Beiträge von Svanniversary

    Ja, stimmt Turmalin_MX5 . Bei kühlen Temperaturen wird der Dämpfer bei mir aber immer schnell warm, so dass sich das nach 10-20 km wieder normal anfühlt.

    Bei sehr heißen Temperaturen bleibt es dagegen etwas hölzern. Öhlins ist ja einer der wenigen Hersteller, der Elemente zur Temperaturkompensation einbaut. Bei den anderen wird der Dämpfer dann bei höheren Temperaturen immer weicher. Passt auch in mein Bild, dass sie das minimal überkompensieren. Das wird auch von der Einstellung abhängen und vielleicht passt die Kompensation gut auf dem Track, bei härteren Einstellungen, aber nicht so gut, wenn man eher komfortabel unterwegs ist.

    12/13 scheint hinsichtlich Kompromiss Fahrdynamik/Komfort und Linearität schon so eine Art Sweetspot zu sein. Das zeigt sich auch daran, dass es mit den verschiedensten Reifen, MPS4, BPS, CPC6 sehr gut funktioniert.

    Für mich zeigt sich auch mal wieder, dass man zwar viel an solchen Fahrwerken einstellen kann, aber das sinnvoll nutzbare Fenster (mit normalen Reifen) am Ende doch recht schmal ist, hier ca. im Bereich 10-15.

    ich hatte also heute wieder das Grinsen im Gesicht. Und soll ich euch was verraten? Svanniversary hatte gestern auch ein Grinsen im Gesicht. Wer also auf das letzte Quäntchen Perfomance verzichten kann und eine Trackambitionen hat, der wird hier fündig.

    Im Sinne des BPS werde ich das weder bestätigen noch dementieren ;) .


    Ne, hat wirklich einen Riesenspass gemacht. Ist ja auch kein Geheimnis, dass ich eine große Vorliebe für bewegliche und spielerische Autos habe und da spielt der Conti seine Stärken aus. Das ist tatsächlich auch etwas, dass mir beim BPS ein wenig fehlt, aber dafür hat der andere Qualitäten und bietet auch mir noch Herausforderungen.


    P.S.: Chipmonk77 , Patrick, das ist gut, wenn sich auch die Fahrer des Reifens in dem Bericht wiederfinden können 8o:thumbsup:.

    Continental Premium Contact 6 (CPC6) - 205/45 R17 88W

    Fülldruck: 2,0 bar auf allen Radpositionen

    Temperatur ca. 20° C


    Fahrzeug: MX-5 G184, Öhlins Road&Track 70/40 N/mm, Dämpfersetup 12/13 vorne/hinten, Fahrwerkeinstellung „Öhlins Allround für Alltag und Spass“ mit leicht erhöhten Sturzwerten


    Mein Gesamturteil in der Kategorie Trockenperformance in der Kategorie Sportreifen, die für den MX-5 verfügbar sind:

    4/5 Punkten


    Einzeldisziplinen (trocken):


    Lenkungsmitte (CenterPoint):

    Minimal verzögerter Karaftaufbau, minimale taube Zone in der Mitte, aber noch absolut im Rahmen und o.k.


    Linearität (macht der Reifen/das Auto genau das, was ich am Lenkrad vorgebe):

    Sehr gut. Lenkwinkel wird harmonisch und linear aufgenommen. Fahrzeugreaktion passt exakt zum vorgegeben Lenkwinkel. Man stellt das Auto in die Kurve und es ist keinerlei Korrektur notwendig.


    Lenkansprache:

    Linear und harmonisch. Der Reifen ist steifer als ein MPS4, ohne das Niveau des BPS zu erreichen. Die Lenkansprache ist direkt ohne nervös, oder hektisch zu sein. Lässt sich entspannt aber sehr präzise fahren.


    Feedback, Haltekraftniveau:

    Normales Niveau, harmonisch, unauffällig.


    Geradeauslauf:

    Stabil, unauffällig, keinerlei Nervosität.


    Lenkwinkelbedarf (wieviel Lenkwinkel benötigt der Reifen, um eine bestimmte Querkraft aufzubauen, bzw. um einen bestimmten Radius zu fahren):

    Durchschnittlich, ähnlich BS S001, geringer als MPS4, aber mehr als beim BPS. Passt zum stabilen und nicht nervösen Charakter des Reifens.


    Quersteifigkeit (wie gut steht der Reifen unter Querkraft):

    Im normalen Anlenk- und Fahrbereich hoch und direkt. Lenkbefehle werden linear und unmittelbar umgesetzt. Bei hoher Querbeschleunigung, z.B. beim forcierten Spurwechsel bei hoher Geschwindigkeit, ist ein leichtes nachfedern der Seitenwand spürbar. Im normalen Fahrbetrieb mit weichen Lenkbefehlen fällt das aber nicht unangenehm auf, da der Reifen die Quersteifigkeit sehr sauber linear aufbaut.


