Beiträge von Svanniversary

    Ach herrje. Du traust der Lobby aber viel zu und wollen wir wirklich eine Politik, die nur durch partielle, industrielle Interessen gesteuert wird?


    Der Grundgedanke dahinter, der auch sehr erfolgreich umgesetzt wurde ist, Autos und Fahrer vor Manipulation und fremden Zugriffen zu schützen. Ich kann das nur gutheißen, in Zeiten wo man ältere Autos mal eben über das bordeigene WLAN hacken und sogar fremdsteuern kann.


    Von der UNECE 155 merkst Du als Fahrer gar nichts und übergriffig ist die auch nicht, SOLANGE Du nicht da rumfummelst, wo Du als Laie nichts zu suchen hast ;) (Definition Laie: Jemand der die Internas nicht kennt, Wechselwirkungen nicht einschätzen kann und keinen Zugriff auf die HW- und SW-Dokumentation hat, konkret weder Hersteller noch Tier1 Lieferant ist).


    Wenn es Dir jetzt um Gebimmel und Gebammel und was auch immer geht, dann ist das ein ganz anderes Thema, als die UNECE 155.

    Hi,


    das esoterisch bezog sich im Schwerpunkt nicht auf Dich, sondern auf den Beitrag danach.


    Ich persönlich berate nur und mir ist das persönlich egal, ob jemand Stabis fährt oder nicht ;) . Es gibt gute Gründe für Stabis, aber sie nehmen Dir eben auch Performance, Gutmütigkeit, Traktion und das Auto fährt sich nicht mehr so spielerisch. Wenn das die Richtung ist, dann unterstütze ich jeden gerne dabei sein Wunschsetup zu finden.


    Das „Nachsitzen“ bezog sich darauf nur den Stabi vorne zu ändern, was die Wanksteifigkeit nach vorne verlagert und zu massivem Untersteuern, so wie asymetrischem/diagonalem Wankverhalten führt. Ich hatte das Gefühl, dass Dir das nicht klar war.


    Ich sehe für Dich jetzt zwei Möglichkeiten. Wenn es Dir um das initiale Anwanken und Anlenken geht, kannst Du mal mit den Dämpfern spielen und die härter drehen.

    Wenn Du generell weniger Wanken, auch statisch erreichen möchtest, dann sind Stabis der richtige Weg.

    Mehr Sturz stützt das Auto in Summe auch besser ab und macht es steifer, verschlechtert aber die Traktion und erhöht den Reifenverschleiß.


    Die Rate 70/40 ist mehr als Faktor 2 auf die Serienraten und führt zu Eigenfrequenzen um die 1,7 Hz. Damit bist Du im Bereich üblicher Sportfahrzeuge wie GTI, BMW M u.ä. Fahrzeuge, die primär für die Straße abgestimmt wurden.

    Im Performance und moderaten Rennbetrieb fährt man Eigenfrequenzen um die 2 Hz, was beim MX-5 ungefähr einer Rate von 100-120 N/mm an der Vorderachse entspricht.


    Ich würde es gut finden, wenn es vernünftige Stabi Lösungen geben würde, mit denen man die Sportfahrwerke für den MX-5 ergänzen könnte. Mir scheint es aber so, dass die angebotenen Stabis eher für das (weiche) Serienfahrwerk gedacht sind und damit sehr hohe Steifigkeiten haben.

    Wenn man ein sehr steifes Fahrwerk mit einem sehr steifen Stabi kombiniert, bekommt man auch ein sehr steifes Fahrzeug, ohne Feedback, aber dafür mit aggressiven Lastwechseln und einem schmalen Grenzbereich. Fahren tut sich das noch und für den Track wäre das auch meine erste Wahl. Auf der Landstraße finde ich es langweilig, wenn die Varianz bei den Kurven aus „ich fahre und lenke da einfach durch“ und dann sofort „das Auto kommt schlagartig mit dem Heck“ besteht. Das Öhlins und ähnliche Fahrwerke halten das Fahrzeug lebendig und spielerisch, es wird anspruchsvoller, bleibt aber für den versierten Fahrer vorhersehbar und beherrschbar und bietet ausreichend Feedback. Für die Landstraße finde ich das ideal, mit dem kleinen Kompromiss, dass das Fahrzeug noch ein wenig rollt.


    Bis heute bekomme ich auch so gut wie nie eine Antwort darauf, was an wanken/rollen, denn so schlimm ist. Fahrzeugtechnisch macht genau das Gutmütigkeit, Feedback und Beherrschbarkeit aus UND verbessert durch Spur- und Sturzlenken sogar die Performance und die Linearität des Autos. Vielleicht auch noch ein wichtiger Punkt, ein sehr steifes Auto ist in der Regel auch nicht linear, was ja für Dich auch ein Thema ist. Man bekommt es dann nur mit sehr steifen Reifen linearisiert, womit wir wieder beim Trackeinsatz mit Semis sind.

