Ohr. "[Kuh guckt zu uns] ey what isn dit? [Kuh schaut zu den anderen Kühen] Mädels guckt ma hier. Wisst ihr wat dit soll? [Kuh lässt den Kopf nach oben schnellen] Haut ab ihr, sonst gibt's was"
Eine meiner Macken ist, dass ich auf Handlungen von Tieren immer reagiere. Ich stehe dann also da, stampfe auch mit dem Fuß auf, lasse auch den Kopf nach oben schnellen und zeige dann noch eine Faust in die Luft zur Kuh und antworte dabei in meinem Helm auf Paulas Vertonung "Na komm doch her, wenn de wat willst". Während wir da also stehen und mit den Kühen Schabernack treiben ist der LKW Fahrer längst fertig mit rangieren und will in unsere Richtung wieder los fahren. Aber da stehen wir ja. Wir bemerken nur davon nix, weil wir ja mit den Kühen beschäftigt sind. Er hat dann irgendwann gehupt und uns vorbei gewunken. Das muss aus Sicht des LKW Fahrers unglaublich bescheuert ausgesehen haben. Der hat ja unsere Vertonung nicht gehört. Er sieht einfach nur einen Motorradfahrer, der ne Faust zur Kuh zeigt und fragt sich, was mit den Touris hier falsch läuft.
Naja aber wir hatten unseren Spaß 
Wenig später hatten wir ein paar Startprobleme mit der F und dann ist mir aufgefallen, dass wir noch gar nicht einkaufen waren und uns hier im Niemandsland befinden. Ich habe dann einen Laden gefunden, zu dem wir auch hin sind
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Das ist ein Laden, der ohne Personal funktioniert. In einem Tal, das insgesamt nur 300 Einwohner (und wie gesagt: sehr wenige Touristen) hat. Man steckt seine Karte mit pin rein, um rein zu kommen und dabei wird 1 NOK (ca 10 Cent) abgebucht. Danach läuft man drinnen einfach durch die Regale und nimmt sich seine Sachen, geht an die Self Checkout Kasse und bezahlt, bekommt einen Bon, mit dem die Tür wieder auf geht und geht danach. Für "Notfälle" (auch, wenn die Kasse nicht geht oder sowas) gibt es eine Fahrstuhl-ähnliche Verbindung mit nem Callcenter. Fand ich irgendwie spannend. Auch, dass sich das für die paar Hundert Hansels da rentiert. Das war auch kein besserer Kiosk, sondern ein richtiger voll ausgestatteter Supermarkt.
Und zum Schluss noch ein Bild vom Bergavatnet, einem See dort tief im Tal drin
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