Hypothese: Die im Verhältnis hinten zu vorne relativ höhere Federrate kosten Traktion.
Nicht nur das. Sie ändern auch das Verhältnis der übertragbaren Seitenkräfte zwischen vorne und hinten, d.h. die Federrate ist eins, wenn nicht sogar das Instrument (neben den Stabis), um die Balance eines Fahrzeugs einzustellen. Das ist auch keine Spekulation, sondern ein Fakt, den man in den ersten Semestern Fahrzeugtechnik lernt.
Genauso ist es fahrzeugtechnisches Grundwissen, dass man mit den Spur- und Sturzwerten Einfluss auf das Seitenführungspotential einer Achse nimmt.
Wer jetzt meint "ach, der Sven wieder", kann das auch problemlos in der entsprechenden Fachliteratur, z.B. im beliebten Buch "Fahrdynamik in Perfektion" von W. Weber nachlesen.
Insofern finde ich die Diskussion und insbesondere die dabei mitunter vorkommende Schärfe recht erstaunlich.
Wir haben es bei den KW Fahrwerken mit einem anderen Verhältnis der Federraten von vorne und hinten zu tun und das kann und muss Einfluss auf die Balance haben, da es keine Faktoren gibt, die das in irgendeiner Weise kompensieren können (z.B. sind ja dieselben Stabis verbaut und auch die Elastokinematik ist dieselbe).
Genauso ist es für mich dann auch folgerichtig zu überlegen, mit welchen Änderungen der Spur- und Sturzeinstellungen man etwaige Effekte kompensieren kann.
Die große Frage die für mich bleibt ist, wie groß diese Effekte sind und in welchem Maße man bestimmte Werte ändern muss um eine sinnvolle Kompensation zu erreichen (und ggf. sogar die Frage, ob eine Kompensation notwendig ist).
Das ist die eigentliche Diskussion, die ich auch anstossen wollte.