Beiträge von Svanniversary

    Wie ich schon sagte, für den unterdurchschnittlichen Blümchenpflücker, wie mich,


    vollkommen ausreichend...
    Für die Nordschleife... dann wohl eher nicht 8)

    Ih wo, sieht bei mir ähnlich aus, aber sogar noch 5-10 mm höher. Gerade auf der Nordschleife brauche ich Federweg ;) .
    Ich finde es persönlich optisch recht stimmig.


    Durch einen kleinen Gedankenfehler beim Einbau, habe ich beim Öhlins auch einen leichten Keil und ich denke der bleibt drin, weil es mir gut gefällt und weil es bei der Fahrt dann eher ausgeglichen ist.

    Also, komfortabel fällt mir als Eigenschaft beim Bilstein jetzt nicht ein... :) Passend zum Charakter des Autos, würde ich sagen.
    (...)
    Wenn man den MX NICHT tieferlegen möchte, ist man mit dem Bilstein gut bedient. Wenn man ihn tieferlegen möchte, drängt sich ein besseres Fahrwerk eigentlich auf, wenn man vernünftig fahren will.

    Stimmt, dank der stössigen Dämpfer leider nur weich, aber nicht so komfortabel ;) .
    Gewinde geht aber auf Wunsch mit der richtigen Einstellung noch deutlich härter ;) .
    Aber die weichen Federn beim Bilstein merkt man natürlich stark und daher ist immer viel Leben im Auto.
    Auf der anderen Seite stützen die Dämpfer das Auto besser ab, was das Fahrverhalten wieder verbessert.


    Wenn es Serienhöhe mit etwas Komfort sein soll, wäre das Bilstein-Fahrwerk in der Originalversion auch mein Favorit. Andere Federn sehe ich bekanntermaßen als Verschlimmbesserung.
    Und damit kann man auf jeden Fall sehr fix unterwegs sein und viel Spass haben.
    Mit einem Gewindefahrwerk stellt sich zusätzlich noch dieser gewisse, sehr spassige und direkte Go-Kart Effekt ein.
    Es fällt dann immer wieder der Spruch „jetzt fährt er so, wie er aussieht und ich es ab Werk erwartet hätte“ ;) .

    und in manch engerer Kurve muß man sich Gedanken über Linie und Brems- sowie Beschleunigungspunkt machen. Mit einem richtig guten Fahrwerk fährt man einfach durch diese Kurve durch.

    Oder man macht sich mit dem guten Fahrwerk die gleichen Gedanken und ist richtig entspannt und sauber schnell ...


    Das Bilstein ist komfortabel, weich und lebendig. Wenn einem das gefällt ist alles gut.
    Die genannten Fahrwerke nehmen das Auto an die Leine, machen es straffer, direkter, unmittelbarer, mit weniger wanken, und viel präziseren Reaktionen.
    Das ist ein bisschen so, als wenn ich den Golf Diesel mit dem Golf GTI vergleiche. Der Diesel fährt auch gut, aber der GTI ist deutlich sportlicher, direkter und macht den meisten auch mehr Spass. Und ja, das ist ernst gemeint. In der Relation ist selbst das Bilstein eher Golf Diesel, während das SPS durchaus GTI ist.


    Probe fahren, oder auch lieber nicht. Denn ich kann mich an keine Probefahrt erinnern, bei der hinterher nicht das Teufelchen gegen Gedanken getauscht wurde, die Bankkonten und Einbautermine betrafen ;) .


    Aus meiner Sicht eine gute, wenn auch kostspielige Investition. ;)

    Sehe ich auch so, aber - ich habe dieselben Bedenken, hohe Temperaturen im forcierten Betrieb, Frost im Winter und dazu ein sehr hoher Preis.
    Ich muss aber gestehen, dass mich das Thema auch durchaus reizt.


    Vom Preis-/Leistungsverhältnis für weniger Gewicht ist das schon top. Für 10 kg weniger muss man an anderen Stellen deutlich mehr Geld in die Hand nehmen. Und wie @Detlef schreibt, spare ich das Gewicht auch noch an einer idealen Stelle.


