Beiträge von Svanniversary

    Wenn das so ist gibt es mehrere Möglichkeiten: Der Spider verhält sich komplett anders, als der MX - mein Auto ist irgendwie anders - Dein oder mein Popometer funktioniert nicht richtig. Eine andere Möglichkeit wäre noch, dass sich das ST-X komplett anders verhält, als das V3, aber das scheint nach @Harkpabst Erfahrungen auch nicht so zu sein.


    Mein Wagen ist aktuell ähnlich eingestellt, mit 10' weniger Sturz vorne (also eher untersteuernder) und das Fahrverhalten ist neutral mit leichter Übersteuertendenz. Müssen wir eventuell darüber reden was Du genau unter "neutral" verstehst?
    Ich definiere das mal aus fahrzeugtechnischer Sicht. Neutral heißt, dass das Auto bei konstanter Kreisfahrt gleichmäßig über beide Achsen ausbricht, ohne dabei zu unter- oder zu übersteuern. Wenn das Fahrzeug so ein Verhalten statisch zeigt, heißt das das es dynamisch durch Lastwechsel zum übersteuern neigt. Schaffst Du es, das Auto in ein statisch neutrales, oder leicht untersteuerndes Verhalten zu stellen? Mit meinem geht das nur unter ganz bestimmten Randbedingungen bei niedrigen Geschwindigkeiten.
    Mit einem echt neutralen Fahrwerk, oder dem normal eher angestrebtem Verhalten neutral mit leichter Untersteuertendenz, sollte es einem möglich sein, eine saubere Linie ohne übersteuern, oder ESC Eingriffe zu fahren. Das ist mit meinem Auto aktuell sehr anspruchsvoll und kaum möglich.


    Übrigens, so am Rande, die Spur vorne hat nur sehr geringe Effekte auf das Steuerverhalten, nämlich nur über den Spurdifferenzwinkel links zu recht. Man kann sich das ganz gut vorstellen, da sich die Vorderachsspur am äußeren Rad bei Kurvenfahrt ja nicht fest einstellt, sondern durch den Lenkwinkel verändert wird. Anders gesagt, kann ich an der Vorderachse keine festen Werte einstellen, die die Kurvenfahrt beeinflussen, weil diese vom aktuellen Lenkwinkel abhängen.
    An der Hinterachse ist das anders. Da geht der Spurwert direkt in den Schräglaufwinkel ein und beeinflusst das Steuerverhalten massiv.
    Vielleicht noch anschaulicher, mit dem Spurdifferenzwinkel an der Vorderachse beeinflusse ich den Schräglauf am entlasteten kurveninneren Rad, dass nur wenig Kräfte übertragen kann. Mit dem Spurwert der Hinterachse beeinflusse ich in erster Linie den Schräglaufwinkel des belasteten kurvenäußeren Hinterrades, dass höhere Kräfte übertragen kann. Damit ist der Einfluss der Gesamtspur an der Hinterachse auf das Fahrverhalten deutlich höher, als dass der Gesamtspur an der Vorderachse.


    Leider nicht unbedingt selbsterklärend, aber eventuell trotzdem zur Visualisierung hilfreich: https://de.wikipedia.org/wiki/Einspurmodell.


    Um das also auf den Punkt zu bringen, beeinflusst die VA-Spur hauptsächlich das Anlenkverhalten, aber das Steuerverhalten nur minimal. Wenn ich die Steuerdentenz beeinflussen möchte, muss ich mit der Sturzdifferenz vorne zu hinten arbeiten, oder mit der Spur an der Hinterachse. Dabei gilt, dass die Achse mit mehr Sturz stabiler ist und dass mehr Vorspur an der Hinterachse auch zu einem stabileren Fahrverhalten führt. Stabil mein hier fahrzeugtechnisch neutral bis untersteuernd im Gegensatz zu übersteuernd als instabilem Fahrzustand.

    Hallo @Harkpabst,


    das passt wirklich gut zu den Erfahrungen, die ich gerade mit dem ähnlich ausgelegten V3 mache.
    Die andere Auslegung der Federn sollte man definitiv durch eine angepasste Fahrwerksgeometrie berücksichtigen.


    Ich sehe da auch keinen großen Unterschied zwischen ST-X und V3. Die Grundtendenz ist dieselbe, beim V3 kann ich nur über die Dämpferverstellung mehr Feintuning betreiben.


    P.S.: Würde mich freuen, wenn Du mich bei der Heide-Tour mal ein paar km mitnimnst, damit ich das ST-X auch einmal live erlebe.

