Beiträge von Svanniversary

    Was sagen die Profis denn eigentlich zur Fahrwerksgeometrie mit Spurplatten? @MX505, hast du z.B. welche drin oder hast du zugunsten der Fahrwerksgeometrie nur ein neues Fahwerk ohne Spurplatten drin?


    Natürlich eine Frage an alle, nicht explizit nur an @MX505 :)


    (Und tschuldigt, 22 Seiten war mir spontan etwas zu viel, hoffe es wurde noch nicht zu oft thematisiert)

    Da ich die Geometrie nur nach außen setze, ändert sich an den Winkeln nichts. Also wird das danach genauso eingestellt wie vorher.


    Je mehr Trennstellen ich im Radverbund habe, desto mehr Unsicherheiten gibt es im Radfestsitz aufgrund Elastizität und Setzen. Es funktioniert natürlich in der Praxis in der Regel problemlos, aber das Rad mit der richtigen ET ist definitiv die bessere technische Lösung, als die Spurplatte (im Sinne von Robustheit).


    So oder so erhöhe ich die ungefederte Masse, was natürlich von Nachteil ist. Die Belastung auf das Radlager steigt eher exponential, d.h. ja, Spurplatten führen zu einem deutlich früheren Verschleiß von Radlagern und in der Regel dazu, dass diese irgendwann gewechselt werden müssen. Da ist mit heutigen Berechnungsmethoden nicht viel Fleisch am Knochen, so dass ich schon davon ausgehen würde, dass die Grundkonstruktion das nicht einfach so wegsteckt.


    Der Störkrafthebelarm und der Lenkrollradius werden mit hoher Wahrscheinlichkeit nachteilig beeinflusst. Wenn der Lenkrollradius negativ und sauber ausgelegt ist, dann ergibt sich bei einseitigen Störungen, z.B. Reifenschäden, eine ungefähr kompensierende Gegenkraft, so dass das Auto die Spur hält. Jede Veränderung, die das Rad nach außen bringt, führt zu einer Verringerung dieser Kraft und im Falle eines positiven Lenkrollradius sogar zu einer Verstärkung. D.h. dass das Auto bei einem einseitigen Problem dann relativ heftig abbiegt und ist genau der Grund, warum man mal den negativen Lenkrollradius erfunden hat.


    Also haben wir optische Vorteile, mit einigen technischen Nachteilen. Wer meine Grundhaltung kennt, kann sich denken, dass und warum ich keine Spurplatten fahre ;-).


    P.S.: Vieles ist vorher schon absolut richtig genannt worden. Ich habe trotzdem versucht, noch einmal alles zusammen zu fassen.

    Jeder, der hier im Forum mal was Neues gewagt hat (Spurplattenkombination, Fahrwerke, Reifen,Motortuning usw.) und seine Erfahrungen dann auch noch geteilt hat - vor allem auch die Negativen - ist für mich ein kleiner Held.

    Sage ich doch gar nichts gegen. Aber wenn es schief geht, fühlen sich wohl die wenigsten als Helden und daher kann ich es auch gut verstehen, dass viele das nicht so auf die leichte Schulter nehmen ;-).


    Der andere Aspekt ist ja der, was man mit den Infos anfängt.


    Ich habe mich für das KW V3 entschieden und es erfüllt mein Erwartungen. Aber was sagt das aus? Ich kenne das Bilstein nicht, ich kenne das BC Racing nicht, ich kenne das H&R nicht. Vielleicht ist ja eines viel besser und ich bin es bloß noch nicht gefahren.
    Darüber hinaus bin ich ausgebildet worden, um Fahrwerke zu beurteilen. Was hilft die Einschätzung des Laien, der auch nur ein Fahrwerk fährt, keinen Vergleich und keine Ausbildung hat? Man merkt bei vielen Fehleransprachen, dass das was subjektiv geschildert wird und das was es am Ende wirklich technisch ist, häufig nichts miteinander zu tun haben.


    Wird nicht jeder seine Investition verteidigen und jedes Gewindefahrwerk ist erst einmal knackiger und sportlicher als die Serie. Was wird also bei der Beurteilung raus kommen - auf jeden Fall "ist besser" ;-).


    Also in sofern bin ich nicht überzeugt, dass man hier ein paar Posts liest und dann genau weiß welche Eigenschaften ein Fahrwerk hat und genau die richtige Wahl treffen kann.


    Das ist hier ein netter Meinungsaustausch auf subjektiver Basis. Das hat seine Berechtigung und macht (auch mir) viel Spass, aber mehr sehe ich da auch nicht. Wenn das KW V3 meine Ansprüche nicht erfüllt hätte, hätte ich mich schwerlich hier beschweren können, dass die ganzen Erfahrungsberichte falsch waren ;-).


