Das sind genau die bekannten Probleme. Als Erweiterung wird stundenlang dran herum geschraubt, bis man dann einsieht, dass man die Werte nicht erreicht.
Es war tatsächlich nicht die BDA, sondern das Service-Manual, siehe hier Tieferlegung.
Better luck next time.
Noch einmal allgemein...
Die Vorgaben einmal ganz grob aufgeschrieben:
| Vorderachse | |
| Spur links | 0°05’ ± 10’ |
| Spur rechts | 0°05’ ± 10’ |
| Gesamtspur | 0°10’ ± 10’ |
| Sturz links | -0°30’ ± 1° |
| Sturz rechts | -0°30’ ± 1° |
| Nachlauf links | 8°04’ ± 1° |
| Nachlauf rechts | 8°04’ ± 1° |
| Hinterachse | |
| Spur links | 0°10’ ± 10’ |
| Spur rechts | 0°10’ ± 10’ |
| Gesamtspur | 0°20’ ± 10’ |
| Sturz links | -1°20’ ± 1° |
| Sturz rechts | -1°20’ ± 1° |
D.h. also:
Vorderachse
Einzelspur -5'-15', Gesamt 0-20'
Sturz 30'-(-1°30')
Hinterachse
Einzelspur 0'-20', Gesamtspur 10'-30'
Sturz -20'-(-2°20')
Scheunentore, wie geschrieben. Bei -2°20' würde ich mir auch echt Sorgen um die Hinterreifen machen. Finde ich erstaunlich, dass Mazda das zulässt.
Für den normalen Straßenbetrieb sind diese Toleranzen mehr als ausreichend und ich würde sie nicht einmal ausreizen wollen.
Als grobe Orientierung liegt man für den normalen Straßenverkehr ganz gut, wenn man sich an den folgenden Werten orientiert und alles so symmetrisch wie möglich einstellen lässt:
VA
Gesamtspur 10' mit wenigen Minuten Abweichung nach oben oder unten
Sturz zwischen 1°00' und 1°20'
HA
Gesamtspur 10'-20'
Sturz zwischen 1°10' und 1°30'
Je dichter ich mit den Werten der Hinterachse an die Werte der VA herangehe, desto neutraler wird das Setup, was heißt, dass die Hinterachse früher und schneller kommt.
Für ein robustes Setup, dass sehr fahrsicher ist und Reserven bietet, würde ich vorne die 10' und hinten die 20' Gesamtspur einstellen und den Hinterachssturz ca. 20' höher als an der Vorderachse. Damit bewegt man sich auch noch sehr komfortabel im Bereich der Serien-Toleranzen. Im Blick habe ich dabei eher Alltagstauglichkeit und einen normalen Reifenverschleiß, bei guter Performance. Rein Performence orientiert würde man noch höhere Sturz- und Spurwerte fahren (mit gewissen Nachteilen an verschiedenen Stellen). Wer es etwas weniger agil haben möchte (mehr untersteuern) geht auf 25'-30' Sturzdifferenz v/h.
ACHTUNG: Diese Werte und Empfehlungen gelten für die Serienfahrwerke (inkl. Tieferlegungsfedern von H&R und Eibach). Wenn bei einem Komplettfahrwerk wie dem ST-X, KW V3, H&R Monotube, oder Bilstein B14 komplett andere Federraten an Vorder- und Hinterachse mit einem anderen Verhältnis gefahren werden, kann man das nicht 1:1 übertragen. Die Spurwerte kann man übernehmen, aber in der Sturzdifferenz vorne zu hinten müssen angepasste Werte gefahren werden. Z.B. ist das KW V3 mit 10' Sturzdifferenz v/h schon sehr neutral bis leicht übersteuernd, während das Serienfahrwerk damit noch klar untersteuernd fährt. Ich hoffe, dass ich bei Gelegenheit noch einmal eine Empfehlung für ST-X und KW V3 aussprechen kann, aber da muss ich selber noch ein wenig experimentieren.
Also wie Markus @Taxidriver immer richtig sagt, gibt es keine Universalwerte, die man verteilen sollte, sondern man muss das Fahrwerk immer individuell nach Erwartungshaltung, Fahrkönnen und Erfahrung einstellen. Mit dem o.g. wolle ich Euch nur ein Gefühl, für einen möglichen Bereich der Werte geben und in welche Richtung man drehen kann.
Am Ende ist noch einmal der Hinweis wichtig, dass der einstellbare Sturz an der Vorderachse stark von der Standhöhe abhängt. Bei Serie ist man irgendwann am Ende und erst mit Tieferlegung lassen sich höhere Werte einstellen.
Wenn sich die Vorderachse nicht optimal einstellen lässt, ist es sinnvoll, die Hinterachse nur relativ zur Vorderachse einzustellen und nicht krampfhaft zu versuchen die Werte zu erreichen. Damit verliere ich minimal Performance, aber das Auto bleibt in der Balance.
Ich persönlich bin der Meinung, dass man damit dann entsprechend sinnig und verantwortungsvoll umgehen sollte und auch versuchen sollte, den eigenen Trainingsstand in der Fahrdynamik realistisch einzuschätzen.
Es bringt nichts eine vermeintlich sportliche, oder sogar spaßige Einstellung zu wählen, die auf Dauer anstrengend wird, oder einen in der Notsituation sogar an die eigenen Grenzen bringt.
Ich komme ja aus dem Profi-Lager und fahre aktuell, mehr aus Versehen, eine sehr agile, heckbetonte Einstellung und werde diese jetzt auch etwas entschärfen, weil es mir echt zu anstrengend ist, immer aufzupassen, dass das Auto nicht da quer fährt, wo man es gar nicht gebrauchen kann.