Beiträge von Svanniversary

    Ist das grundsätzlicher Fahrfehler (macht aber Spaß), Einstellung, Luftdruck etc.?

    Die Ursache ist, dass Du an der Hinterachse durch das Gas geben Stick/Slip erzeugst, der die Achse in ihrer Eigenfrequenz zum Schwingen bringt, wodurch das Rad tatsächlich horizontal springt. Beim ST-X ist das durch die härtere Feder ausgeprägter und energiereicher, als bei der Serie. Eventuell wird der Effekt durch ungünstige Eingriffe des Schlupfreglers noch verschlimmert.


    Also kein echter Fahrfehler, sondern ein Fahrzeugproblem, dass man aber durch weniger Gas vermeiden oder reduzieren kann. Ein Sperrdifferenzial, wie @GarchingS54 schreibt, würde auch helfen, weil es die Last auf beide Hinterräder verteilt, aber auch damit kann ich ggf. in die gleichen Probleme kommen.
    Was auch helfen würde wäre ein verstellbares Fahrwerk ala KW V3. Dann könnte ich gezielt die Dämpfung an der Hinterachse erhöhen, was das Springen reduzieren würde.

    Schade wenn technische Fakten und Hintergründe als überheblich wahrgenommen werden.


    Du bist auf der emotionalen Seite und ich auf der technischen. Das ist eine denkbar schlechte Basis für eine Diskussion.


    Edit



    Andere Statements zu akzeptieren ist die Grundlage fachlich geführter Diskussionen.

    Um das nochmal versöhnlich aufzugreifen...


    Mit Deinem Statement an sich habe ich gar kein Problem, aber fachlich wird eben schwierig zu diskutieren, da Du ja eher emotional argumentiert hast und auf meine fachlichen Ausführungen gar nicht eingegangen bist.


    Wenn Du für Dich mit Deiner Abstimmung und Einstellung happy bist ist doch alles gut und da sage ich garantiert nichts dagegen. Wenn ich so darüber nachdenke, dann habe ich insbesondere reagiert, weil Du das verallgemeinert hast und auch geschrieben hast, dass Du glaubst dass das für alle das richtige wäre.
    Da habe und möchte ich genau widersprechen, weil eben in der Fahrzeugtechnik andere Maßstäbe festgelegt wurden und ich auch nicht glaube, dass die Mehrheit hier im Forum glücklich wäre, wenn ständig das Heck überholt. Dazu findest Du hier genug Beispiele und es ist nun einmal nicht jeder trainiert und routiniert genug, um damit umzugehen. Dazu kommen noch die, die es vielleicht könnten, denen das im Alltag aber auch zu anstrengend ist und als letztes wieder das Thema Sicherheitsreserven bei unvorhergesehenen Situationen, das vielen, wie mir, wichtig ist.


    To make things short, ich glaube Dir dass das für Dich toll ist, glaube aber nicht, dass man das verallgemeinern sollte.

    @Wolfram, es ging beim Ausgangspost darum, dass Auto dichter an die Neutralität zu bringen und da bist Du mit einem Post dazwischen gegrätscht der ausgesagt hat, wie wichtig und toll übersteuern ist (Du hast auch nichts von neutral oder leicht übersteuernd geschrieben).
    Darauf habe ich nur reagiert.


    Diese Diskussion führe ich bei weitem nicht das erste Mal und nach meiner Erfahrung können wir das jetzt auch abbrechen.
    Ich habe ein wenig Theorie und Praxis geliefert und da kann jetzt jeder mit machen was er möchte.

    Du fährst dann kein übersteuerndes Auto, wenn er über alle viere rutscht, sondern ein neutrales. Das ist genau das wovon ich sprach und was mit meinem Tipp auch erreicht werden soll.
    Eine Einstellung analog des Serienfahrwerks führt beim ST-X und KW V3 zu deutlichem Übersteuern und das ist in keiner Weise sinnvoll.


    Abgesehen von einigen wenigen echten Könnern mit speziellen Renn- oder Ralley-Fahrzeugen wird für alle anderen die untersteuernde Einstellung immer die sein und bleiben, die sinnvoll und notwendig ist.
    Je weiter Du Dich von der Neutralität in Richtung Übersteuern entfernst, desto geringer wird die kritische Geschwindigkeit bei der das Auto über die Gierverstärkung bei kleinsten Lenkwinkeln instabil wird. Das heißt praktisch, das einem bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn bei leichtesten Kurven das Heck ausbricht.
    So etwas will wohl kein (normaler) Fahrer im Alltag erleben und daher gibt es auch keine serienmäßigen Auslegungen die echt statisch übersteuernd sind.


    Wer danach immer noch meint sein Auto übersteuert und das ist auch gut so, dem empfehle ich sich mal mit der Theorie zu beschäftigen und zu versuchen einmal praktisch ein echt übersteuerndes Auto zu fahren. Das macht nur halb so viel Spass wie man meinen könnte.


    Was dagegen in der Praxis häufig gemeint ist, ist ein neutrales oder untersteuerndes Auto, dass dynamisch agil ist, so dass ich das Heck über bremsen oder Lastwechsel mobilisieren kann.
    So etwas ist weit verbreitet und trifft sogar auf sportliche Fronttriebler wie einen Golf GTI zu.


    Übrigens steht in der gesamten Fachliteratur der Fahrzeugtechnik, dass die untersteuernde Auslegung für Serien-/Straßenfahrzeuge die Richtige ist, weil das Fahrzeug auch bei hohen Geschwindigkeiten stabil bleibt und Untersteuern für den Fahrer besser zu beherrschen ist.
    Da stehst Du also mit Deiner Meinung zur Beherrschbarkeit eines übersteuernden Fahrzeugs ziemlich alleine da.

    @Wolfram, dazu gibt es eine lange Vorgeschichte, die Du hier im Forum findest.


    Ein (heftig) übersteuerndes Fahrzeug bringt Dir gar nichts, weil Du in der Kurve keine saubere Linie mehr hinbekommst.


    Hier geht es darum das Auto sauber neutral hin zu stellen, je nach Vorbildung eher neutral/untersteuernd für den Ungeübten, oder eben echt neutral für den Profi.


    Jedes Unter- oder Übersteuern macht das Auto langsamer, weil eine Achse (viel) früher an die Grenze kommt als die andere. Daher sollte das fahrdynamische Ziel immer Neutralität mit leichter Tendenz in die eine oder andere Richtung sein.


    Ein echt übersteuerndes Auto ist ganz sicher nichts was Spass macht, oder fahrdynamisch sinnvoll ist.
    Das gibt schon die Theorie her und zu meinem Leidwesen konnte ich im letzten Jahr auch viel praktische Erfahrung dazu sammeln.


    Wenn man das differenziert diskutiert, muss man auch noch streng nach statischem Übersteuern (z.B. stationäre Kreisfahrt) und dynamischen Übersteuern unterscheiden (z.B. Einlenken).
    Das o.g. bezieht sich in erster Linie auf statisches Übersteuern. Eine Prise dynamisches Übersteuern kann je nach Fahrstil und Vorlieben durchaus willkommen sein.


    Wenn Du Dein Auto nicht ständig in langgezogenen Kurven ausbalancieren musst, weil ständig das Heck kommt, bist Du entweder zu langsam, oder der Wagen ist eben gar nicht statisch untersteuernd.


    Als letztes gibt es auch Fahrtechniken, wie man mit untersteuern umgehen muss, die natürlich auch zum Repertoir des geübten Fahrers gehören sollten.