Beiträge von Svanniversary

    Hatte heute und gestern die Möglichkeit und das Vergnügen meine Lieblings Autobahn-Abfahrt nass zu testen. Also entspannt in die Kurve 3. Gang, leicht aufs Gas, einlenken Hintern raus und siehe da : ganz sanft gleitet er dahin, ohne ausbrechen, ohne dass esp eingreift oder etwas blinkt, ich war sehr erstaunt.

    Ist er jetzt gerutscht (ausgebrochen, übersteuert), oder ist er nicht ausgebrochen? Ich verstehe den Text nicht so ganz.


    Wie schnell warst Du denn? Wie @sgu650 schon geschrieben hat, lässt das ESC (bei niedrigen Geschwindigkeiten) leichte Schwimmwinkel zu. Eine andere Erklärung wäre, dass das Auto relativ neutral, also über beide Achsen gerutscht ist. Das ist ein Zustand, den das ESC nicht erkennen kann, weil Schwimmwinkel und Lenkwinkel zusammen passen. Dann rutscht das Auto auch ohne ESC-Eingriff.

    Eine Standardfelge nach ETRTO Norm ist auch immer kompatibel zu den standardisierten Modulen der Reifendruckkontrolle.
    Probleme kann es mit Rädern geben, die von den Normmaßen abweichen.
    Daher sind nahezu alle am Markt befindlichen Räder kompatibel zu aktiven RDKS Systemen und ich sehe keinen Grund zur Annahme, dass es die Mazda Räder nicht sind.


    Final müsste man sich wahrscheinlich eine Bestätigung von Mazda holen, aber wie geschrieben ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch das es passt.

    Ja, das ist fahrwerks- und messtechnisch schon etwas gehobener. Damit kommt leider nicht jeder zurecht. Umso fairer finde ich es, wenn die Händler das selber merken/wissen und es auch vorher zugeben.


    Man muss auch berücksichtigen, dass ich beim MX-5 fast keinen Wert einstellen kann, ohne dass die Einstellung andere Werte beeinflusst. Wenn man die Exzenter in der falschen Reihenfolge und Richtung verstellt, ist man stundenlang beschäftigt, ohne die richtigen Werte zu treffen.

    Das sind genau die bekannten Probleme. Als Erweiterung wird stundenlang dran herum geschraubt, bis man dann einsieht, dass man die Werte nicht erreicht.


    Es war tatsächlich nicht die BDA, sondern das Service-Manual, siehe hier Tieferlegung.
    Better luck next time.



    Noch einmal allgemein...


    Die Vorgaben einmal ganz grob aufgeschrieben:

    Vorderachse
    Spur links 0°05’ ± 10’
    Spur rechts 0°05’ ± 10’
    Gesamtspur 0°10’ ± 10’
    Sturz links -0°30’ ± 1°
    Sturz rechts -0°30’ ± 1°
    Nachlauf links 8°04’ ± 1°
    Nachlauf rechts 8°04’ ± 1°


    Hinterachse
    Spur links 0°10’ ± 10’
    Spur rechts 0°10’ ± 10’
    Gesamtspur 0°20’ ± 10’
    Sturz links -1°20’ ± 1°
    Sturz rechts -1°20’ ± 1°



    D.h. also:
    Vorderachse
    Einzelspur -5'-15', Gesamt 0-20'
    Sturz 30'-(-1°30')


    Hinterachse
    Einzelspur 0'-20', Gesamtspur 10'-30'
    Sturz -20'-(-2°20')


    Scheunentore, wie geschrieben. Bei -2°20' würde ich mir auch echt Sorgen um die Hinterreifen machen. Finde ich erstaunlich, dass Mazda das zulässt.
    Für den normalen Straßenbetrieb sind diese Toleranzen mehr als ausreichend und ich würde sie nicht einmal ausreizen wollen.