    Aber die Praxistauglichkeit, bzw. Haltbarkeit ist so eine Sache ...


    NET vertreibt die Dinger auch und ich bin demnächst da. Ich werde mal fragen, wie deren Erfahrungen sind.

    Statische (oder stationäre) Kreisfahrt

    Sorry, ich muss mal Klugscheißen ;) .


    Der richtige Begriff ist „stationäre“ Kreisfahrt, also ein stationärer, nicht beschleunigter Fahrzustand während der Kreisfahrt.
    Das Fahrmanöver ist eine genormte Beurteilung nach DIN-ISO 4238.
    Aber ansonsten eine sehr schöne Erklärung, Fabian ;) .


    Siehe z.B. hier:
    http://home.htw-berlin.de/~ste…versuch%20Fahrdynamik.pdf


    Die Steuertendenz bei stationärer Kreisfahrt sollte bei jedem Straßenfahrzeug untersteuernd sein und selbst bei vielen Rennfahrzeugen ist sie es. Ich kenne sehr wenige Ausnahmen von Spitzenfahrern, die ihre Fahrzeuge übersteuernd eingestellt haben, wie z.B. Michael Schuhmacher.
    Stationär übersteuernd würde auch bedeuten, dass das Heck sofort anfängt quer zu kommen, wenn ich mich dem Grenzbereich bei schneller Kurvenfahrt nähere. Ich habe noch niemanden gefunden, der mir erklären konnte, wie dann eine saubere Kurvenfahrt möglich ist, wenn ständig das Heck quer steht. Das funktioniert nur, wenn ich so viel Fahrzeuggefühl habe, dass ich es immer rechtzeitig fühle und erahne, dass ich am Grenzbereich bin und das Heck gleich leicht wird. Ein Michael Schuhmacher hat das gespürt, aber für uns hier, mich eingeschlossen, ist das für die Landstraße die falsche Auslegung.
    Ich bin das mal eine zeitlang mit einem ungünstig eingestellten KW V3 gefahren und das war am Ende nicht mehr spaßig, sondern nur noch nervig und anstrengend.
    Man fährt eine schnelle Kurve, muss nachlenken, oder fährt über eine Bodenwelle, das Auto steht quer, wird abgefangen, stabilisiert, neu ausbalanciert, und schon geht das Spiel bei der nächsten Bodenwelle von vorne los.
    Es ist in der Praxis schon anspruchsvoll genug ein nur minimal untersteuerndes, oder sogar neutrales Auto sauber zu bewegen, weil ich das sehr fein ausbalancieren muss.

    Ich weiß nicht, ob Du schon über meinen Hintergrund gestolpert bist. Ich arbeite in der Fahrwerkentwicklung bei einem OEM und bin ausgebildet worden, um solche Beurteilungen zu machen. Dafür reicht mir normalerweise eine kurvige Landstraße aus, wobei ich mehrere Fahrwerke auch auf einem kleinen abgesperrten Rundkurs fahren konnte. Ausflüge in den Grenzbereich gehören mit Einschränkungen dazu, aber mit der entsprechenden Erfahrung, geht das an der geeigneten Stelle ohne viel quietschen und rutschen und man schaut sich nur an, wie das Fahrwerk in gewissen Grenzsituationen reagiert.


    Wie genau ich das beurteile, mit welchen Fahrmanövern, etc. führt hier denke ich zu weit, aber ich habe bestimmte Kriterien, die ich mir immer wieder anschaue, wie z.B. Lenkverhalten, Linearität, Führbarkeit, Ansprechverhalten, Balance, Radkontrolle, Stabilität, etc.


