Ich meine damit eine generell vorhandene Querweichheit der Hinterachse, die man u.a. mit mehr Sturz und Spur, oder höhere Fülldrücke ausgleichen muss.
Das Einbrechen an der HA wird verursacht durch die Radführung. Das merkst Du schon daran, dass der Reifen auf der Vorderachse ein anderes Verhalten hat und sehr steif ist. In meiner gesamten beruflichen Praxis habe ich keinen Reifen kennen gelernt, der auf einer Achse querweich ist und auf der anderen total steif. Das sind immer Effekte, die durch das Fahrwerk hervor gerufen werden.
Ein wirklich deutlich querweicher Reifen zeigt das auch auf der Vorderachse durch schwammiges und verzögertes Anlenken und einen schlechten Centerpoint.
Das ist ein bisschen die Henne/Ei Frage, aber fahrzeugtechnisch ist das aus meiner Sicht sehr einfach. Die Achse hat die Aufgabe dem Reifen optimale Randbedingungen für seine Funktion zu bieten. Wenn sie das nicht tut, kann der Reifen nichts dafür, quittiert das aber mitunter mit unangenehmen Eigenschaften.
Mit dem höheren Fülldruck gleichst Du die Defizite der Achse aus und nicht des Reifens.
Dazu kommt aus meiner Erfahrung, dass sich der MX bei mir mit drei verschiedenen Reifen sehr ähnlich verhalten hat. Jetzt kann man dann wieder diskutieren, ob alle drei Reifen Probleme hatte, oder die eine Achse auf der sie gelaufen sind.
Falls Du eine technische Erklärung möchtest, ich vermute, dass es mit der Spur-/Sturzänderungskurve an der Hinterachse und damit mit den Lagersteifigkeiten zu tun hat. Die Geometrie ändert sich dabei bei hoher Querbeschleunigung mit entsprechender Lagerlast und Wankwinkel in der Art, dass der Reifen nicht mehr so gut führt. Was die These stützt ist, dass dieses Verhalten mit Serie und Bilstein noch viel stärker ausgeprägt ist, als z.B. mit dem KW V3 (weniger Wanken, weniger Spur-/Sturzänderung).
Ggf. könnten auch die Druckanschläge eine Rolle spielen, wenn sie in diesen Situationen in den Eingriff kommen.
Wie oben beschrieben kann man dem Reifen helfen, dieses Fahrwerkverhalten zu kompensieren, in dem man ihm mehr Spur, Sturz oder Fülldruck gibt.
Das ist übrigens auch eine total simple Theorie, wenn man sich das MX-Fahrwerk und sein Verhalten anschaut. Kompliziert finde ich die Vorstellung, dass der Reifen mal so (HA weich) und mal so (VA steif) ist, je nachdem auf welcher Achse er läuft.