    Bitte nicht falsch verstehen. Ich finde es auch toll, wenn wir hier Diversität haben und jeder etwas ausprobiert und wir unsere Meinungen und Erfahrungen austauschen. Aber deswegen würde ich jetzt nicht in die Runde rufen "riskiert was, schmeißt Eure Kohle raus und berichtet uns hinterher davon, insbesondere wenn es nicht so toll war" ;-).


    P.S.: Ich glaube wir sind da schon dicht beisammen, außer der Einstellung welche Anforderungen bestehen, wie andere Leute Ihr Geld ausgeben sollen. Ich bin der Meinung, dass muss schon jeder für sich selber entscheiden und dann ist auch gut. Es ist in sofern für mich o.k., Deine Meinung zu akzeptieren und das Offtopic zu beenden.

    Geld überhaben und sich Fehlinvestitionen leisten können ist eine Charaktersache? Auch eine Einstellung ;-).
    Ich denke die wenigsten machen das hier aus reiner Neugierde und Spielerei, sondern wolken im ersten Schuss ein gutes Ergebnis erreichen.


    Wenn wir hier alle wie die Lämmer den selben Weg gehen würden, wäre es reichlich langweilig und es kämen keine neuen Produkte/Mods ans Tageslicht.

    Finde ich gut und Recht hast Du. Das schreibt sich aber sehr leicht, wenn ggf. andere die Fehlinvestition tätigen.

    Für bisschen mehr gibts ST-XS (oder so?)

    Das ist das ST-XTA und es sind knapp 50 % mehr. Dafür bekommt man eine einfache Dämpferverstellung und ein anderes Stützlager. Das ist aus meiner Sicht preislich schon so dicht am V3, dass ich das nicht mehr machen würde.
    Wenn ST/KW würde ich über ST-X oder V3 nachdenken, auch wenn der Sprung schon wieder recht groß ist.


    Ich habe auch die Hoffnung, dass man die Investition beim Wiederverkauf etwas heraus bekommt. Ich hatte meinen Händler fahren lassen und ihn gefragt, ob man vor dem Verkauf wieder Serie einbaut, oder mit Gewinde verkauft. Antwort war "bloß drin lassen, ich bezahle Dir das". Das Auto fährt einfach so viel besser, dass das ein echtes Verkaufsargument ist.

    Der Fehler liegt darin, dass angenommen wird, dass es DAS PRODUKT gibt.


    Kauft doch was euch gefällt und macht selbst die Erfahrungen.
    Danach einfach mal kurz das Ego ausschalten und dann versuchen die eigene Erfahrung in Worte zu fassen. Das wird nicht einfach und wird auch niemal an einen A-B Vergleich ran kommen.

    Ach ja, schön wäre das. Aber leider werden sich nur die wenigsten eine Fehlinvestition in der Größenordnung von 1 - 2 t€ leisten können. Also hofft man natürlich, das es gleich passt (puh, ich habe da Glück gehabt, bzw. bei der Recherche viel richtig gemacht ;) ).


    Was ich inzwischen verstanden habe - es gibt das objektive, optimale Fahrwerk unter fahrdynamischen Gesichtspunkten und das kann man auch einigermaßen technisch definieren. D.h. aber noch lange nicht, dass es für alle passt und alle damit zufrieden wären. Die subjektiven Vorlieben beim Fahrwerk sind einfach enorm wichtig, wie doll wankt es, ist es zu hart oder zu weich, wie ist das subjektive Sicherheitsgefühl, schmaler oder breiter Grenzbereich, welcher Reifen, welches Rad, welche anderen Randbedingungen. Da gibt es immens viele Faktoren die wichtig sind, so dass es am Ende eben nicht das eine Fahrwerk gibt, dass für alle das Richtige ist.


    Man kann dem aus meiner Sicht etwas vorbeugen, in dem man sich vorher ein paar Gedanken macht. Erster Punkt wie wichtig ist mir weniger Wanken und der Komfort. Dementsprechend sollte man rein aufgrund der technischen Daten entscheiden in welche Richtung die Federraten gehen sollten. Im Bereich 40-50 N/mm ist man mit leichtem Restwanken eher noch komfortabler unterwegs (ST-X, KW V3), darüber wird es schon sehr straff und sportlich.
    Zweiter Punkt ist der Dämpfer, dessen Einfluss fast noch größer ist, als der der Feder. Hier umgeht man viele Probleme, wenn man ein Fahrwerk mit Verstellung nimmt, da man dann selber in die eine oder andere Richtung nachjustieren kann.
    Bei einfacher Verstellung (nur Zug- oder nur Druckstufe, wobei eigentlich immer beides kombiniert ist), kann man in Richtung Härte oder Komfort nachjustieren. Bei getrennter von Zug- und Druckstufe kann man sogar fahrdynamisch, z.B. hinsichtlich Eigenlenkverhalten, nachjustieren.
    Wenn man auf der Basis entschieden hat, was einem wichtig ist, weiß man auch wie tief man in die Tasche greifen sollte. Einbau und Abnahme kann man beim Händler mit ca. 500 € veranschlagen, so dass man auch eine Idee bekommt, was es kostet, wenn man nochmal tauschen muss, weil es nicht passt.

