Erst einmal vorab. Alle Bremsen, die angeboten werden sind kein Schrott und funktionsgeprüft.
Stimmt, was für die Bremsenhardware gilt und keine Aussage zum ESC zulässt.
Ja, vielleicht benötigt die ein oder andere Bremsanlage etwas mehr oder weniger Druck.
Druck ist der falsche Begriff. Hier es geht primär um das Volumen, was sekundär Effekte auf den Druck hat.
Weniger Druck benötigen theoretisch auch Stahlflexleitungen (schlecht für's ESC?)
Ja, der gleiche Effekt, aber deutlich geringer ausgeprägt, da weniger Einfluss auf das Volumen.
Mehr Druck benötigen "abgefahrene" Scheiben/Beläge (auch schlecht)
Nein, komplett falsch. Die Flüssigkeit fließt aus dem Ausgleichsbehälter nach, so dass der Verschleißzustand keinerlei Auswirkung auf den Volumenhaushalt hat.
Verschlissene Bremsen, die ihren Reibwert nicht mehr erreichen, sind in der Tat schlecht und sollten getauscht werden.
Bei Regenwetter wird es flexibel, mal mehr mal weniger Druck. Wieder schlecht für ESC?
Nein, dafür gibt es den Reibwertschätzer. D.h. das ESC lernt sich auf den Reibwert an. Kann aber auch dazu führen, dass die ersten Regeleingriffe unsauber sind. Wird dann aber schnell besser.
Klar kann man das aus Sicht Kunde/Stammtisch alles vernachlässigen, es sind aber am Ende genau die Fragen, die den Entwickler beschäftigen, weil das System immer gut und nicht irgendwie funktionieren soll.
Vielleicht geht das auch minimal in Richtung overengineered, aber es ist tatsächlich Stand der Technik und scheint nicht so verkehrt zu sein, da es alle OEMs so machen.
Man muss sich aber auch immer vor Augen halten, was das ESC können soll, nämlich z.B. ein ausbrechendes Auto bei über 200 km/h sauber und weich abfangen und auf die Spur zurück führen. Da kann man sich dann ungefähr vorstellen, wie genau so eine Regelung ablaufen muss.
@Detlef, wie genau hast Du diese Aussage validiert: "Aus meiner Sicht und praktischer Erfahrung (nicht aus Diskussionen oder Stammtisch) hat eine für ein Modell abgenommene größere Bremsanlage keinerlei Einfluß auf das ESC"? Wir machen dazu üblicherweise Erprobungen im Trockenen bis zum Highspeedbereich, sowie Testfahren im Nassen und auf Schnee/Eis. Hast Du sicher alles sauber nach Prüfkatalog probiert, um so eine fundierte Aussage zu treffen ;-).
Ich schreibe es nochmal. Es wird hinterher alles irgendwie funktionieren. Man greift aber dabei in bestimmte Systeme ein und das bedeutet Abstriche und Nachteile. Das ist einfach ein Fakt, den man kennen sollte und dann kann da jeder mit machen was er möchte.
Ich habe z.B. auch bis heute noch leichte Übersteuer-Fehleingriffe bei schneller Kurvenfahrt, was mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit an meiner Kombi aus KW V3, Michelin PS4 und der Fahrwerkseinstellung liegt. Naheliegender Grund, auch nach Diskussion mit den Fachleuten ist, dass das Einspurmodell nicht mehr hundertprozentig passt und der Lerner das nicht kompensieren kann.
Das hat außer mir auch noch keiner beanstandet, oder gepostet (KW V3, oder ST-X, sollte sich ähnlich verhalten). D.h. aber nicht das es nicht da ist. Es hat nur außer mir anscheinend noch keiner bemerkt.