    @MX505 ich fahre die Yokohama AD08R Reifen, der Reifen ist im trocknen toll und lässt sich super ohne ESP fahren.
    Aber wenn die Straße nass ist, schönnnnnnnn langsam und mit ESP fahren

    Aber wir reden im Trockenen schon über den sozusagen stabilen Betrieb des Fahrzeugs bzw. Reifens? Mit der richtigen Fahrwerkseinstellung und Linie kann ich dann das ESC aber auch anlassen. Und wenn der Reifen trocken richtig abreißt mit Übersteuern und Gegenschlag, möchte ich das nicht auf einer Fahrbahnbreite wieder abfangen müssen.
    Ich rede im Trockenen nicht davon, dass Auto mal kurz ins Leistungsübersteuern zu bringen oder anrutschen zu lassen, sondern von wirklich schwierigen Fahrmanövern wie doppelter Spurwechsel, oder Ausweichmanövern bei höherer Geschwindigkeit.


    Verstehe das mit dem Nassen aber trotzdem nicht. Wenn Du meinst, dass Du das Auto trocken unter allen Bedingungen ohne ESC sicher beherrscht, dann müsste das im Nassen die leichteste Übung sein.

    Nelle: Ja, ist genau richtig. Die älteren Autos waren alle viel untersteuernder und stumpfer abgestimmt. Da konnte man nur eine Sache falsch machen, nämlich zu viel Gas geben. Über Lastwechsel oder normale Kurvenfahrt hast Du so ein Auto normalerweise nicht aus dem Untersteuern heraus bekommen.
    Mit modernen Auslegungs-Methoden und ESC traut man sich da inzwischen deutlich mehr.


    Außer bei Regen ist das ESP immer ausgeschaltet.
    Bei Temperaturtest (Bremsenbelüftung) in den Alpen habe ich aus Interesse die Temperatur der Bremsscheiben (hinten) mit und ohne ESP gemessen, mit ESP war die Temperatur der Scheiben 50 °C höher als ohne ESP.
    Das ESP ist scheinbar immer am Bremsen wenn man zügig auf einer kurvenreichen Strecke unterwegs ist.
    Im direkten Vergleich kann ich sagen das man ohne ESP schneller Kurven fahren kann :D

    Darf ich Dich korrigieren ;) : "Im direkten Vergleich kann ich sagen das man fotoman ohne ESP schneller Kurven fahren kann"


    Ich kann in der Beziehung wirklich nicht klagen und bin auch mit ESC sehr schnell ggf. bis zum Limit unterwegs. Bremse hinten heiß heißt Untersteuer- oder ASR-Eingriffe. Gegen beides kann man fahrzeug- oder fahrtechnisch was tun.


    Den Punkt Regen verstehe ich nicht. Heißt das Du fühlst Dich bei niedriger Geschwindigkeit und Querbeschleunigung auf Niedrigreibwert unsicherer, als im Trockenen? Schon einmal ein Auto bei größer 100 km/h auf Hochreibwert voll in den Grenzbereich gebracht und wieder abgefangen? Das ist in der Regel deutlich anspruchsvoller als bei niedrigerem Reibwert.


    Ich glaube viele haben immer nur den Fall im Kopf, dass ich zügig und ohne wirkliche Probleme unterwegs bin. Wenn dann aber doch etwas passiert, was mich in Probleme bringt, dann ist das ESC eine super Sicherheitsreserve, die ich nicht missen möchte. Wer traut sich zu einen schleudernden MX-5 bei 120 km/h auf der eigenen Fahrspur wieder unter Kontrolle zu bringen, ohne dabei in den Gegenverkehr oder Grünstreifen zu geraten? Ich tue es nicht. Solche Manöver bin ich eine zeitlang regelmäßig bis fast 200 km/h gefahren und es ist schon beeindruckend, wie viel Platz man braucht, bis dass Auto wieder da ist, wo man es hin haben möchte. Mit ESC reduziert man die Gefahr in so eine Situation zu kommen deutlich.

    Ich sehe das exakt genauso wie @BJ323F. Im öffentlichen Straßenverkehr bleibt das DSC an, weil es wirklich gut abgestimmt ist und sich bei einer sauberen Fahrweise keine signifikanten Einschränkungen ergeben.


    Um das Auto und das KW V3 besser kennen zu lernen bin ich einzelne Streckenabschnitte auch ohne ESC gefahren. Dabei ergaben sich dann je nachdem was man mit dem Auto macht Fahrsituationen, die nach meiner Einschätzung durch die meisten Fahrer nicht mehr beherrschbar gewesen wären. Durch die geringe Trägheit und den kurzen Radstand bricht der Wagen sehr schnell aus und erreicht dann schnell Schwimmwinkel die extrem schnelle und saubere Gegenlenkmanöver erfordern.
    Ich weiß nicht wer sich das bei größer 80 km/h wirklich noch zutraut? Alle anderen sollten das ESC definitiv anlassen.


    Ich bin schon viel ohne ESC gefahren, auch ähnlich agile Autos, aber das war immer auf Strecken die abgesperrt waren und entsprechenden Auslauf hatten. und aus genau dem Grund fahre ich unter den engen Randbedingungen "draußen" dann auch mit eingeschaltetem System.


