Ich schätze das anders ein @Idefix.
In absehbarer Zeit werden die Abgaben auf Treibstoffe und die Kraftfahrzeugsteuern für Verbrenner stark steigen. Gleichzeitig steigen auch die Preise für die Verbrenner-Fahrzeuge, da die Motoren- und Abgstechnik immer aufwendiger wird. Der Diesel fährt mit dem SCR-System heute schon eine Abgasreinigung, die vor Kunde mehrere tausend Euro kostet und der Benziner zieht mit dem OPF langsam nach.
Auf der anderen Seite werden die E-Fahrzeuge irgendwann im Massenmarkt ankommen und durch Skaling-Effekte immer günstiger.
D.h. auf lange Sicht gibt es da eine Scherenbewegung und irgendwann wird es wirtschaftlicher sein, ein Elektro-Auto zu fahren. Im Mittelklasse-Segment wird das sogar schon innerhalb der nächsten Jahre so weit sein (siehe z.B. hier https://www.adac.de/rund-ums-f…ktroauto-kostenvergleich/). Egal welches Konzept sich durchsetzt sieht es aber aktuell so aus, dass es wirtschaftlich umso schwieriger wird, je kleiner und einfacher die Autos sind. Das Einstiegssegment bleibt also wahrscheinlich auf der Strecke.
Ich bin auch sehr guter Hoffnung, dass sich das Problem mit den alten Batterien löst. Auf der einen Seite wird es Re-Use Konzepte geben, z.B. als Stationärspeicher für Windkraftanlagen. D.h. die Batterien haben einen nennenswerten Restwert und werden nicht wertlos, bloß weil sie im Auto nur noch 70% Kapazität bringen.
Zusätzlich gibt es bereits jetzt erste Anbieter, die defekte Batterien wieder aufbereiten und als Ersatz- oder Austauschteil anbieten. Sehr häufig geht nur eine einzelne Zelle, oder ein einzelner Stack kaputt. Dann kaufe ich einfach billig defekte Batterien auf, sammle aus diesen die heilen Zellen und Stacks und stecke eine funktionierende Batterie zusammen, die ich dann wieder als Ersatzteil anbieten kann.
Auf dem Gebrauchtwagenmarkt haben die E-Fahrzeuge sogar den Vorteil, dass sie "nur" die Schwachstelle Batterie haben. Alles andere ist viel haltbarer als beim Verbrenner. Der hat ja heute auch schon das Problem, dass ich nicht weiß, wie zuverlässig die Verbrennungsmaschine nach 100, 200, oder 300 tkm noch ist. Ein Motortausch macht aus diesen Autos auch einen Totalschaden.
Die Hersteller geben aktuell auf die Batterien meistens eine Garantie bis 160 tkm. Übertragen auf die meisten Verbrenner heißt das, ich muss einmal die Batterie tauschen und habe ansonsten ein sehr zuverlässiges und nahezu unkaputtbares Auto.
Wenn jetzt noch eine ausreichende Ladestruktur aufgebaut wird und die Batterietechnik ordentlich Fortschritte macht, so dass statt 600 km irgendwann 1.200 km Reichweite drin sind, dann werden die Verbrenner schneller zum Altmetall, als uns lieb ist
.