Beiträge von Svanniversary

    nach deiner Argumentation müsste die Start stop schon im kalten zustand greifen... ;)

    Stimmt ;-). Nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil. Einen Grund auf Start/Stopp in der Einfahrzeit zu verzichten, sehe ich aber dennoch nicht.
    Um mich noch halbwegs zu retten ;) - Start/Stopp greift schon etwas früher als zu dem Zeitpunkt, bei dem der Motor wirklich betriebswarm ist. Häufig ab einer bestimmten Wasser- oder Öltemperatur ab ca. 60 - 80 °C. In dem Bereich könnte es günstiger sein, den Motor auszuschalten.
    Ich gebe aber zu - es wird dünn ;-).

    Bei der Auslegung und Erprobung der Teile wird ein hoher Anteil Vollast einkalkuliert. Das maximale Drehmoment liegt dabei beim G160 ca. bei 4.500 1/min. an und damit auch die höchste Belastung für den Triebstrang. Also durchaus in einem Bereich, den ich auch ohne "Knallgas" öfter mal anfahre.
    All das ist so spezifiziert und getestet und wird vom Hersteller auf die Lebenszeit eines Autos ausgelegt. Üblicherweise erreichen moderne Motoren damit dann Laufleistungen weit jenseits der 200 tkm.


    Ein ganz anderes Spiel ist es, wenn ich jetzt Lasten überproportional steigere und die Auslegungsdimensionen verlasse. Solche Systeme verhalten sich stark nichtlinear, so dass leichte Erhöhungen der Belastungen deutlich höhere Schädigungen verursachen (können).


    Aber Du hast natürlich recht, dass eine sehr schonende Fahrweise die Lebensdauer weiter erhöhen kann. Dann reden wir aber eben über den Bereich weit über 200 tkm hinaus, weil der Motor die normale Laufleistung auch mit diesen Belastungen schaffen sollte.
    Dafür kannst Du dir allerdings auch andere Probleme, z.B. über erhöhten Russeintrag, oder verschmutzte Ventile und Einspritzdüsen einfahren, wenn der Motor nie frei laufen und auch einmal höhere Lasten und Temperaturen erreichen kann.


    Also ja, ich stimme Dir zu, halte den Nutzen im Rahmen einer normalen Fahrzeuglebensdauer aber für vernachlässigbar, zumindest im Bereich Motor und Triebstrang. Den Verschleiß von Reifen und Bremsen kann ich natürlich mit entsprechender Fahrweise signifikant reduzieren.


    Das ist natürlich auch eine Frage des Anspruchs und der eigenen Erwartungshaltung. Ich habe mir den G160 auch und gerade deswegen gekauft, weil ich die Leistung auch ausnutzen möchte. Sonst hätte ich ja auch gleich einen G131 nehmen können.
    Das Auto ist dann auch dafür da, Spass zu haben und nicht dafür, darüber nachzugrübeln, wie ich es maximal schonen kann. Wenn etwas kaputt geht gibt es Garantie, oder es wird eben selber bezahlt (z.B. Reifen, Bremsen). Das ist für mich einer der großen Vorteile des MX - das Auto ist preiswert und Wartung und Ersatzteile sind es auch. Das kann man sich leisten und damit kann man auch maximalen Spass haben. Ich kenne da genug andere Beispiele von Freunden, die z.B. Porsche fahren, und vor jeder Ausfahrt überlegen müssen, ob gerade Geld für Wartung und Reparaturen da ist.
    Ich habe auch schon viele verschiedene Autos beruflich mit sehr hoher Last "gequält". Da bekommt man ein Gefühl wie robust so ein Auto eigentlich ist und was es alles aushält - und das ist am Ende eine Menge.


    Ich habe einen Kollegen, der immer kleinere Motoren kauft, diese aber maximal ausnutzt, während es andere Leute gibt, die große Motoren fahren, aber nie die volle Leistung abrufen. Wie immer gibt es da unterschiedliche heran gehensweisen.

    Nur zur erklärung.
    Ich wohne in ner Großstadt. Ich muss es einfach nicht haben, dass ich bei nem neuen Motor alle 30 Sekunden wieder ein Start Stop hab. Gerade in der Einfahrzeit.

    Warm laufen im Leerlauf ist eine der übelsten Belastungen, die man einem Motor antun kann. Mag ein besseres Gefühl für Dich sein, aber technisch nicht sinnvoll. Das verlängert nur unnötig die Zeit, die der Motor kalt laufen muss.
    Zügiges warm fahren im Betrieb und stehender Motor im Leerlauf sind da günstiger.

    Ich finde es immer wieder interessant wie hier Probleme theoretisch zerschlachtet oder zerlegt werden. Ohne überhaupt das Fahrzeug gestestet oder gefahren zu haben.


    Das Differential sowie die Antriebswelle oder Kardanwelle sind vom Hersteller Aisin geratet bis 310 NM. Das ist die Freigabe des Herstellers, das Getriebe ist von Mazda selbst gebaut und entwickelt, hier gibt es keine genaue Aussage zu. Ich kann aber sagen, das in Amerika mit beiden Varianten mehrere Stunden auf der Rennstrecke gefahren worden ist, und ich nach unseren Testfahrten bisher sagen kann, das ich hier nicht die Probleme sehe.