    Ich kann persönlich wenig nachvollziehen, warum sich sehr viele Fahrer so auf das Wanken einschießen und es dann als so störend empfinden. Ich erlebe das Fahrzeug und seine Reaktion als Ganzes und arbeite damit und das Wanken ist teil des Gesamtverhaltens aber nichts, was ich explizit störend wahrnehme.

    Ganz ehrlich geht das für mich auch so ein wenig in den Bereich show and shine, genau wie auch manches Serienfahrzeug/-fahrwerk abgestimmt ist. Das fühlt sich initial total direkt und schnell an, sportlich, aber wenn ich das Auto dann fordere wird es in der Regel nichtlinear, eckig, giftig und auch wenig performant.


    So und jetzt auf und Stabis kaufen. Vor- und Nachteile liegen auf dem Tisch und damit kann dann jeder eine bewusste Entscheidung treffen ;) .

    Einen passenden Gastbeitrag dazu gab es heute auch in der FAZ, leider hinter der Bezahlschranke:

    Wo die deutsche Automobilindustrie falsch abgebogen ist

    Das Geld für die Schranke scheint es mir nicht wert zu sein.


    In diesem Kontext mal die explizite Frage, was die Industrie falsch macht, wenn sie EU-Gesetze erfüllt und damit dafür sorgt, dass ihre Autos weiter zulassungsfähig sind?


    Ich kann Euch versichern, dass niemand hurra gerufen hat, als klar war, dass man so gut wie alle Steuergeräte für viel Geld nach entwickeln muss. Als Sicherheitsmaßnahme gegen Manipulation und Hacking ist das aber absolut sinnvoll und aus Sicht des Entwicklers muss leider auch so mancher Kunde vor sich selber (und unwirksamen Tuningmaßnahmen) geschützt werden. In meinem neuen Job habe ich auch im Bereich Motortuning ein wenig Einblick bekommen und da muss man schon sehr sorgfältig suchen, wenn man etwas mit Substanz bekommen möchte.

    Ich bin damit auch raus. Wünsche weiterhin viel Spass.


    „Fahrdynamik in Perfektion“, nur mal als Erinnerung. Das wird mir hier eindeutig zu esoterisch.


    Ich habe ja zum Glück keine Ahnung und daher kann ich mich an meinem völlig vertrimmten 70/40 Fahrzeug mit perfekter Balance täglich erfreuen.

    Wenn man nicht einmal das Prinzip von Balance, Wanksteifigkeiten und Federübersetzungen verstanden hat, dann erübrigt sich der Rest anscheinend komplett.


    P.S.: Die 70/40er Kombi, getoppt von der 100/40er Kombi arbeitet ja sogar so schlecht, dass sie nur von Dilettanten wie Öhlins angeboten wird, während z.B. KW mit dem V3 perfekt abgestimmte Fahrwerke anbietet.

    Weniger Rollen heißt weniger Sturz- und Spuränderung. D.h. das Rollen mit den weicheren Stabis verbessert die Performance und verschlechtert sie nicht.


    Ich kann so gut wie nichts von Deinen Beobachtungen technisch nachvollziehen, obwohl ich ein 70/40 Fahrwerk mit Serienstabis fahre.


    Wenn das Auto zu weich anspricht und dann verhärtet, liegt es sicher nicht an den Stabis, sondern an ungeeignet eingestellter Dämpfung, oder Fahrwerksgeometrie.


    Härtere Stabis nur vorne sind super. Diagonales Wankverhalten und Untersteuern, alles was man möchte …


    Es ist alles etwas komplizierter, aber ich wünsche weiterhin viel Spass beim Experimentieren. Ich wiederhole aber dennoch den Hinweise, dass hier viele Grundlagen fehlen und Du Dich bei den Gedanken wirklich mehr mit der Theorie auseinander setzen solltest.


    Einen sehr guten Startpunkt findest Du z.B. hier:

    Buchempfehlung - Fahrdynamik in Perfektion

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    Das wesentliche Stichwort ist Störkrafthebelarm. D.h. die ET38 und die Spurplatten verschlechtern so ein Verhalten deutlich.

    Breitere Reifen als die 205er sind auch nicht gut und danach spielt dann der Sturz noch eine gewisse, aber geringere Rolle.


    In meinem Setup, Serienreifen, keine Spurverbreiterung, aber viel Sturz nehme ich das nicht störend war.