    Als grobe Orientierung liegt man für den normalen Straßenverkehr ganz gut, wenn man sich an den folgenden Werten orientiert und alles so symmetrisch wie möglich einstellen lässt:
    VA
    Gesamtspur 10' mit wenigen Minuten Abweichung nach oben oder unten
    Sturz zwischen 1°00' und 1°20'


    HA
    Gesamtspur 10'-20'
    Sturz zwischen 1°10' und 1°30'


    Je dichter ich mit den Werten der Hinterachse an die Werte der VA herangehe, desto neutraler wird das Setup, was heißt, dass die Hinterachse früher und schneller kommt.
    Für ein robustes Setup, dass sehr fahrsicher ist und Reserven bietet, würde ich vorne die 10' und hinten die 20' Gesamtspur einstellen und den Hinterachssturz ca. 20' höher als an der Vorderachse. Damit bewegt man sich auch noch sehr komfortabel im Bereich der Serien-Toleranzen. Im Blick habe ich dabei eher Alltagstauglichkeit und einen normalen Reifenverschleiß, bei guter Performance. Rein Performence orientiert würde man noch höhere Sturz- und Spurwerte fahren (mit gewissen Nachteilen an verschiedenen Stellen). Wer es etwas weniger agil haben möchte (mehr untersteuern) geht auf 25'-30' Sturzdifferenz v/h.
    ACHTUNG: Diese Werte und Empfehlungen gelten für die Serienfahrwerke (inkl. Tieferlegungsfedern von H&R und Eibach). Wenn bei einem Komplettfahrwerk wie dem ST-X, KW V3, H&R Monotube, oder Bilstein B14 komplett andere Federraten an Vorder- und Hinterachse mit einem anderen Verhältnis gefahren werden, kann man das nicht 1:1 übertragen. Die Spurwerte kann man übernehmen, aber in der Sturzdifferenz vorne zu hinten müssen angepasste Werte gefahren werden. Z.B. ist das KW V3 mit 10' Sturzdifferenz v/h schon sehr neutral bis leicht übersteuernd, während das Serienfahrwerk damit noch klar untersteuernd fährt. Ich hoffe, dass ich bei Gelegenheit noch einmal eine Empfehlung für ST-X und KW V3 aussprechen kann, aber da muss ich selber noch ein wenig experimentieren.


    Also wie Markus @Taxidriver immer richtig sagt, gibt es keine Universalwerte, die man verteilen sollte, sondern man muss das Fahrwerk immer individuell nach Erwartungshaltung, Fahrkönnen und Erfahrung einstellen. Mit dem o.g. wolle ich Euch nur ein Gefühl, für einen möglichen Bereich der Werte geben und in welche Richtung man drehen kann.


    Am Ende ist noch einmal der Hinweis wichtig, dass der einstellbare Sturz an der Vorderachse stark von der Standhöhe abhängt. Bei Serie ist man irgendwann am Ende und erst mit Tieferlegung lassen sich höhere Werte einstellen.
    Wenn sich die Vorderachse nicht optimal einstellen lässt, ist es sinnvoll, die Hinterachse nur relativ zur Vorderachse einzustellen und nicht krampfhaft zu versuchen die Werte zu erreichen. Damit verliere ich minimal Performance, aber das Auto bleibt in der Balance.


    Ich persönlich bin der Meinung, dass man damit dann entsprechend sinnig und verantwortungsvoll umgehen sollte und auch versuchen sollte, den eigenen Trainingsstand in der Fahrdynamik realistisch einzuschätzen.
    Es bringt nichts eine vermeintlich sportliche, oder sogar spaßige Einstellung zu wählen, die auf Dauer anstrengend wird, oder einen in der Notsituation sogar an die eigenen Grenzen bringt.
    Ich komme ja aus dem Profi-Lager und fahre aktuell, mehr aus Versehen, eine sehr agile, heckbetonte Einstellung und werde diese jetzt auch etwas entschärfen, weil es mir echt zu anstrengend ist, immer aufzupassen, dass das Auto nicht da quer fährt, wo man es gar nicht gebrauchen kann.