Beiträge von Svanniversary

    @Irs


    Kann ich so gut nachvollziehen und verstehen.


    Ich glaube nicht, dass Du das Statement zu den „zu guten Wintereigenschaften“ stehen lassen würdest, wenn Du das wirklich einmal brauchst (was hier zu Lande ja nicht mehr so oft vorkommt).
    Ich bin dieses Jahr einen MX mit guten Winterreifen auf dem Eissee gefahren und da hätte man sich durchaus mehr Grip und ein besser beherrschbares Fahrverhalten wünschen können.


    Während man trocken immer einen ordentlichen Reibwert größer 0,7 - 0,8 erreicht, reden wir bei Glätte über ein fünftel bis zehntel dieses Wertes. Selbst bei guten Reifen ist das immer noch sehr wenig, wenn man es objektiv betrachtet.


    Am Ende geht es dabei um den Unterschied zwischen subjektivem Fahrgefühl und objektiver Fahrsicherheit.

    Lamellierung ist eine Technologie für einen modernen Winterreifen, um die Performance insbesondere im Schnee zu verbessern. Das ist bei Winterreifen offensichtlich eine wichtige Eigenschaft, aber eher nicht bei Sommerreifen.
    Genauso sind für entsprechende Kälteeigenschaften auch weichere Mischungen, als beim Sommerreifen erforderlich.


    Beides führt dazu, dass das Niveau der übertragbaren Seitenkraft sinkt und der Schräglaufbedarf steigt, wenn man Winter- mit Sommerreifen vergleicht.
    Und das fühlt sich dann für den Fahrer schwammiger und weniger direkt an.


    Dennoch kann ein moderner Winterreifen mit Lamellen und allem immer noch trocken, nass und auf Schnee deutlich mehr, als ein Winterreifen vor 10 bis 20 Jahren.


    Gerade trocken kann und wird er aber selbstverständlich nicht das Niveau eines guten Sommerreifens erreichen.
    Es gibt aber durchaus Winterreifen wie den Conti oder Pirelli, die sehr gute Trockeneigenschaften haben. Und das obwohl sie lamelliert sind und auch von anderen Punkten Deiner Liste betroffen sind.

    Nein, solche Pauschalurteile sind leider nicht aussagekräftig und ich kenne aus eigener Erfahrung (4 Jahre professioneller Reifentest) diverse Reifen, die trotz Deiner Kriterien andere Eigenschaften hatten, als Du sie voraussetzt bzw. beschreibt.


    Es gibt z.B. sogenannte Zickzack-Lamellen, die sich unter Last verkeilen, so dass ein Reifen trotz umfangreicher Lamellierung und hohem Negativanteil (so heißen die "Löcher" ;) ) sehr gute Trockeneigenschaften hat.
    Genauso kenne ich Reifen, die optisch einem Sommerreifen ähneln und dank einer besonderen Mischung hervorragende Wintereigenschaften haben.


    Die übertragbare Kraft eines Reifens hängt auch von mehreren Kriterien ab und kann nicht einfach am Positiv-/Negativanteil festgemacht werden. Bei viel Negativanteil ist z.B. die Flächenpressung im Positivanteil höher, da weniger Fläche trägt. Der Einfluss der Mischung ist noch größer.


    Ich kann also aus fachlicher Sicht nur davor warnen, sich an solchen stark vereinfachten Pauschalkriterien zu orientieren.
    Aber wir leben ja in einem freien Land und Du musst wissen, was Du damit machst...

    Die meisten dieser Punkte sind nicht valide. Man „sieht“ es einem Reifen leider nicht einfach mal so an was er kann und die Entwicklungsingenieure wissen in der Regel was sie tun, auch wenn sie gegen Deine Kriterien verstoßen.


    Ein wesentlicher Punkt sind Eigenschaften der Gummimischung und der Reifenkonstruktion, z.B. der Karkasse und beides kann man optisch nicht beurteilen.