    Gruß Jan

    Hi Jan,


    wenn du alleine über fahren und testen die Festigkeit von Bauteilen über Laufzeit einschätzen kannst, finde ich das fantastisch. Soll ich Dir eine Adresse für Deine Bewerbungsunterlagen zusenden? Wir scheinen dann ja in der Autoindustrie mit Millionen von km auf Prüfstanden und Prüfgeländen irgendetwas nicht verstanden zu haben ;-).
    Das hält also mehrere Stunden? Nicht schlecht. Schaffe ich, denke ich, mit vergleichbarer Belastung in einer Saison im Harz. Ich hätte aber schon den Anspruch, dass die Teile länger halten.
    Das Getriebe ist ursprünglich nicht einmal mit dem Seriendrehmoment klar gekommen und keiner von uns weiß, wie robust Mazda nachgebessert hat. Auf der Basis ist ein "hält schon" schon etwas dünn.
    Bist Du bei Diff. und Wellen sicher, dass Mazda mit Aisin keine eigenen Anforderungen und Auslegungen definiert hat und die Teile aus Gründen Leichtbau und Kosten für den MX-5 angepasst wurden? Was sind das für 310 Nm? Dauerlast, Überlast, Stoßlast? So ganz einfach ist das ja nun einmal alles nicht.


    Und dennoch finde ich auch, dass Ihr da tolle und interessante Sachen macht. Wenn ich so einen Umbau vornehmen würde, würde ich aber zumindest in Betracht ziehen, dass Teile vorzeitig verschleißen und dafür ein wenig Geld zur Seite legen.
    Denn eins ist aus Sicht des Maschinenbaus einfach. Da solche Automotive Teile immer nur zeitfest und so gut wie nie dauerfest sind, wird eine Erhöhung der Last auch immer eine Reduzierung der Lebensdauer verursachen. Die Frage ist dann nur wie weit man noch kommt...

    Das Drehmoment liegt in dem Moment maximal an, in dem ich Vollgas fahre und zwar genau um den Betrag höher, um den es gesteigert wurde. Das hat mit dem Anfahren nichts zu tun.
    Bei 20 % Drehmoment-Steigerung wird das Getriebe auch bei jeder Fahrt mit entsprechend mehr Drehmoment belastet, es sei denn ich fahre nie wieder Vollast. Dann brauche ich aber auch keine Steigerung.


    Das ist im wesentlichen der Unterschied zwischen Bruchbelastbarkeit und Verschleiß durch ein Lastkollektiv.

    Ich habe da nur meine bescheidene Erfahrung aus der Entwicklung von Serienfahrzeugen ;-).


    Im Ernst, das Getriebe scheint eine Schwachstelle zu sein und wir wissen nicht, wie nachhaltig Mazda nachgebessert hat. Ich persönlich hätte da schon Bedenken, da noch mehr Drehmoment drauf zu geben.
    Es gibt heute gute Berechnungs- und Simulations-Methoden und Mazda hat viel Leichtbau betrieben.
    D.h. viel Fleisch wird da nicht am Knochen sein.

    Ich bin ja der festen Überzeugung, dass wenn kein Fehler in der Konstruktion vorliegt, ein Motor grundsätzlich erstmal keinen nennenswerten Ölverbrauch hat.
    Und wenn man einigermaßen anständig mit dem Auto umgeht, bleibt das in der Regel auch so.
    Ständige Knallgasfahrten, egal ob warmgefahren, sind für mich KEIN anständiger Umgang.
    Ich verurteile zwar niemanden, der Spaß daran hat, aber wundern darf man sich dann halt nicht über ggfs. erhöhten Verbrauch und Verschleiß.

    Und ich bin der festen Überzeugung, dass wenn kein Fehler in der Konstruktion vorliegt, ein gut eingefahrener und betriebswarmer Motor Vollast und Drehzahlen bis zum Begrenzer problemlos aushalten muss, ohne dass dadurch eine besondersartige Schädigung oder Verschleiß eintreten. Das ist für einen Verbrennungsmotor einfach normaler Betrieb.

    Ab welcher Leistung und welchem Drehmoment leidet der Wagen wirklich?

    Drehmoment ist die entscheidende Größe. Das Getriebe wurde bereits im Feld nachgebessert, weil es dem Seriendrehmoment nicht Stand gehalten hat. Die nächsten Schwachstellen sind dann die anderen Triebstrang-Komponenten Kupplung, Kardanwelle, Antriebswellen.
    Ich würde da von maximal 10 - 20 % Toleranz ausgehen. Bei ausgiebiger Nutzung des höheren Drehmoments eher von weniger.


    Auf gut deutsch, ich erwarte nicht, dass die Serienteile mit mehr als 10 % mehr Drehmoment ihre Auslegungs-Laufleistung erreichen. Wie schnell es dann im einzelnen geht und man wirklich Schäden hat, wird man aber so nicht prognostizieren können.


    Wenn man so etwas macht, sollte man auch noch ein bisschen Geld auf der Tasche haben, um mal ein defektes Teil tauschen zu können.