Beiträge von Svanniversary

    Das eine ist die ACEA Norm und das andere die API Norm. Die Verknüpfung hier ist „ODER“. D.h. die Erfüllung von API SN reicht aus (und ist darüber hinaus in diesem Fall sogar höher wertiger, als die ACEA Spec.).
    Ich bin immer wieder begeistert, wenn das Fachpersonal schon an so einfachen Fragestellungen scheitert. Das steigert das Vertrauen ...

    Kannst du das näher erläutern? Wie entsteht da ein Zusammenhang?

    Mittlerweile spielen in NAR und auch für Europa mit Euro 6 EVAP ISC auch die Emissionen des Kraftstoffsystems eine Rolle.
    Das ist einmal der Anteil der durch den AKB (Aktivkohlebehälter) abgegeben wird und auf der anderen Seite der Anteil, der durch die Tankoberfläche diffundiert.
    Weitere Erläuterungen z.B. hier - https://www.volkswagenag.com/p…e_Ma%C3%9Fnahmen_2019.pdf.


    Ein Blechtank reduziert die Diffusionsmenge und kann ggf. auch als Drucktank ausgeführt werden, der dann hermetisch ist und nicht in die Atmosphäre entlüftet.


    Noch braucht man nicht zwingend einen Blechtank und bekommt das auch noch mit Kunststoff hin, aber ein Blechtank macht es leichter die Vorschriften zu erfüllen.

    Und Blech macht es einfacher die Emissions-Vorgaben für USA zu erfüllen. Das könnte auch eine Rolle gespielt haben.
    So etwas werden wir in Zukunft wieder häufiger sehen. Mein Passat GTE hat auch einen Blechtank, da dieser als Drucktank ausgeführt ist, also geschlossen ggü. der Atmosphäre.

    Da ich zu faul bin alles noch einmal neu zu schreiben kopiere ich mal einen Beitrag hier hinein, den ich zuletzt bei einer Diskussion auf MotorTalk zu selbigem Thema verfasst hatte.


    Es ging darum, dass Gummi bei tieferen Temperaturen an Elastizität verliert und der Sommerreifen dann irgendwann nicht mehr die beste Wahl ist.


    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Elastomere
    „Der Anstieg der Elastizität mit der Temperatur ist ein sehr typisches Merkmal von Elastomeren. Die Temperatur, unterhalb deren die thermische Energie nicht mehr ausreicht, um die Drehbewegungen zu vollführen, heißt Glasübergangstemperatur. Unterhalb der Glasübergangstemperatur verlieren Elastomere ihre typische Eigenschaft.“


    Elastomermischungen werden umso härter und unbeweglicher, je tiefer die Temperatur ist. D.h. auch das der Grip eines Reifens entsprechen abnimmt, gerade auch bei Nässe, denn da ist die Elastizität sehr wichtig.
    Das Temperaturfenster eines Reifens ist recht schmal, so dass man keinen Reifen bauen kann, der von -30 °C - +30° C optimal funktioniert. Man muss das Temperaturfenster (für optimale Funktion) also für den Einsatzzweck des Reifens anpassen. Und dann? Dann bekommt man genau die bekannten Reifen:
    - Sommerreifen mit einem Temperaturfenster von ca. 10° - 40° C
    - Winterreifen mit einem Temperaturfenster von ca. -20° - 15° C
    - Sogenannte Eis-Reifen bzw. skandinavische Winterreifen mit -35° - 0°C
    Der Ganzjahresreifen sortiert sich dabei zwischen dem Winter- und Sommerreifen ein.
    Ganz praktisch kann ich zwei Beispiele liefern.
    Der Bridgestone S001, wie er beim aktuellen MX-5 ND ab Werk montiert wird, hat ein eher schmales Temperaturfenster. Bereits unter 15° C baut er deutlich ab und unterhalb von 10° hat er nur noch sehr wenig Grip. Das merkt man auf trockener Straße, aber insbesondere bei Nässe, dass sich dann glatteis-ähnlich fährt.
    Zweites Beispiel ist ein SUV-Reifen mit Y-Kennzeichnung, der auf einem Fahrzeug montiert war, dass nach Nordschweden transportiert wurde. Der Wagen ist bei -20°C 500 m vom Trailer in die Werkstatt gerollt worden. Anschließend hatten alle vier Reifen Risse, weil die Glastemperatur des Elastomers unterschritten wurde.
    Da glaubt dann keiner mehr, dass dieser Reifen bei der Temperatur noch irgendwie funktioniert.