Beiträge von Svanniversary

    Darauf wollte ich hinaus!


    Wäre das wirklich relevant für Otto-Normalverbraucher im öffentlichen Straßenverkehr, dann wäre das auch anders geregelt, ganz besonders in Deutschland.


    Dass Menschen wie Sven hier unter kontrollierten Bedingungen Unterschiede erkennen können, will ich gar nicht total bezweifeln. Für Otto-Normal-MX-5-Fahrer spielt das aber alles keine Rolle.

    Leider sprechen die Erfahrungen im MPS4 Thread eine andere Sprache. Bei einem so leichten und sensiblen Auto wie dem MX-5 spielt das also durchaus ein Rolle.


    Und viele hier wollen eben auch, dass ihr Auto gut fährt und nicht einfach nur irgendwie und sind da sicher sensibler, als der normale Klein- oder Mittelklassewagenfahrer.


    Aber wenn Du sagst Dir ist das egal, dann ist das natürlich auch eine legitime Antwort.


    Dein Bild von dem Thema passt für mich aber nicht. Es gibt keine Vorschriften in Deutschland, dass ein Auto „gut“, oder „schön“ fahren muss und es gibt genug Beispiele dafür, dass das in der Praxis auch nicht jeder Hersteller für jeden Aspekt hinbekommt.
    Die Sicherheitsrichtlinien sind da auf einem ganz anderen Niveau, so dass man durchaus ganz legal ein Auto, oder einen Reifen bauen kann, der „ausreichend“ fahrsicher ist und sich trotzdem bescheiden fährt.
    Aber wie oben geschrieben, ist das sicher nicht der Anspruch, den viele hier an ihren MX-5 haben.


    Vielleicht anschaulicher - jeder Winterreifen erfüllt alle Anforderungen an Fahrsicherheit und Gesetz und das sogar im Sommer. Aber möchtest Du so einen Reifen im Sommer, oder sogar auf dem Track fahren, insbesondere auf dem MX-5?
    Ich nicht, aber ich kenne durchaus Kunden, die so etwas machen und denen das Fahrverhalten ausreicht. Das meinte ich mit dem Punkt, dass das Verhalten nicht jeden, vielleicht sogar viele Kunden, nicht stören wird.


    Ist aber alles schwierig, so nonverbal im Forum. Das wäre mal ein Thema für eine Diskussion mit einem Bier am Tresen.


    Als Ex-Reifenentwickler kann ich dazu nur feststellen, dass das Thema durchaus als hochgradig kundenrelevant angesehen wird. Ansonsten würde auch kein OEM dafür eine eigene Reifen-Entwicklung betreiben und Geld dafür ausgeben.


    Und - ich habe auch noch ein ganz konkretes Beispiel für Dich. Das schlechte Nässeverhalten des Bridgestone S001 ist so ein Reifenverhalten, dass in einer OEM-Reifenentwicklung wahrscheinlich aufgefallen wäre und eine Freigabe verhindert hätte, zumindest nach den Kriterien, die hier in D üblicherweise angezogen werden.
    Das halte ich für sehr kundenrelevant, wie auch die vielen Beanstandungen dieses Verhaltens hier im Forum zeigen.
    So etwas kann man z.B. auch über die falsche Spec. bekommen.

    Interessant! Wie muss man sich das vorstellen? Kommen hier auch Messtechniken und standardisierte Abläufe zum Einsatz? Wie wird entschieden, was noch zum Fahrzeug passt und was schon nicht mehr?

    Ja, das wird natürlich so weit wie möglich objektiviert. Das reicht über standardisierte Fahrmanöver, Prüfstrecken/Testgelände, Abgleich der Subjektivbeurteiler bis zur messtechnischen Analyse (Telemetrie, Rundenzeit, Bremsweg, usw.).
    Es sind dann in der Regel Mindestkriterien im objektiven und subjektiven Bereich definiert und zusätzlich kommt noch die Abstimmphilosophie zum Tragen, also wie möchte das Unternehmen, dass das Auto fährt, also die eigene Handschrift.

    Interessant!
    Kann ich beim Reifen-Fachmann reklamieren, wenn ich unterschiedliche DOTs habe?

    Das wird schwierig. Rechtlich ist das zulässig und viele Händler kennen diese Problematik gar nicht, bzw. werden das dem Kunden ggü. nicht einräumen.
    Entweder man kann das über Kulanz regeln, oder hat, wie hier im Forum bereits geschehen, eine handfeste Beanstandung, dass es Probleme im Auto gibt. Dann muss der Händler natürlich reagieren.

    Interessant!
    Fahren sich Reifen "sehr unterschiedlich", dann dürfte das sicherheitsrelevant sein. Wäre das dann überhaupt zulässig und wo zieht man die Grenze?

    Die Grenze der Sicherheitsrelevanz ist sehr weit oben und wird dabei in der Regel nicht überschritten. Wir reden da eher über unschönes Fahrverhalten, wie eine schlechte, oder eckige Lenkansprache, einen zu schmalen, oder schmierigen Grenzbereich oder eine etwas stärkere Tendenz ins Über- oder Untersteuern.
    Den meisten Kunden wird das nicht einmal auffallen, aber mitunter kann das deutlich fühlbar sein und auch nerven.

