Beiträge von Svanniversary

    Nur Stabis - o.k. Nur Fahrwerk - o.k. Fahrwerk und Stabis - würde ich nicht machen.


    Gibt ein sehr steifes und unbewegliches Auto, dass so gut wie kein Feedback mehr gibt und sich nicht mehr spielerisch, sondern sehr anstrengend fährt.
    Ich finde, dass selbst ein MX-5 mit SPS, oder Oehlins Fahrwerk schon deutlich weniger Feedback gibt, wobei das noch sehr gut funktioniert.

    :thumbsup: - absolute Zustimmung ;) .


    Die Kompetenz von Prof. Scherge wollte ich natürlich ein keiner Weise in Frage stellen. Da ging es mir nur darum wie allgemeingültig und übertragbar so etwas ist, insbesondere vor dem Hintergrund verschiedener Beschichtungstechnologien usw. Da kann ich mir schwer vorstellen, dass die Tribologie immer identisch ist.


    Ich hatte jetzt auch schon öfter darüber gelesen, dass es sehr schädlich sein kann, wenn man den Motor immer nur sehr niedertourig fährt, weil sich dann schlimmstenfalls sogar Grate, oder Kanten im Brennraum bilden können. Begründung ist die Pleuellängung durch die höhere Fliehkraft bei höheren Drehzahlen.
    Das klingt für mich auch sehr einleuchtend und war ein Grund dafür, dass ich den Motor schon früh mit wenig Last bis 4.000 1/min.gedreht habe. Nach wenigen 100 km habe ich das dann langsam gesteigert.


    Auch nach dem Einfahren halte ich es für sinnvoll, öfter das ganze Drehzahlband auszunutzen.


    Warum ich etwas skeptisch gegen eine sofortige maximale Belastung bin, liegt u.a. an praktischen Erfahrungen. Wir haben recht viele Versuchs- und Dienstwagen in der Firma. Da sind immer wieder Leute dabei, die bei einem Auto das Ihnen nicht gehört, recht rabiat fahren und sofort alles geben. Sehr häufig bekommen dann gerade diese Autos später Probleme mit einem recht hohen Ölverbrauch. Hatte ich sogar selber einmal, als ich mit einem neuen Auto gleich eine längere Autobahnstrecke fahren musste und ihn dabei eher normal genutzt habe.

    Alles absolut richtig. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass insbesondere die hinteren Streben einen deutlichen Einfluss auf die Steifigkeit haben und sich die Balance minimal nach hinten verschiebt. Das ist aber in einer Größenordnung, dass ich absolut nicht daran denken würde, das Fahrwerk deswegen neu einzustellen.

    Und das heißt was? Aus der Halle und sofort auf den PIN, sonst ist die Chance vertan? Wie viel Zeit hat man, bzw. wie muss ich mir das vorstellen in welchem zeitlichen Rahmen das abläuft?
    Für welche Beschichtungstechnologie gilt das? Was ist z.B. mit Nikasil, Nanoslide, APS usw.?


    Ich scheine ja echt verdammt viel Glück gehabt zu haben, dass ich bisher alle Motoren zumindest ein paar hundert km eingefahren habe und noch keine Probleme hatte (wie viele andere auch). Der letzte Motor, den ich dann länger gefahren bin, war der vielgescholtene 1,4 TSI, der auch nach 90 tkm keinerlei nennenswerten Ölverbrauch hatte.


    Soll keine Provokation sein, aber das hört sich jetzt für mich, ggf. berufsbedingt, ein wenig sehr nach dem Elfenbeinturm der Forschung an und klingt insbesondere hinsichtlich der beschriebenen negativen Auswirkungen doch arg übertrieben. Und, bitte nicht falsch verstehen, ich weiß, dass die Frauenhofer Institute viel von Drittmitteln leben und schon immer auf gutes Marketing angewiesen waren.


    Wir müssen uns da wahrscheinlich sowie wenig Sorgen machen, weil die Motoren am Band und während des Transfers mit diversen Umladevorgängen sowieso nicht geschont werden.

    Und diese Strukturen bilden sich nicht mehr aus, wenn der Motor geschont wird? Das geht für mich aus dem Text nicht hervor. Wann ist es denn zu spät? Nach 10, nach 100, oder nach 1.000 km? Wann "muss" der Motor das erste Mal mit Vollast betrieben werden? Welche Beschichtungstechnologie setzt Mazda ein? Was passiert mit den Bronze-Gleitlagern im Motor, wenn diese gleich hochbelastet werden? Wenn das mal alles so einfach wäre ...


    Hinsichtlich der Zylinderlaufbahnen kann ich das ja durchaus nachvollziehen, aber so ein Motor besteht ja schon aus weit mehr, als aus den Zylindern. Die Gleitlager der Kurbelwelle sind auch sehr hoch belastet und wichtig und die haben eine komplett andere Tribologie.

    Also zumindest mein Arbeitgeber hat da durchaus auch schon die eine oder andere Forschung zu betrieben und empfiehlt das Einfahren nach wie vor. Und das hat nicht nur kommerzielle Gründe ;) .
    Kann man sicher trefflich darüber streiten, ob hier die Wissenschaft mehr weiß, als derjenige der auf Entwicklungs- und Felddaten von Millionen Motoren zurück greifen kann.


    Schiffsmotoren?
    Klassifizierung:
    Langsamläufer - bis 250 1/min.
    Mittelschnelläufer - 250 bis 1.000-1.200 1/min.
    Schnelläufer - wenig darüber
    Beim Ottomotor erhöhte Leerlaufdrehzahl. Stimmt, kann man bedenkenlos ab null km genauso hoch drehen wie einen Schiffmotor. Der Vergleich hinkt sehr.
    Bei Anlagen- bzw. Stationärmaschinen ist das nach meiner Erinnerung ähnlich.
    Ich hoffe doch die genannten Forschungen beziehen sich auf Fahrzeugantriebe, insbesondere Hochdrehzahlkonzepte? Denn das ist wirklich etwas anderes.
    Bevor bei uns ein Motor auf dem Prüfstand getestet wird, muss er auch eine definierte Einfahrprozedur über sich ergehen lassen. Das kostet Zeit und Geld und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Motorenkollegen das machen würden, wenn es überflüssig, oder nachteilig wäre.


    Praxis > Theorie > Physik ;) .

    Vorsichtiges Einfahren ist vollkommen falsch!
    Ja, richtig, nicht nur egal, sondern auch falsch.

    Das ist mir als Inscheniör jetzt auch etwas zu pauschal.


    Beim Auto und Einfahren geht es nicht nur um metallische Reibpaarungen, bzw. Stahl/Stahlpaarungen. Da gibt es auch noch ein paar andere Reibpaarungen und insbesondere Bremse und Reifen mögen es, im Sinne der eigenen Sicherheit, auch ganz gerne, wenn man sie etwas sinniger einfährt.
    Davon abgesehen schlafen die Hersteller auch nicht auf den Bäumen und empfehlen das Einfahren nach wie vor.


    Nach meiner persönlichen Einschätzung liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Kein übertriebenes Schonen und auch nicht gleich komplett krachen lassen und alles wird gut. Drehzahlen im Bereich bis 4.000 1/min. sehe ich dabei als eher unkritisch an und die hat meiner auch beim Einfahren schon hin und wieder zu sehen bekommen.