    Mit dem Reifen hat das erst einmal nicht so viel zu tun. Der ist zwar definitiv die wichtigste Komponente im Fahrwerk, aber er kann auch nur so gut arbeiten, wie das Fahrwerk vorgibt. D.h. die Fahrwerkscharakteristik kann ich normalerweise mit jedem ordentlichen Reifen heraus fahren.
    Ich bevorzuge persönlich gute Sportreifen und fahre keine UHPs, oder Semis. Die machen mir das Auto zu steif und mir fehlt das spielerische. Mit einem guten Sportreifen halte ich das Auto beweglich und habe einen guten Übergangsbereich, also einen breiteren Grenzbereich. D.h. ich kann das Auto auch mal ein bisschen anstellen, oder die Vorder- oder Hinterachse mal anrutschen lassen. Der UHP hat einfach viel Grip und damit fahre ich dann zwar schnell aber eher statisch durch die Kurve. Am Grenzbereich wird der üblicherweise zickiger mit härteren Reaktionen und schmalerem Grenzbereich.
    Für die Fahrwerksbeurteilung ist entsprechend ein normaler Sportreifen auch besser geeignet, weil ich die Reaktionen des Fahrwerks viel feinfühliger rückgemeldet bekomme. Ein UHP überdeckt da viel und macht die Beurteilung eher schwieriger.


    Die Performance eines gut eingestellten Öhlins, oder SPS, ist selbst mit dem vielgescholtenen Bridgestone S001, oder erst recht eines besseren Reifens, im trockenen so gut, dass man das Auto auf der Landstraße gar nicht mehr, oder zumindest nur ganz selten an die Grenzen bringt.


    Die Vorteile eines guten Fahrwerks bemerke ich definitiv bei jeder Fahrt und dafür muss ich überhaupt nicht in die Nähe des Grenzbereichs kommen. Das Fahrzeug lenkt besser an, hängt direkter an der Lenkung, die Wankwinkel sind geringer, die Fahrzeugreaktionen direkter und linearer und es geht einfach mehr, ohne dass es brenzlig wird.
    Da profitiert man definitiv bei jeder Fahrt.
    Das ist auch immer wieder das Ergebnis, wenn jemand der Serie fährt, dass erste Mal den ND mit einem guten Fahrwerk bewegt. Der Unterschied fällt sofort auf und es entsteht ein breites Grinsen im Gesicht ;) .
    Zeiten sind nett für die Objektivierung, aber zumindest mir geht es da am Ende nicht darum irgendwelche 10tel Sekunden zu finden. Das ergibt sich gewissermaßen automatisch als netter Nebeneffekt.
    Der Hauptvorteil ist das bessere Fahrgefühl im Alltag und wenn ich so etwas beurteile dann ist mein Hauptfokus, ob das Fahrwerk „alles richtig macht“. D.h. ob sich keine Nichtlinearitäten, oder Ecken und Kanten ergeben, in denen das Fahrwerk nicht vernünftig funktioniert.
    Das sind dann so Themen wie, wird der Lenkwinkel linear aufgebaut, lässt sich das Fahrzeug gut führen, reichen die Federwege, sind Übergänge weich, ist der Grenzbereich fühlbar und breit genug, etc.


    Wenn man den ND wirklich sportlich haben will, dann macht eine Verdoppelung der Federraten, wie bei SPS und Öhlins schon Sinn. Im Gegensatz zum Seriensportfahrwerk mit den Bilstein-Dämpfern hält sich der Komfortverlust dennoch in Grenzen.
    Die Serien-Bilstein-Dämpfer sprechen sehr schlecht an, so das Stöße stark ins Auto geleitet werden. Das Auto „hoppelt“ gewissermaßen.
    Die Dämpfer des SPS- und erst recht des Öhlins-Fahrwerks sprechen viel geschmeidiger an und nehmen Stöße nicht so stark auf. Es bleiben zwar die härteren Federn aber unter dem Strich hat man immer noch einen guten Komfort.
    So ein ND mit Öhlins fährt sich dann vom Komfort gar nich so viel anders, als ein serienmäßiger Golf GTI, oder R, oder andere serienmäßige Sportmodelle anderer OEMs.


    Disclaimer: Ich sehe mich definitiv nicht als Raser und respektiere die Straßenverkehrsordnung und insbesondere muss jede Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer vermieden werden. Viele Eindrücke konnte ich auf einem abgesperrten Rundkurs erfahren. Auf der Landstraße spielt sich das im Rahmen der Geschwindigkeitsbeschränkungen ab und das üblicherweise ohne, dass die eigene Fahrspur verlassen wird.