    Link zum Thema bitte.

    Bitteschön - Michelin Pilot Sport 4


    @OliveRR, ja ich behaupte das nicht nur, sondern ich kann das auch beruflich belegen. In der Reifenabstimmung sind wir immer unterschiedliche Spezifikationen desselben Reifens gefahren, um zu evaluieren, in welcher Version er am besten zum jeweiligen Fahrzeug passt. Falls nicht wurden diese Specs. dann noch modifiziert, bis der Reifen im Ziel war.
    Da mehrere OEMs so arbeiten, führt das am Ende dazu, dass von einem äußerlich identischen Reifen, den man aber in der Regel an der DOT unterscheiden kann, mehrere Versionen im Markt sind, die sich z.T. sehr unterschiedlich fahren.


    Mit DOT sind dabei primär die ersten vier Ziffern gemeint, die Herstellort und Spec. beschreiben.
    Um das Datum geht es nicht unbedingt, aber auch das kann eine Rolle spielen. Ohne Namen zu nennen gibt es Hersteller mit einer sehr guten Prozessqualität, die einen Reifen lange Zeit mit konstanten Eigenschaften fertigen können, aber es gibt auch Ausreißer bei denen sich derselbe Reifen aus einer anderen Charge anders fährt.
    Wir haben im Rahmen von Qualitätskontrollen immer mal wieder Reifen nach 1-2 Jahren aus dem Feld geholt, um zu prüfen, ob diese noch die gewünschten Eigenschaften haben und haben auch dabei negative Befunde gehabt.


    Wieder ohne Namen zu nennen, beruht bei mir eine gewisse Vorliebe für bestimmte Marken und Reifen und eine gewisse Skepsis ggü. anderen Marken und Reifen, genau aus diesen Erfahrungen, die ich beruflich gesammelt habe.


    Fazit - man tut sehr gut daran, darauf zu achten, dass die DOT aller vier Reifen identisch ist, oder dass die DOTs zeitlich zumindest dicht beisammen liegen.

    Das kann man vielleicht von vorn herein als Bedingung festhalten, um nachträgliche Scherereien zu vermeiden ......

    Ich sage das grundsätzlich vorher dazu und so war es auch hier. Die Diskussion und Scherereien gingen dann los, als der Großhändler völlig durcheinander geliefert hat.
    Gerade wenn man ein gutes Verhältnis mit seinem Händler hat ist es eine sehr unangenehme Diskussion, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Wer trägt die Rückversandkosten, wie stellt man sicher, dass die nächste Lieferung i.O. ist, usw.


    Da sich die DOTs alle innerhalb eines halben Jahres bewegten, habe ich die dann abgenommen. Funktional gab es auch absolut nichts auszusetzen und die Reifen haben gut funktioniert.


    Einfacher ist es definitiv bei einem großen Reifenhändler, der die Reifen ggf. sogar auf Lager hat, so dass man sich vorher die DOTs anschauen kann.

    Ich bin mir hier nicht sicher, ob wir alle dieselben Bewertungsmassstäbe haben.


    Unter Last, also mit Klima, oder unter bestimmten Randbedingungen ist meine Annie auch nicht völlig frei von Vibrationen, aber das fühlt sich für mich konzeptbedingt als völlig normal an.


    Ich beziehe die Reifen über meinen bisher immer überaus korrekten und großzügigen fMH.

    So etwas mache ich auch immer gerne. Leider habe ich dabei die Erfahrung machen müssen, dass die Bezugsquellen der Auto-Händler hin und wieder nicht so gut sind, wie die der reinen Reifen-Händler.
    Man bekommt ggf. ältere Reifen, oder auch mal nicht zusammenhängende/-passende DOTs.


    Ich würde das ggf. kontrollieren und drücke die Daumen, dass es bei Dir besser klappt als bei mir.


    Das hat zwar bei mir dann alles funktioniert und ich habe auch nicht reklamiert, aber das Fazit gezogen, dass ich Reifen doch in Zukunft lieber beim Spezialisten kaufe.

    Moin,


    um da Hilfestellung zu geben, müsstest Du bitte mal definieren, was Du unter Track verstehst, also welche Strecken Du wie häufig befahren möchtest.
    Zusätzlich wäre es interessant zu wissen, wie lange das Auto normal Straße laufen soll, im Moment, und ob es auch später als Tracktool noch parallel auf der normalen Straße laufen soll.


    Die Empfehlung geht da von mir klar in Richtung eines guten (!) Gewindefahrwerks. Die Frage ist nur, ob man die Federraten eher universell wählt, so dass das Auto ein sehr guter Kompromiss für Track und gelegentlichen Straßeneinsatz ist, oder ob man kompromisslos auf Track optimiert.
    Dabei wäre es dann insbesondere wichtig zu wissen, ob wir über normale Rundstrecke reden, oder über spezielle Tracks, wie die Nordschleife, da ein normales Rundstreckensetup auf der NOS nicht optimal ist und umgekehrt.


    Als letzten Punkt wäre es noch interessant, wieviel Erfahrung vorhanden ist und mit welchen Autos und in welche Richtung das Setup gehen soll. Soll es eher sicher, verzeihend sein, oder doch so scharf wie möglich, mit wenig Reserven.