Beiträge von Svanniversary

    Anekdote am Rande.
    Ich haben im Testbetrieb, schon Bremspedale und Sitzlehnen verbogen, und das mit damals 75kg. Gelupft hats da gar nichts. Zugegeben waren das scheiss Karren, aber die gibts ja auch.

    Das kenne ich auch, auch von Sicherheitstrainings, wo dann irgendwann die Pedalerie krumm war.


    Wenn man eine Woche lang Bremswege aufgenommen hat weiß man, was man getan hat.
    Ich kenne leider sogar einen Kollegen, bei dem nach 20 Jahren im Reifenversuch das rechte Knie hin war. Die Vermutung war, dass da auch durch die Bremsversuche schlechter geworden ist.

    Wenn Du auf die Bremse trittst, dann betätigst Du den Tandemhauptbremszylinder (THZ), der je nach Pedalweg ein bestimmtes Ölvolumen in die beiden Bremskreise fördert. Dieses Volumen strömt in den Sattel und baut einen bestimmten Druck auf, der die Kolben verschiebt. Der dann frei werdende Raum muss natürlich mit Öl gefällt werden. Das nennt man Volumenaufnahme.
    Kleiner Bremskolben - wenig Volumenaufnahme, großer Kolben - höhere Volumenaufnahme.
    Bei gleichem Volumen wird der kleinere Kolben weiter heraus gedrückt, als der größere, weil die Volumenaufnahme geringer ist. Gleichzeitig ist aber die Kraft am Pedal höher.

    Bei der Serienbremse ist das so ausgelegt, dass sich dabei das gewünschte Verhältnis von Bremskraft vorne zu Bremskraft hinten einstellt.

    Wenn ich jetzt einfach die Serienbremse durch eine mit größeren Kolben ersetze, dann hat diese eine höhere Volumenaufnahme.
    D.h. im Gegensatz zur Serie werden die vorderen Kolben weniger weit heraus gedrückt und erzeugen auch weniger Bremswirkung, als bei der Serie, so dass sich das Verhältnis zwischen vorne und hinten ändert.
    Das verschiebt die Bremsbalance nach hinten.

    Das an sich ist nicht so schön, weil die Hinterachse dann früher überbremst, es ist aber dank serienmäßigem Schlupfregler auch nicht so schlimm, da ich dann eben hinten früher in die ABS-Regelung komme.
    Je nach Effektivität der Regelung kann mich das aber ggf. schon Bremsweg kosten.


    Korrektur siehe unten.


    Durch das Zweikreisbremssystem in dem die Vorder- und Hinterachsbremsen hydraulisch verbunden sind, liegt an den Sätteln der gewünschte Auslegungsdruck für die Serienbremse an (ggf. korrigiert durch einen Bremsdruckminderer für der Hinterachse). Durch die größere Kolbenfläche erreiche ich bei gleichem Druck vorne höhere Bremskräfte mit der größeren Bremse, so dass die Vorderachse früher überbremst, als bei der Serienbremse.
    Das an sich ist nicht so schön, es ist aber dank serienmäßigem Schlupfregler auch nicht so schlimm, da ich dann eben früher in die ABS-Regelung komme.
    Je nach Effektivität der Regelung kann mich das aber ggf. schon Bremsweg und Seitenführung kosten.


    Dazu kommt noch, dass die ESC Eingriffe auch darauf aufgebaut sind, dass über eine bestimmte Pumpenlaufzeit und Ventilansteuerung ein bestimmtes Volumen verschoben wird, dass dann einen definierten Effekt hat.
    Mit einem anderen Bremssattel greife ich da ein und die Regelungsqualität wird sich in der Regel verschlechtern.


    Und noch ein negativer Effekt - wie oben geschrieben brauche ich aufgrund der höheren Volumenaufnahme weniger Kraft zur Bestätigung der größeren Bremse. Die Übersetzung ist größer, durch das größere verdrängte Volumen und die größere Kolbenfläche, auf die der Druck wirkt. Der erforderliche Pedalweg steigt aber in gleichem Maße.
    Das bewirkt, dass sich der Druckpunkt verschlechtert und das Bremsgefühl ggü. der Serie schlechter wird.


    Man sieht auch wieder die klassischen Zielkonflikte und dass ich mir mit technischen Vorteilen auf der einen Seite technische Nachteile an anderer Stelle einfange.