    Längssteifigkeit (wie gut steht der Reifen unter Längskraft):

    Unauffällig gut. Steif beim Bremsen und unter Traktion.


    Querführung (Seitenkraftniveau, Grip):

    Das Gripniveau ist gut und liegt leicht über dem Niveau guter Sommerreifen. Der Reifen ist kalt bereits gut da und hat ein gutes Niveau, warm steigert er sich dafür aber auch nur minimal. Kalt liegt das Gripniveau etwas über einem kalten MPS4, warm kann der MPS4 dann deutlich mehr. Man ist auf hohem Niveau unterwegs, ohne dass es extrem schnell, oder zu anspruchsvoll wird.


    Bremsen:

    Guter Grip. Positiv unauffällig.


    Traktion:

    Die Traktion ohne Seitenkraft ist hervorragend und der Reifen kann die 200 Nm Drehmoment des Motors trocken problemlos bis in den 2. Gang absetzen. Unter Querführung muss man, wie bei jedem Reifen, etwas sensibel mit dem Gas umgehen. Der Reifen zeigt das Erreichen der Traktionsgrenze hervorragend an und lässt sich dabei sehr gut „auf den Punkt“ fahren.


    Lastwechsel:

    Mit der gewählten „Alltags-Einstellung“ extrem stabil mit nur minimaler Lastwechselreaktion. Sehr gutmütig.


    Wechselkurven/Slalom:

    Minimal querweich. Muss dann mit sensibler Hand bewegt werden.


    Grenzbereich:

    Toller Übergangsbereich. Der Reifen zeigt den Grenzbereich durch Geräusch und Haptik (leichtes rubbeln) hervorragend an und hat einen sehr definierten Übergangsbereich, der sehr gut erfühlbar ist. Nach Abriss bleibt das Gripniveau mit leichtem Abfall erhalten, so dass der Wagen trotz leichten Schiebens über die Achse weiter kontrollierbar bleibt. Mit diesem Reifen kann man sich schön herantasten und die Reaktionen sind so gutmütig, dass man auch im Grenzbereich noch korrigieren kann. Schöner Reifen, den man auch mal ausfahren kann, mit dem man Lernen kann und der das Auto spielerisch und beweglich hält, so dass es sich hervorragend stellen lässt. Macht einen Riesenspass.


    Stabilisierung nach Abriss:

    Erfolgt sehr weich und harmonisch. Kein Gegenschlag, nicht „snappy“.


    Geräusch:

    Unauffällig, leicht wahrnehmbar.


    Komfort:

    Durchschnittlich. Reifen rollt eher hart ab, ist aber nicht stößig dabei.


    Zusammenspiel mit den Regelsystemen:

    Das Zusammenspiel mit ABS und DSC war unauffällig und harmonisch.


    Verschleiß:

    Mutmaßlich, auch aufgrund von Berichten hier im Forum unauffällig und gut.


    Nässe (gemäß vorliegender Tests):

    Ordnet sich im Mittelfeld bis vorderen drittel vergleichbarer Reifen ein und scheint keine ausgeprägten Schwächen bei Nässe zu haben.


    Preis:

    Im Mittelfeld, deutlich günstiger als MPS4 und BPS.


    Fazit:

    Toller Reifen, dessen Charakter hervorragend zum ND passt. Grip und Performance eher durchschnittlich bis gut, aber dafür extrem gutmütig, sehr gut fahr- und kontrollierbar. Der Reifen betont den leichten und spielerischen Charakter des MX-5, verzeiht Fehler und lässt sich ausfahren, ohne dass es gleich zu anspruchsvoll, oder gefährlich wird. Sehr gute Empfehlung, wenn nicht das letzte Quentchen Performance im Fokus steht, sondern es um den Fahrspass und ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis geht. Insbesondere ein Tipp, wenn man einen Reifen möchte, der einen nicht gleich überfordert und die Grenzen des Autos so weit nach oben schiebt, dass man sie nicht mehr sinnvoll ausnutzen kann.


    Einordnung im Vergleich der anderen „Favoriten“ hier im Forum (meine sehr subjektive Einschätzung):


    Goodyear Eagle F1 Asymm. 5:

    Ähnlich aber weniger präzise und etwas schwammiger im Grenzbereich. Mit persönlich gefällt der Conti deutlich besser.


    Michelin Pilot Sport 4:

    Etwas weicher, aber warm deutlich performanter. Der Grenzbereich ist schmaler und weniger transparent zu erfühlen, daher fährt sich der Reifen anspruchsvoller. Die Temperaturfestigkeit ist nmE besser, so dass sich der MPS4 besser für den Track, oder sehr forcierten Einsatz eignet. Der sehr hohe Preis ist ein großer Nachteil dieses Reifens.


