Was fehlt denn jetzt noch?
Winterreifen leben zum einen von der Flächenpressung (Vorteil schmale Reifen) und seit es die Lamellentechnologie gibt auch davon, dass sie sich insbesondere auf Schnee mit dem Untergrund verzahnen können (Vorteil breite Reifen).
Bei gegebener Reifenbreite begünstigt ein etwas höherer Fülldruck beide Effekte.
Das gilt allerdings in erster Linie für Traktion und Bremsen, also Längsführung.
Bei der Querführung wirken sich diese Effekte nur sehr gering aus, dafür ist es aber wichtig, wie gut der Reifen arbeiten und Schräglauf aufbauen kann. Höherer, bzw. zu hoher Fülldruck, hat dabei nachteilige Effekte.
Bei der Querführung gibt es so etwas wie ein optimales Fülldruckfenster und darüber und darunter leidet auf der einen Seite die Quersteifigkeit (zu wenig Fülldruck), oder der Querkraftaufbau (zu hoher Fülldruck, Reifen wird zu steif und arbeitet schlechter).
Wenn ich solche Effekte dann auch nur an einer Achse habe, bringe ich auch noch die Balance (über-/untersteuern) des Autos aus dem Gleichgewicht.
Warum Mazda jetzt ausgerechnet empfiehlt den Fülldruck nur hinten um 0,2 bar zu erhöhen, kann ich dabei beim besten Willen nicht beantworten, auch wenn ich beruflich schon reichlich mit solchen Themen zu tun hatte.
Aus meiner Sicht macht es entweder Sinn, den fahrdynamisch optimalen Fülldruck an beiden Achsen zu fahren, der in der Regel, je nach Reifen, irgendwo zwischen 1,9 und 2,2 bar liegt, oder alternativ für bessere Traktion und kürzere Bremswege den Fülldruck an beiden Achsen moderat zu erhöhen.