Im Öhlins Thread gab es die Diskussion, wie sich das Gewicht des RF und eine etwaige Anpassung der Federraten an der Hinterachse auf die Balance auswirken.
Dazu folgende Zahlen für die jeweiligen Serienautos:
- ST: 27/14
- RF: 27/17, +50 kg (vereinfacht angenommen komplett der HA zugerechnet)
Frage war wie sich das auf Fahrverhalten und Balance auswirkt und ob es nicht genau richtig ist für mehr Gewicht hinten auch eine härtere Feder einzubauen.
Antwort: Kann man machen, ändert aber die Balance.
Das Mehrgewicht hinten verstärkt die Agilität und darauf müsste ich theoretisch damit reagieren, dass ich die Hinterachse wankweicher mache, egal ob über weichere Federn oder Stabis.
Wenn ich, wie hier erfolgt das Mehrgewicht mit einer steiferen Feder kompensiere, dann greife ich in die Balance ein.
Die Zahlen dazu (Federratenverhältnis/Eigenfrequenzverhältnis):
ST: 1,30/0,99
RF: 1,10/0,94
Das ist immer noch eine gesunde Auslegung, aber der RF ist damit in der Balance deutlich hecklastiger und agiler als der ST im Serientrim.
Bei Zubehörfahrwerken, die im ST schon ein Federratenverhältnis nahe 1 haben und die dann im RF eine steifere HA-Feder fahren kann das definitiv schon zu viel sein.
Ggf. muss ich bereits im Serientrimm und erst recht beim Zubehörfahrwerk dann damit reagieren, dass ich die Fahrwerksgeometrie beim RF anders einstelle, damit ich eine ausgewogenen und ähnliche Balance wie beim Serienfahrzeug bekomme. D.h. also weniger Sturz vorne und/oder mehr Vorspur/Sturz hinten.
Ich habe gerade noch einmal meine Unterlagen geprüft und dabei Infos gefunden, dass der Stabi an der Vorderachse des RF etwas steifer ist. Das reduziert die Agilität dann wieder etwas.
Disclaimer: Agilität ist hier fahrzeugtechnisch zu verstehen und nicht einfach positiv im Sinne von agil = gut. Es bedeutet stabiler = untersteuernder, agiler = übersteuernder, bzw. weniger untersteuernd.