Beiträge von Svanniversary

    Was immer Euch zu dem System interessiert. Da kenne ich mich ein wenig aus ;) .

    Wir können ggf. auch eine Gruppen PN aufmachen, wenn es Interesse gibt.

    Ggf. würde es aber natürlich auch hier passen.


    Vielleicht als Grundinfo, weil das immer wieder gerne falsch verstanden wird.


    Das System ist permanent geregelt, egal was ich am Schalter einstelle. Das ist also viel mehr, als nur eine Härtevorwahl.

    Mit der Fahrprofilauswahl gebe ich dem System lediglich vor, mit welcher Basis es arbeitet, aber es kann dennoch im gesamten Range regeln.

    Im Individual-Menü müsste der Oktavia dann, wie der Golf einen 15 stufigen Slider haben, mit dem ich das System sehr fein an die eigenen Vorlieben anpassen kann.

    Die Regelung reagiert dann situativ auf Parameter, wie z.B. Lenkwinkel (-geschwindigkeit), Straßenzustand, Beladung, Fahrmanöver, etc.

    Das kann man sich grob so vorstellen, dass erst einmal so komfortabel wie gerade sinnvoll und möglich gefahren wird und dann z.B. bei einem Ausweichmanöver die Dämpfung innerhalb weniger Millisekunden verhärtet wird, um die Fahrdynamik zu optimieren und das Auto zu stabilisieren.

    Mit dem Fahrdynamikmanager in den aktuellen MQB und MEB wird dabei auch gezielt Einfluss auf die Rad-/Aufbauwegung und sogar die Balance genommen.


    Das ist total eindrucksvoll, wenn man mal die Parameter und Einflüsse gezielt erlebt hat und merkt wie viel diese Systeme leisten können.

    Mehr als gerne. :) Ich hab's nicht eilig. Ich hab ja nicht einmal einen RF. :D

    Hier geht es mit der Diskussion weiter ;) .

    Im Öhlins Thread gab es die Diskussion, wie sich das Gewicht des RF und eine etwaige Anpassung der Federraten an der Hinterachse auf die Balance auswirken.

    Dazu folgende Zahlen für die jeweiligen Serienautos:

    - ST: 27/14

    - RF: 27/17, +50 kg (vereinfacht angenommen komplett der HA zugerechnet)


    Frage war wie sich das auf Fahrverhalten und Balance auswirkt und ob es nicht genau richtig ist für mehr Gewicht hinten auch eine härtere Feder einzubauen.


    Antwort: Kann man machen, ändert aber die Balance.

    Das Mehrgewicht hinten verstärkt die Agilität und darauf müsste ich theoretisch damit reagieren, dass ich die Hinterachse wankweicher mache, egal ob über weichere Federn oder Stabis.

    Wenn ich, wie hier erfolgt das Mehrgewicht mit einer steiferen Feder kompensiere, dann greife ich in die Balance ein.


    Die Zahlen dazu (Federratenverhältnis/Eigenfrequenzverhältnis):

    ST: 1,30/0,99

    RF: 1,10/0,94


    Das ist immer noch eine gesunde Auslegung, aber der RF ist damit in der Balance deutlich hecklastiger und agiler als der ST im Serientrim.


    Bei Zubehörfahrwerken, die im ST schon ein Federratenverhältnis nahe 1 haben und die dann im RF eine steifere HA-Feder fahren kann das definitiv schon zu viel sein.

    Ggf. muss ich bereits im Serientrimm und erst recht beim Zubehörfahrwerk dann damit reagieren, dass ich die Fahrwerksgeometrie beim RF anders einstelle, damit ich eine ausgewogenen und ähnliche Balance wie beim Serienfahrzeug bekomme. D.h. also weniger Sturz vorne und/oder mehr Vorspur/Sturz hinten.


    Ich habe gerade noch einmal meine Unterlagen geprüft und dabei Infos gefunden, dass der Stabi an der Vorderachse des RF etwas steifer ist. Das reduziert die Agilität dann wieder etwas.


    Disclaimer: Agilität ist hier fahrzeugtechnisch zu verstehen und nicht einfach positiv im Sinne von agil = gut. Es bedeutet stabiler = untersteuernder, agiler = übersteuernder, bzw. weniger untersteuernd.

    Warum ist das so? Wenn man die Gewichtsverteilung vorne/hinten beim RF tatsächlich (ohne Fahrer schon) näher an 50:50 sieht, während sie beim Roadster (2.0) eher bei 52,5:47,5 liegt, würde man dann nicht auch ein effektives Federratenverhältnis anstreben, das beim RF näher an der 1,00 liegt?


    Der Federweg an der Hinterachse erscheint mir beim ND grundsätzlich sehr großzügig ausgelegt zu sein.


    Alle weiteren Aspekte (wie z.B. Schwerpunktlage) lasse ich erst einmal außen vor.

    Das ist Theorie und Praxis ;) .

    Generell würde man beim RF und ST das gleiche Federratenverhältnis anstreben, denn das ist ein theoretischer Wert, der völlig unabhängig von der Aufbauform ist.


    Praktisch habe ich, vorausgesetzt ich rede über identische Setups, den Zusammenhang, das mehr Gewicht hinten UND härtere Federn hinten die Balance auch weiter nach hinten schieben.

    Das gleicht also nichts aus, oder verbessert etwas, sondern ist schlicht ein anderes Setup. Das kann man so wollen, oder eben auch nicht. Man weiß nicht, was hier der Fall ist ;) .

    Wenn es das Ziel wäre, Roadster und RF fahrdynamisch vergleichbar hinzustellen, dann müsste ich hinten weichere Federn wählen.

    Wenn es das Ziel war die niedrigere Standhöhe durch höheres Gewicht zu vermeiden, dann muss ich hinten steifere Federn einbauen und habe alles richtig gemacht, bekomme aber eine andere Balance, so dass ich ggf. ein anderes Fahrverhalten bekomme, oder die Geometrie anders einstellen muss, um ähnliches Fahrverhalten zu erreichen.


    Mir fehlt gerade die Zeit, aber bei Gelegenheit kann man das ja mal durchkalkulieren.


    Der Roadster hat mit dem 75 kg Fahrer übrigens nahezu ideale 51/49 Achslastverteilung. Ich vermute beim RF lande ich dann eher bei 49/51. Das nimmt sich also nicht viel.

    Man kann Fehlerspeicher auslesen und analysieren und man kann sich Messwerte, wie Reifendrücke, Temperaturen, Airflow, usw. anzeigen lassen.

    Darüber hinaus kann man ggf. Fehlerspeicher löschen und sogar einige kleinere Codierungen vornehmen.

    In Europa ist das kein Thema, aber in USA bieten Tuner wie z.B. Flyin' Miata für den RF tatsächlich gezielt andere Abstimmung mit hinten härteren Federn an.


    Nachtrag: Zumindest für ihre eigenen Fahrwerke.

    Und schon wundere ich mich wieder, denn um das Mehrgewicht hinten auszugleichen bräuchte ich längere, aber weichere Federn, da ich die Balance ansonsten noch weiter nach hinten schiebe.

    Alternativ gehen natürlich auch weichere Federn in der gleichen Länge mit anderen Druckanschlägen und ich gleiche die Standhöhe mit der Fahrwerkshöhe aus.


    Da gibt es so einige Sachen im Tuning, die ich technisch nicht nachvollziehen kann.