    Bridgestone Potenza Sport:

    Siehe separaten eigenen Thread zu diesem Reifen.


    Subjektive Einschätzung:

    Ein wirklich toller Reifen, der mir viel Spass gemacht hat. Mir fehlt ein klein wenig Performance und Grip, aber das gleicht der Reifen mit spielerischem Handling und tollem transparenten Grenzbereich wieder aus. Als großen Vorteil sehe ich es, dass der Reifen gleich da ist und nicht erst warm gefahren werden muss. Der Reifen ist eine starke Empfehlung für alle, die etwas solides für den Alltag suchen, oder noch dabei sind, sich an die eigenen Grenzen und die des Autos heran zu tasten, weil er viel mitmacht und auch viel verzeiht, wenn man sich mal verschätzt. Zusätzlich bietet er ein hervorragendes Preis-/Leistungsverhältnis.


    Unter Berücksichtigung aller Aspekte ist der CPC6 für mich der bessere Allrounder, als der MPS4, so dass er von mir den neuen Titel „Allzweckreifen für den Alltag“ bekommt.


    Ich vermute, dass der Reifen für den richtig forcierten Einsatz und den Track eher weniger geeignet ist und dann schnell zu warm wird und auch stark verschleißt.

    Bei der Probefahrt mit 2,0 bar ergab sich ein sehr schöner Kompromiss aus Komfort und Fahrdynamik. Für den eher sportlichen Einsatz würde ich dem Reifen 0,1-0,2 bar mehr Fülldruck geben, da der Reifen bei 2,0 bar schon recht stark bis an die Seitenwand heran gearbeitet hat.

    Also „steifer Reifen => steifes Fahrwerk“ bin ich von 12/13 auf 10/11 gegangen. Passt sehr gut zum BPS, wird aber natürlich extrem direkt und auch schon deutlich unkomfortabler. Für mich ist das Ansprechen und der Restkomfort aber auch damit noch erstaunlich und absolut ausreichend für das, was ich an Fahrdynamik mit der neuen Einstellung gewinne.

    (…)

    Generell hat der BPS mit 12/13 auch sehr gut funktioniert, aber da war immer, das offenbar begründete Gefühl, dass das fahrdynamisch nicht unbedingt optimal ist.

    Härter als 10 kann ich mir aktuell für die Landstraße nicht vorstellen. Ich glaube, dass ist dann doch zu viel, wenn man mal schlechtere Landstraßen fährt und eher etwas für den Track.

    Am Sonntag sind wir eine längere Tour gefahren und ich muss jetzt mal zurück rudern.


    Ich bin nicht hart genug für 10/11 auf längeren Strecken ;) . Am Ende war mir die Einstellung doch insbesondere zu stößig und zu unkomfortabel, aber auch zu aggressiv. Ich habe dann immer schnell das Messer zwischen den Zähnen, was ich aber auch schnell anstrengend und unnötig empfinde.

    Nach meinem Gefühl verliert man die Geschmeidigkeit und das sehr gute Ansprechen des Öhlins bei Einstellungen kleiner als 10 nahezu vollständig.

    Bei der Tour ist mir auch eine gewisse Aggressivität im Anlenken aufgefallen. Man muss dann auf engeren Straßen schon ultrapräzise fahren und da fehlte mir auch ein wenig der „Flow“, wie Patrick es letztens schön in einem anderen Beitrag geschrieben hatte.


    Also habe ich dann mal 11/12 ausprobiert, was ein wenig Lenkgefühl kostet, mir aber immer noch sehr stößig vorkam.

    Am Ende bin ich dann trotz des BPS wieder bei meiner alten Einstellung von 12/13 gelandet. Da war sie wieder die Geschmeidigkeit, mit nur wenig Stößigkeit und recht ordentlichem Restkomfort. Das Auto ist deutlich weniger schnell (aggressiv) im Anlenken, aber dafür fährt es sich sehr rund und harmonisch.

    Die Lenkungslinearität fand ich, mit BPS, bei 10/11 noch in Ordnung (minimal progressiv), mit 11/12 und 12/13 ideal, sehr linear, darüber wird es dann leicht degressiv, weil man erst in den steifen Reifen lenkt und die Karosserie dann anwankt und nicht so richtig mitkommt.


    Mit BPS bekommt man also zwischen 10 und 14 ein gut fahrbares Auto, dass man eben je nach Vorliebe eher fahrdynamisch optimiert, oder komfortabel hinstellen kann.


    Mit weicheren Reifen, wie Conti, oder Michelin dürfen es dann entsprechend ein paar Klicks mehr sein und es bleibt dennoch harmonisch und linear (weicherer Reifen harmoniert mit weicherem Fahrwerk).