Nein, habe ich nicht.
Das sind eher so Daumenwerte. Die Spur geht ja unmittelbar in den Schräglauf ein und hat damit einen sehr deutlichen Effekt.
Der Reifen ist dann schon in die richtige Richtung vorgespannt, hat ein wenig Schräglauf aufgebaut und es entsteht auch schon eine stabilisierende Kraft nach innen.
Vorspur an der Hinterachse wirkt sich rechnerisch nahezu identisch aus wie ein verlängerter Radstand und bringt damit Stabilität und Ruhe ins Heck.
Durch den negativen Sturz ergibt sich zwar auch eine Kraft, die nach innen wirkt, aber die ist selbst bei hohem Sturz geringer. Der Hauptbenefit vom Sturz ist die bessere Abstützung des Reifens unter Seitenkraft, also in der Kurve.
Das ist auch der Hauptunterschied. Spur wirkt immer, während der Einfluss des Sturzes umso höher wird, umso höher die Seitenkräfte sind.
D.h. auch, dass ich bei Nässe von der Spur profitiere, vom Sturz aber fast gar nicht, weil die Seitenkräfte gering sind.
Deswegen ist das Eigenlenkverhalten des Autos auf Schnee, Nässe und Trocken in der Regel unterschiedlich. Zum Glück geht das in der Regel in die richtige Richtung, dass das Auto stabiler wird, je niedriger der Reibwert ist.
Die 1:5 Regel bezieht sich hauptsächlich auf den Verschleiß und dessen Ausgleich, bietet aber auch für normale Straßenfahrzeuge einen Anhalt für ein sinnvolles Verhältnis.
Beim MX-5 kommt man mit so einer Rechnung ungefähr auf die Serienwerte:
Vorne: 5‘ Spur x -5 = -25‘ Sturz
Hinten 10‘ Spur x -5 = -50‘ Sturz
Daran kann man schon ablesen, dass die hier üblichen Werte über ein Grad Sturz schon leicht sturzlastig werden.
Bisher halten sich die Berichte von ungleichmäßigem Reifenverschleiß aber in Grenzen, vermutlich weil die Fahrzeuge auch eher ambitioniert bewegt werden, was in erster Linie die Außenschultern der Reifen belastet und dem Sturzverschleiß entgegen wirkt.
Wenn man ungleichmäßigen Verschleiß hat, bekommt man aber Daumenwerte, in welche Richtung man korrigieren kann.
Das zeigt jedenfalls auch, dass ein Wert von 12‘ Vorspur an der Hinterachse beim MX-5 noch im Rahmen ist, insbesondere in Verbindung mit höheren Sturzwerten.
Die Wirkung der mitlenkenden Hinterräder, durch mehr Vorspur ist sehr subtil aber wirkungsvoll. Ich bin selber mal einen Prototypen mit Hinterachslenkung gefahren, der bis zu 3° an der Hinterachse einstellen konnte. Das Auto konnte man selbst bei Geschwindigkeiten von weit über 100 km/h nicht mehr anstellen, oder aus der Ruhe bringen, so stabil wurde die Hinterachse.