Beiträge von Svanniversary

    Jetzt ist das ST-X mit seiner sehr eigenen Auslegung genau das Fahrwerk, was am schlechtesten zum Fiat/MX-5 passt. Das ist für mich keine Referenz, oder anders gesagt zweimal suboptimal, macht nicht gleich gut.


    Es gibt genug gute Gewindefahrwerke, sei es SPS, Öhlins, H&R, oder Bilstein und die bieten dann auch die gewünschten Vorteile.


    Aber ich hatte verstanden, dass die Entscheidung für das H&R Gewindefahrwerk schon gefallen ist. Das ist doch schon einmal eine gute Basis.

    Ich sehe das aus der Perspektive von jemanden der drei Jahre hauptberuflich Reifen entwickelt und freigegeben hat. Da war alles dabei, Sport-, Sommer-, Winter- und Ganzjahresreifen. Daher kenne ich die Vor- und Nachteile sehr gut und zwar nicht nur objektiv, sondern auch subjektiv.


    Ich wollte auf der einen Seite darauf hinweisen, dass man sich so einen Reifen mit sportlicher Fahrweise relativ schnell zerstören kann. Das geht mit 2 Runden Track, oder auch alternativ mit 2.000 km Kurvenräubern auf der Landstraße.

    Wenn es o.k. ist, dass man sein Auto nie wirklich dynamisch bewegt, dann kann man das sicher ausblenden. Gerade von Dir höre ich aber immer im positiven Sinne etwas anderes, Big-J ;) .

    Daher nur die Warnung, mit solchen Reifen bei Temperaturen über 20°-30° C sehr aufzupassen und sich zurück zunehmen. Die Lamellen gehen als erstes kaputt und dann ist auch die Wintertauglichkeit hin, so dass ich die eigentliche Idee den Reifen ganzjährig zu fahren dann schnell vergessen kann.

    Ich habe mich selber erschrocken, wie schnell man so einen rollwiderstandsoptimierten Sommerreifen kaputt bekommt und die GJR haben ähnlich weiche Mischungen.

    Im professionellen Test haben wir immer nach absteigendem Verschleiß getestet, also erst Schnee mit so gut wie keinem Verschleiß, dann Nässe mit leichtem Verschleiß und dann Trocken. Bei GJR und Winterreifen darf man sich bei der Trockenbeurteilung nicht allzu viel Zeit lassen, denn man sollte mit der Beurteilung durch sein, bevor der Reifen kaputt ist ;) .


    Das Thema Bremsweg ist auch ein objektiv relevantes. Da liegen zwischen einem guten Sportreifen und einem Ganzjahresreifen schnell mal 4-5 m bei Bremsungen aus Geschwindigkeiten über 100 km/h. Das können genau die Meter sein, die einem am Ende fehlen.


    Das muss einen ja nicht daran hindern einen GJR zu fahren, aber wir reden hier über Fakten und nicht über Gefühle. Ich denke gerade der Hinweis, dass so ein Reifen im Sommer bei etwas ambitionierter Fahrweise sehr leidet, darf und muss erlaubt sein, in einem Forum bei dem es um sportliche Autos und Fahrspass geht.


    Semis sind sicher auch eine Methode, um noch höhere Performance und kürzere Bremswege heraus zu kitzeln, aber da überwiegen für mich wieder andere Nachteile. Der Grenzbereich ist in der Regel hoch und schmal und bei feuchter Fahrbahn wird es schnell mal eng.

    Wenn ich bei jedem Regenschauer grenzwertig unterwegs bin und ein Ausweichmanöver bei einem untrainierten Fahrer fast unweigerlich zum Abflug führt, dann ist das für mich nichts, was ich im Alltag empfehlen würde.

    Die sind ggf. unter Alltagsbedingungen auch noch dicht an einem guten Sportreifen, mit dem ich dann ausgewogener unterwegs bin. Der Unterschied zwischen Sportreifen und GJR ist da deutlich größer.

    Klar geht das und genauso ist so ein Reifen nach 1-2 Runden wirklich ambitionierter Fahrweise auf dem Track, oder der NOS platt.

    Das habe ich selbst mit einem auf Rollwiderstand ausgelegten Sommerreifen bei einem Training erlebt, dass der Reifen unter Temperatur eingebrochen ist und irgendwann anfing Profilblöcke zu werfen.


    Was ich sagen will - da geht mehr, hinsichtlich Bremsweg, Querbeschleunigung, Fahrsicherheit, Robustheit.


    Das muss jeder mit sich selber ausmachen, aber ich fühle mich mit einem guten Sommer-/Sportreifen wohler.

    Man muss sich halt überlegen, ob es gut sein soll, oder ob es einem reicht, wenn es sich subjektiv gut anfühlt.


    Der Fahrer muss die Leistung bringen und das Auto optimal nutzen. das heißt der Fahrer muss sich ans optimale Auto anpassen und nicht das Auto an ihn.