    In der Serienentwicklung hat man die gleichen Probleme, kann sie aber lösen. Z.B. in dem für unterschiedliche Bremssättel unterschiedliche THZ zum Einsatz kommen und natürlich auch so, dass das ESC und ABS für jede Bremse unterschiedlich appliziert werden.

    Aber dazu muss man wissen was „voll auf das Pedal hauen“ heißt. Leider hat auch meiner Erfahrung mit diversen Trainings immer wieder gezeigt, dass damit viele Fahrer überfordert sind und das üben müssen. Da gab es sogar Kandidaten, die es mit Übung auch bei mehreren Versuchen nicht hinbekommen haben.


    Insofern ist es leider nicht so einfach und die Assistenten haben tatsächlich ihre Berechtigung.

    Bringt erstmal beides nichts, Stahlflex und die größere Bremse. Die kommt erst zum Tragen, wenn Du bei starken Folgebremsungen auf der Autobahn, oder dem Track Temperaturprobleme bekommst.


    Bei der einmaligen Notbremsung aus niedrigen Geschwindigkeiten hat der Reifen den größten Einfluss, gefolgt davon wie gut das Zusammenspiel Reifen und Schlupfregler (ABS) funktioniert.

    Andererseits ist ein Bremsverhältnis mit mehr Anteil vorne sicherer. Ich würde Jan nach seinem Urlaub genau diese Argumentation vorlegen.

    Wenn die Volumenaufnahme der großen Bremse höher ist, als die der kleineren dann verschiebt das die Bremsbalance nach hinten vorne (s.u.), was eher kontraproduktiv ist.


    Den Punkt, dass die große Bremse auch weiter von der Grundauslegung weg ist und damit ESC und ABS schlechter arbeiten halte ich auch für valide. Ich sage „viel hilft viel“ ist hier falsch und es sollte nur so groß wie unbedingt nötig sein. Ich würde auch eher die kleinere Variante nehmen.

    Der Notbremsassistent reagiert nur, wenn du nicht reagierst. Sobald du bremst, schaltet sich der Assistent ab.


    Ob er deine Vollbremsung erkennt und den maximalen Bremsdruck aufbaut, kann ich auch nicht beantworten.


    Vielleicht kann das jemand anderes aufklären?

    Ist das so bei Mazda?


    Bei VW funktioniert der definitiv anders und das ist eigentlich auch Stand der Technik:
    - wenn der Fahrer nicht reagiert leitet der Assi die Notbremse ein
    - wenn der Fahrer reagiert, wird geprüft, ob ausreichend Bremsdruck anliegt, also ob der Fahrer eine Vollbremsung eingeleitet hat; falls nein und der Assi erkennt eine drohende Kollision, dann verstärkt er den Bremsdruck bis zur Vollverzögerung


    Ich vermute, dass letzteres hier auch der Fall war, was heißt, dass @Miata__AllDayDrive zu zaghaft gebremst hat und der Assi wahrscheinlich schlimmeres verhindert hat.


    Hast Du @Miata__AllDayDrive mal das eine oder andere Training gemacht und bist Dir sicher, dass Du eine Vollbremsung auslösen kannst und das Du das auch getan hast?

    wieder Hankook ventus v12 evo 2 werden - der Reifen macht einen mordsspass und knickt auch auf dem track nicht ein - abkühlrunden hat er zwischendurch nie bekommen und ich habe ihn trotz gegenteiliger Befürchtungen wohl nie überfahren

    Den hatte ich nach 1,5 Runden NOS am Limit, so dass er weich und schmierig wurde, auch ohne jegliches Überfahren. Aber das sind dann auch gut 30 km am Stück.
    Nach Abkühlphase wieder alles i.O.
    Der Michelin kann da mehr.

    Und zwar neigt er zum Schmieren wenn er überfordert wird und das ein ganzes Stück bevor dann tatsächlich die Haftung verliert, ein ganz eigenartiger Zustand mit dem man zwar umgehen kann wenn man es weiss, der sich aber auch dann noch unangenehm anfühlt.

    Das nennt sich wahrscheinlich „gutmütig mit breitem Grenzbereich“ ;) .
    Habe ich so nicht „erfahren“, aber ich habe ihn auch nicht überfahren.
    Für das Lernen nicht optimal, aber immerhin kann es einen vor einem Abflug bewahren.