Beiträge von Svanniversary

    Ich hatte das damals bei Öhlins abgefragt. Die verbaute Dämpferpatrone ist für beide Varianten geeignet. Soweit also kein Problem.


    Wo ich dann aber doch ein Problem sehe ist die Einstellung. 100/40 ist abgestimmt und funktioniert auch gut, aber fahrdynamisch eben im von Öhlins empfohlenen Bereich um die 10-15 Klicks optimal.

    Jetzt kann man natürlich die harte Feder fahren und den Dämpfer ganz aufdrehen, damit der Komfort einigermaßen passt, aber das heißt dann harte Feder (viel Energie) und weiche Dämpfung und das ist fahrdynamisch alles andere als optimal.

    Was Du @Duke im Kreisverkehr erlebst ist primär die harte Feder. Mit dem Dämpfer hat das nicht viel zu tun. Der spielt seine Qualitäten auf schlechten Straßen aus und genau da funktioniert die Kombi harte Feder und weicher Dämpfer nicht gut. Ich denke das ist genau Euer Thema gewesen, in der Eifel? Eher schlechte Straßen?


    Ich würde jetzt definitiv den ganzen Weg gehen und auf 70/40 umrüsten. Dann kannst du bei ähnlichem Komfort den Dämpfer zudrehen und das Fahrwerk im optimalen Bereich betreiben und auch wirklich ausnutzen.


    Und rede Dir die 100/40er Varianten nicht unnötig schön. Zur Vorgeschichte 100/40 bzw. 70/40 kann ich Dir gerne mal Hintergründe aus meinen Gesprächen mit Öhlins geben, aber das gehört hier nicht in ein öffentliches Forum. Meine Nummer hast Du sicher noch, oder? Ruf einfach durch, heute würde es bei mir gut passen.

    Kein Thema. Ich bin sehr erleichtert, dass sich das so aufgeklärt hat und wirklich was nicht passt.

    So ist es lösbar und dann wirst Du hoffentlich auch sehr viel Spass mit dem Fahrwerk haben.


    Die knapp 1,5 fache Federsteifigkeit vorne macht die Vorderachse natürlich extrem stößig, so dass ich Deine Fahreindrücke voll nachvollziehen kann.


    Ich finde wir sind da doch ganz gut mit umgegangen und haben eine Erklärung gefunden. Und das ist natürlich auch der Grund, warum man subjektive Beschreibungen immer ernst nehmen muss und prüfen muss, ob es nur Vorlieben sind, oder ob nicht doch, wie hier, ein technischer Grund dahinter steckt.

    Das hatte ich auch gerade wieder mit einem Kunden, dem sein Fahrwerk eines ID.4 zu hart war. Der hat auch erstmal nur gehört, dass das so richtig ist, bis sich herausgestellt hat, dass der Händler vergessen hatte, die Transportsicherungen aus den Federn zu entfernen :huh:.

    Mist, Wolfram, aber immerhin eine Erklärung, warum die Fahreindrücke nicht zusammenpassen.

    Die Federn sind in dem Sinne korrekt, als das es ja auch eine 100/40er Variante von dem Fahrwerk gibt. Es wurde also das falsche Fahrwerk montiert.

    Da die Dämpfer identisch sind, müsst Ihr nur vorne die Federn tauschen.


    Ich drücke die Daumen, dass das gut über die Bühne geht und Du dann genauso ein breites Grinsen beim Fahren hast, wie wir anderen Öhlins-Fahrer.


    futurebreeze , bei Deinem Fahrprofil würde es mit den 100er Federn vielleicht ganz gut passen ;) . Eventuell gibt es da demnächst günstig ein Pärchen bei SPS.

    Ja, sie hat fahrdynamische Nachteile, sowohl hinsichtlich der Balance, wie Mr. Pink schon schrieb, als auch hinsichtlich der Radlastschwankungen/dem Grip auf schlechten Straßen.


    Nach damaliger Rücksprache mit Öhlins ist die 100er Feder in erster Linie für den Trackeinsatz ausgewählt worden und dafür dass auch Zielgruppen bedient werden können, die es wirklich „knackig“ möchten.

    Für den normalen Alltags- und Landstraßeneinsatz hat die 70er Feder aus meiner Sicht nur Vorteile.


    Und wenn es richtig für den Track sein soll, dann würde ich 100/50, oder sogar 100/60 fahren.

    Wie geschrieben, die Dämpferverstellung ist zum Verstellen gemacht.

    Öhlins sieht dafür primär den Bereich zwischen 0-20 Klicks vor.

    Den kann, darf und soll man nutzen.


    Wie immer ergeben sich dadurch Verschiebungen in den Zielkonflikten, Vor- und Nachteile in Fahrdynamik, Komfort, usw.


    Ist das Fahrwerk auf 20 noch zu unkomfortabel, dann sollte man tatsächlich nach einer anderen Lösung suchen.

    Das liegt dann aber primär an der Feder und nicht am Dämpfer.


    Was ggf. irritiert ist, dass Öhlins die Verstellung sehr sinnvoll und linear umgesetzt hat.

    Andere Fahrwerke fühlen sich daher ggf. früher weicher an, wenn man sie verstellt.


    Hinsichtlich Fahrdynamik und Radkontrolle hat Öhlins nmE alles richtig gemacht und das Fahrwerk ist auch mit der 70er Feder nicht überdämpft.

    Das wurde bei meiner damaligen Auslegung auch explizit geprüft und bestätigt.

    Mit der 60er Feder vorne hätte auch die Dämpfung angepasst werden müssen.


