Beiträge von Svanniversary

    Beim ND meiner Einschätzung nach zu hoch und reduziert die fahrdynamischen Möglichkeiten.

    So pauschal würde ich das nicht unterschreiben. Es gibt Reifen, die sich auch auf dem ND mit 2,2 bar sehr gut fahren, z.B. der MPS4.
    Das Fahrwerk spielt auch eine Rolle. In Verbindung mit dem Öhlins funktioniert der (neue!?) Bridgestone bei 2,2 bar auch ganz gut.

    Geometrie war auf Werkseinstellungen.

    Die erste potentielle Unsicherheit. So etwas wird im professionellen Bereich durch sorgfältige Konditionierung des Materials ausgeschlossen.


    Darüber hinaus kommt natürlich auch die falsche Fahrtechnik als Ursache für einen Dreher in Frage (davon abgesehen, dass immer der Fahrer und nicht das Material für einen Abflug verantwortlich ist). Die Frage ist dann was hat den Ausschlag für den Dreher gegeben, der Reifen, oder die Fahrtechnik? Ein geschulter Subjektivbeurteiler hält das mühelos auseinander und in der Regel wird es nicht am Reifen liegen. In meiner ganzen Testhistorie mit hunderten von Reifen hatte ich nur sehr wenige Reifen, die die Eigensteuertendenz des Autos deutlich verändert haben.

    Du bist an Deinem Limit unterwegs, sicher nicht an meinem ;) . Es bleibt sehr subjektiv.


    Kannst Du ohne Ausbildung ein Auto im Grenzbereich beurteilen? Kannst Du trennen ob es die Straße, die Fahrtechnik, das Fahrwerk, oder der Reifen war, der eine bestimmte Fahrzeugreaktion hervor ruft? Kennst Du alle Kriterien, nach denen man einen Reifen im Grenzbereich beurteilen sollte?
    Wir bilden unsere Leute dafür, z.T. über Monate und sogar Jahre, aus, damit sie so eine Subjektivbeurteilung reproduzierbar vornehmen können.


    Ich schließe mich da voll @Wolfram an. Die Bewertung gilt in erster Linie für Dich und hilft vielleicht Dir, und für andere ist sie wertlos, oder höchstens ein grobes Indiz. Du siehst ja schon an den ersten Reaktionen hier, dass andere Fahrer die Reifen auch ganz anders wahrnehmen als Du.
    Das ist auch der Grund, warum wir uns in einem früheren Thread hier schon darauf geeinigt hatten, dass eine Beschreibung der subjektiven Eindrücke durchaus Sinn macht ("kam mir auf Nässe rutschig vor"), aber eine absolute Beurteilung in Noten keinen Sinn macht.


    Darüber hinaus wissen wir ja nicht einmal was mit der einen Note ausgesagt werden soll. Ein Kriterienkatalog für die Subjektivbeurteilung von Reifen enthält über 10 Kriterien und das Verhalten im Grenzbereich ist nur eines davon, dass sich auch wieder in verschiedene Unterkriterien aufteilt.
    Ich gebe mal Beispiele:
    Grenzbereich
    - Haftungsniveau im Grenzbereich
    - Übergangsverhalten im Grenzbereich
    - Stabilisierungsverhalten im Grenzbereich
    Lenkgefühl
    - Centerpoint
    - Linearität
    - Handkraftniveau
    - Rückstellverhalten
    usw.


    Kennst Du all diese Punkte und kannst sie beurteilen und dann in eine einzige Note pressen? Ansonsten bewertest Du subjektive Teilaspekte, die Du uns noch nicht einmal mitgeteilst hast.


    Klar das hat alles einen sehr professionellen Anspruch, muss vielleicht nicht sein und gehört auch nicht in ein Forum. Aber dann kann ich das Note auch gleich bleiben lassen und wir einigen uns auf eine beschreibende Subjektivbeurteilung mit der dann jeder etwas anfangen kann (oder auch nicht).


    Ich würde übrigens einige Reifen aus Deiner Liste ganz anders beurteilen und ich habe das immerhin schon beruflich gemacht. Wie gehen wir damit um? Kann ja nicht beides richtig sein, aber unterschiedliche Ergebnisse helfen ja keinem.

    Es hat für dich einen Trend aufgezeigt, für andere sind die Informationen wertlos ;)

    Das bringt es auf den Punkt.


    Im professionellen Reifentest werden die verschiedenen Reifen innerhalb kurzer Zeit auf demselben Fahrzeug in verschiedenen Tests geprüft.


    Ich habe das eine zeitlang beruflich gemacht und würde mir dennoch keine halbwegs objektive Beurteilung nur anhand dessen zu trauen, was ich so nebenbei im öffentlichen Straßenverkehr fahre.
    Das geht schon damit los, dass eine differenzierte Betrachtung des Grenzbereichs nass und trocken im öffentlichen Straßenverkehr nicht möglich ist.

    dieses Phänomen kennt man unter Flatspot oder Standplatten.

    Das wird es sein. Insbesondere die Bridgestone sind da etwas empfindlich, auch ohne dass sie besonders warm gefahren worden sind.


    Solange es nach ein paar km weg geht ist alles o.k.


    Mit anderen Sommerreifen tritt das mitunter nicht auf, z.B. dem Michelin Pilot Sport 4.


    Physikalisch wird der Latsch, also die Standfläche des Reifens, im Stand deformiert und das prägt sich ins Gummi und den Unterbau ein. Dadurch ergibt sich eine Unrundheit des Reifens, die man in Form von Vibrationen spürt.
    Durch die Fliehkräfte, das Durchwalken des Gummis und die Erwärmung des Reifens fährt sich das dann wieder raus.