    Ich weiß nicht genau wieso (Vielleicht unbewusst durch die Werbung) aber irgendwie hat KW für mich immer so nen ATU-Tuning-Charakter.

    Da bin ich zu pragmatisch, um mich von der Werbung beeinflussen zu lassen. Die müssen halt auch irgendwie ihre Ware an den Mann bringen und bei der üblichen Zielkundschaft kommt das an.


    Wenn man das Buch von Wolfgang Weber liest, dann merkt man wie er für KW und die dahinterliegende Technik brennt und da sage ich ohne zucken, der Mann hat wirklich Ahnung, insbesondere von Fahrdynamik und Rennsport. Darüber hinaus gibt es eine Menge Rennställe, wie z.B. Manthey Racing, die auf KW setzen.
    Ich denke das ist auch der Grund für die verschiedenen Produktlinien. KW bedient mit ST und der Marke KW selber verschiedene Segmente in verschiedenen Qualitäten, so dass für jede Zielgruppe was dabei ist.
    Die Produktlinie V3, Clubsport und Competition ist da aus meiner Sicht sehr dicht am Profi Rennsport-Segment, sowohl technisch als dann folgerichtig auch preislich.
    Da muss ja jeder seine individuelle Entscheidung treffen. Viele investieren viel Geld in Optik, Räder und anderes Zubehör. Da habe fast nichts gemacht, aber dafür ins Fahrwerk investiert. Mir geht es da in allererster Linie um Fahrdynamik und Funktion. Sehen tue ich das Auto ja nicht, wenn ich fahre ;-).
    Technologisch finde ich KW gerade deshalb sehr interessant, weil sie eine eigene Dämpferentwicklung haben und das was sie da machen ist wirklich anspruchsvoll. Das ist durchdacht und auch definitiv gut und teuer. Dazu kommt der eigene Fahrdynamik-Prüfstand mit denen sie Fahrwerke analysieren und abstimmen können. So etwas haben die wenigstens Fahrwerkshersteller.


    Qualitativ kann man immer mal Pech haben und ich denke da nehmen sich die genannten Marken alle nichts.


    Übrigens ist bei mir eher H&R in der Bastelecke ;-). Da habe ich jetzt aber auch einmal keine gute Begründung für ;-). Wahrscheinlich weil ich die hauptsächlich mit Spurplatten und Tieferlegungsfedern in Verbindung bringe.
    Die Zukunft von Bilstein sieht auch nicht so rosig aus, weil sie bei Thyssen wohl keine Zukunft haben und verkauft werden sollen (Oder schon sind? Habe da keine zuverlässigen Infos zu gefunden.).

    KW mag ich einfach nicht so gern, deswegen ist das keine Option.

    Was ist denn das für ein Argument ;-)? Gibt es dafür Gründe, oder reines Bauchgefühl?


    Ich habe schon das Gefühl, auch seit meiner eigenen Gewindefahrwerk-Suche, dass das ein bisschen wie ein Glücksspiel ist. Alle Fahrwerke sind unterschiedlich und was im NB, oder NC super war, muss noch lange nicht im ND funktionieren. Und umgekehrt gibt es das auch, da z.B. das KW V3 im NC einen eher schlechten Ruf hatte und imho im ND hervorragend funktioniert.
    Probe fahren geht in den seltensten Fällen, also bleiben leider nur die Erfahrungen anderer, die man nutzen kann.

    Prima, das Ihr das so weit eingrenzen konntet.


    Underdämpfung ist in der Tat ein Thema und wurde ja auch schon häufig als Nachteil der Kombi Tieferlegungsfedern mit Seriendämpfern genannt. @mister_funk fährt H&R mit Bilstein, was eigentlich noch funktionieren sollte, aber eventuell leicht in die gleiche Richtung gehen könnte.


    Überdämpfung spielt in der Praxis eigentlich keine große Rolle und die allgemeine Grundregel in der Fahrzeugtechnik für minimale Radlastschwankungen (d.h. maximale Kraftübertragung) heißt auch weich Federn, hart Dämpfen.
    Auf ebener Straße werden im Rennsport Dämpferraten gefahren, die um einige Faktoren höher sind, als das was so ein MX-5 fährt. Auf unebener Strecke wie z.B. der NOS verliere ich durch Überdämpfung etwas Rundenzeit, aber das Auto bleibt in der Regel trotzdem fahrsicher. D.h. auf schlechten Landstraßen ist das eventuell ein Thema der maximalen Kurvengrenzgeschwindigkeiten.