Heute war es endlich soweit. Ich war bei der Achseinstellung, um meinem KW V3 das übersteuern auszutreiben.
Nachdem wir dann festgestellt haben, dass an der HA schon 1°35' Sturz anliegen, habe ich beschlossen mal etwas progressiver an die Geschichte heran zu gehen und habe die folgenden Werte einstellen lassen:
Sturz HA L/R -2°00'
Spur HA L/R 0°10'
Sturz VA L/R -1°20'
Nachlauf L/R 7°30'
Spur VA L/R 0°05'
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Mit den Winterreifen habe ich jetzt alles durch, trocken, nässe, Glätte. Die neue Einstellung funktioniert hervorragend. Der Wagen ist immer noch sehr agil und ein Ausbrechen des Hecks lässt sich über Traktion oder Lastwechsel noch sehr leicht provozieren, aber das Heck ist dabei deutlich stabiler geworden. Der Wagen ist damit auch insgesamt berechenbarer geworden. Vorher kam sofort das Heck und das auch relativ überraschend. Jetzt kündigt sich der Grenzbereich auch leicht über die Vorderachse an und die Reaktionen sind viel vorhersehbarer, so dass man über Gas und Lenkung sehr gut steuern kann, ob der Wagen stabil bleibt oder ausbricht. Prinzipiell ist er sogar immer noch sehr dicht am übersteuern, aber man kann es durch entsprechende Linienwahl und Fahrweise auch schaffen, dass der Wagen stabil bleibt, oder sogar leicht über die Vorderachse rutscht.
Was ich sehr angenehm finde ist das Verhalten über Reibwert. Je glatter die Straße ist, umso untersteuernder reagiert das Auto. Bei höherem Reibwert geht es dagegen eher in Richtung neutral. Damit ist man auf Nässe sicher unterwegs und trocken macht der Wagen richtig Spass.
In zwei Wochen kommen dann die Sommerreifen drauf und dann sehen wir mal, wie die mit der Einstellung klar kommen.
Ich bin damit nach wie vor der Überzeugung, dass man beim ST-X/KW V3 eine deutlich andere Einstellung wählen muss, als mit dem Standard-Fahrwerk. Mit meiner alten Einstellung hat man einfach viel Potential verschenkt, weil die Hinterachse immer viel früher ans Limit gekommen ist, als die Vorderachse und gleichzeitig war das sowohl schwierig zu fahren und z.T. auch unangenehm bis gefährlich.
Aufgrund der harten Feder hinten macht es aus meiner Sicht absolut Sinn die Hinterachse so steif wie möglich hin zu stellen und ich denke/hoffe, dass die 2° Sturz da ein guter Kompromiss aus Stabilität und Reifenverschleiß sind. Dazu werde ich selbstverständlich noch berichten.
Aktuell ist der Winterreifen nach ca. 6.000 km mit 1°35' Sturz und ca. 1.000 km mit 2°00' Sturz auf 6,5 mm runter gefahren und hat innen mit viel Phantasie ein bis zwei zehntel weniger Profil als außen. Also ist bisher alles im Rahmen.