    Das Grundprinzip Federn so hart wie nötig und Dämpfer so hart wie möglich gilt noch. Das kann man ggf. auch in der einschlägigen Literatur (z.B. Dynamik der Kraftfahrzeuge von M. Mitschke) nachlesen.

    Die Kombi 70/40 ist schon recht hart und braucht entsprechend viel Dämpfung für eine gute Radkontrolle.


    Als zusätzlicher Hinweis, wie hier oft geschrieben, sollten die Karosseriesteifigkeiten zur Federhärte passen.

    Gerade zittern und Unruhe sind häufig ein Zeichen für mangelnde Steifigkeiten.

    Daher gilt nach wie vor der wichtige Tipp zusätzlich zum Fahrwerk die Karosserie zu versteifen.

    Das ist bei Wolfram aber meine ich erfolgt?

    Detlef , absolut. Dem Fahrer muss es schmecken und nicht dem Hersteller, oder Tester. Subjektiv schlägt alles, auch wenn es objektiv noch so gut ist.

    Jeder geht seinen Weg. Beschreibungen und Erfahrungen in Foren und von anderen, selbst wenn man versucht sie möglichst gut zu stützen und zu objektivieren, sind nicht für jeden nutzbar und übertragbar. Und sei etwas noch so gut, heißt das lange nicht, dass es für alle so ist, oder dass es von allen so empfunden wird.


    Das Prüfgelände, bzw. die Test- oder Rennstrecke hat ganz simpel den Vorteil, dass man da Fahrmanöver fahren kann, die man im öffentlichen Raum nicht fahren kann.

    Die ideale Teststrecke kann, soll, bzw. muss dabei geradezu auch sehr (Land-)Straßen ähnlich sein, damit man dabei Mehrwert für die Straße generiert. Das sind, zumindest im Serienautomobilbau, nur Hilfskonstrukte, um Fahrzeuge für den öffentlichen Verkehr abzustimmen, ohne das man das im öffentlichen Verkehr fahren muss. Das hat genau den Zweck, gefahrlos auch Grenzbereichs- und Stabilitätsmanöver mit Gefährdungspotential zu fahren, ohne andere zu gefährden.

    Die Nordschleife, der Handlingkurs in Papenburg und selbst der Geesthacht-Ring sind da gar nicht so schlecht.


    @Duke , ne, umgekehrt wird ein Schuh draus, Wolfram (den ich auch sehr schätze).

    Du stellst meine Aussagen und Erfahrungen aufgrund Deiner subjektiven Einschätzungen in Frage und darauf reagiere ich.


    Bitte nicht wieder in so einer Grundsatzdiskussion subjektive Erlebnisse und objektivierbare Aussagen durcheinanderbringen.


    Was Du erlebst und dass Dir das Fahrwerk zu hart ist, dass ist eine absolut legitime und berechtigte subjektive Empfindung.

    Die ist überhaupt nicht in Frage zu stellen und das tue ich auch nicht.


    Aber diese subjektive Einschätzung ändert nichts daran, dass andere es anders empfinden, genauso subjektiv. Das müssen wir alle gegenseitig akzeptieren.


    Und diese subjektiven Einschätzungen ändern auch nichts an objektivierbaren Einschätzungen (hier von mir UND einem Kollegen, der noch deutlich mehr von Fahrdynamik versteht als ich), dass das Fahrwerk mit gewissen Einstellungen (12/13) fahrdynamisch am saubersten arbeitet, mit hoher Radkontrolle und Linearität, bei leichtem Diskomfort.


    Insofern sind wir doch in der Einschätzung auch gar nicht so weit auseinander und ich verstehe ganz ehrlich auch nicht, woran Du Dich gerade reibst.

    Du hast subjektive Einschätzungen und Vorlieben und das ist absolut legitim und berechtigt.

    Ich treffe Einschätzungen aus einer professionellen Perspektive und die decken sich nicht immer zu 100 % damit. Kein Problem soweit, denn das müssen sie auch nicht, da das persönliche Empfinden immer ein anderes sein kann und berechtigt und wichtig ist.


    Und das ich mir gewisse Aussagen einfach zutraue, gestützt durch über 20 Jahren Berufserfahrung und ständige Überprüfung in der Praxis und durch Kollegen, dass solltest Du mir nicht übel nehmen.

    Nimm es als Einschätzung des Profis, mit der Du ggf. etwas anfangen kannst, oder eben auch hin und wieder nicht. Das ist absolut nicht schlimm, aber deswegen solltest Du doch mich nicht zwingen wollen, auf solche Einschätzungen zu verzichten, die sich auf meine professionelle Erfahrung stützen. Ich denke das hat das Forum durchaus an vielen Stellen bereichert und auch hin und wieder weiter gebraucht. Und dabei kann es durchaus hin und wieder auch etwas kontrovers, schwer verständlich, oder auch missverständlich sein. Das gehört dazu.


    Also zur Sicherheit noch ein letztes Mal:

    Was Du empfindest und wie sich das für Dich anfühlt hat absolut seine Berechtigung, denn es ist Dein subjektives Fahrgefühl.

    Das ist wichtig und für mich ein völlig legitimer Punkt.

    Ich versuche lediglich, das in den Gesamtkontext zu setzen und zu differenzieren.


    Dein Feedback ist ja super und wertvoll, das so ein Sportfahrwerk auch eine gewisse Härte hat, die ggf. auch zu viel sein kann.

    Gerade weil das individuell empfunden wird, gehört das zwingend dazu.


    Was wäre jetzt aus Deiner Sicht eine adäquate Reaktion von mir gewesen? Soll ich alles was ich bisher selber mit dem Fahrwerk "erfahren" habe widerrufen, weil Rolf und Du in der Eifel andere Erfahrungen und Vorlieben haben? Passt auch nicht, oder?