    Ich würde mir persönlich ohne ESC auch nicht zutrauen, dass Auto im öffentlichen Straßenverkehr wirklich schnell oder sogar am Limit zu bewegen. Da reichen kleinere Reibwertsprünge durch Nässe oder Dreck, oder andere Probleme, dass es schnell sehr brenzlig wird.
    Also muss ich ohne ESC defensiver und vorsichtiger fahren, dann kann ich es aber auch gleich anlassen ;-).


    Also, unbedingt Meinung bilden und Probe fahren, sitzen, hören, etc!

    So isses. Und man sollte auch nicht unbedingt erwarten, dass man beim ersten MX alles richtig macht.
    Ich habe inzwischen schon eine Menge gelernt und würde das eine oder andere beim nächsten Wagen anders machen.


    Wie @Nelle schon schreibt, ausprobieren ist der richtige Weg und hier im Forum findet man fast alles und auch immer ein nettes Mitglied, dass einen mal im eigenen Auto mit nimmt, oder fahren lässt.

    Zum Fahrwerk, ich denke die Bilstein Dämpfer/Sperre/Domstreben Geschichte macht keinen schlechten Job für den Aufpreis. Vermutlich ist ein KW V3 schon noch besser, aber was es kostet und wie viel besser es sich fährt, kann ich leider nicht sagen.

    Das Thema Fahrwerk sehe ich ähnlich wie Bose. Bose ist besser als Serie und Bilstein ist ebenfalls sportlicher als Serie und fahrdynamisch besser. Beides sind Lösungen für normale bis mittlere Ansprüche, je mehr man an der Stelle investiert umso mehr bekommt man.


    Nur wegen des Bilstein-Fahrwerks würde ich auch kein Geld in die Hand nehmen. Da gibt es andere Lösungen, die man nachrüsten kann und wie immer gilt "you get what you pay for". Für unter 1.000 € bekommt man im Fahrwerksbereich bereits ordentliche Lösungen inklusive Einbau die ähnlich oder besser funktionieren, als Bilstein Serie, z.B. Tieferlegungsfedern mit Sportdämpfern. Ab 1.000 €, inklusive Einbau, geht es los mit guten Gewindefahrwerken, wobei man für anspruchsvollere Lösungen, z.B. mit Dämpferverstellung dann schon eher über 2.000 € in die Hand nehmen muss.
    Der Unterschied im Fahrverhalten ist selbst mit den einfachen Lösungen schon deutlich und für jeden, auch den Laien, erfahrbar, insbesondere ggü. dem normalen Serienfahrwerk. Ob sich dann andere, teurere Ausbaustufen lohnen, hängt schon mehr von der fahrdynamischen Vorbildung ab, welche Ansprüche da sind und was einem das Thema wert ist.
    Die Erlebbarkeit eines noch besseren Fahrwerks erschließt sich dann auch nicht mehr zwingend beim normalen Fahren, sondern z.T. nur noch, wenn ich sehr ambitioniert bin und das Gebotene auch umsetzen kann. Dazu gehört z.B. ein anderes Steuerverhalten, oder ein anderes Verhalten im Grenzbereich, dass nicht jeder erleben will und wird und dass die Fahrbarkeit des Autos auch schwieriger machen kann (z.B. höherer und schmalerer Grenzbereich).


    Man sollte sich auf jeden Fall darüber klar sein, wie die Serienfahrwerke ausgelegt sind und was man von dem Auto erwartet.
    - Serie standard: Komfortorientiert, ähnlich einem normalen PKW mit viel Karosseriebewegung, prinzipiell "unsportlich",
    - Serie Bilstein: entspricht einem eher weich abgestimmten Sportfahrwerk, kann ambitioniert gefahren werden, das Auto bleibt aber "lebhaft",
    - Sport- oder Gewindefahrwerk: reduziert in der Regel die Karosseriebewegung u.a. das Wanken und lässt sehr sportliches Fahren zu, diese Varianten entsprechen als einzige und am ehesten dem viel gepriesenen Go-Kart ähnlichem Fahrverhalten mit sehr straff angebundener Karosserie.

    Mein MX5 kommt zwar erst, aber das hier ist eines der Themen die mich nachdenklich machen... :D

    ...und zurecht ;-).


    Ich habe die letzten Tage von einigen anderen Usern noch einmal verschiedene Eingangsmessungen des Werkszustandes gesehen und das ist wirklich nicht schön. Nicht nur, dass die Werte eher ungeeignet für ein definiertes Fahrverhalten und Fahrspass sind, kommt dazu, dass sie z.T. auch noch asymmetrisch sind und in Bereich gehen, die man unter normalen Umständen nie einstellen würde, wie z.B. positiver Sturz an der Vorderachse oder Nachspur an der Vorderachse.


    Es lohnt sich und 100- 150 € sind eine vergleichsweise überschaubare Investition dafür, dass das Auto anschließend so fährt, wie es soll.