Beiträge von Svanniversary

    Die eigentliche Schwierigkeit für alle Fahrwerksmessungen und -einstellungen ist die Vorkonditionierung.


    Im Idealfall sollte ich eine längere gerade Strecke haben, die am Anfang gröbere Unebenheiten hat und danach eben ist und bei der ich dann ohne weitere Stufen oder Kanten auf einer ebenen Fläche zum Stehen komme. So ähnlich versucht man das in den Autofabriken darzustellen.
    Wenn ich vor der Messung noch enge Kurven oder Unebenheiten befahre steht das Auto schon falsch. Das merkt man auch auf der Einstellbühne. Je nachdem wie ich das Auto durchwippe, oder wenn ich es hoch- oder runterziehe ändern sich die Werte deutlich im Minutenbereich.


    Es ist also gar nicht so einfach, richtig zu messen und einzustellen.

    Habe dazu aber tats. eine Frage, die ich mir länger stelle:
    sollte sich das Fahrwerk maximal 5mm gesetzt haben und zuvor sehr genau (auf bspw. Taxidriverwerte) eingestellt worden sein,
    ist dann eine neue Vermessung und Einstellung ratsam/ wird diese sehr wahrscheinlich spürbar/ "erfahrbar" sein?

    Das passt für mich genau ins Bild. Der Federstahl wird sich wenn überhaupt nur minimal setzen, wenn die Federn von guter Qualität sind. Gut Qualität heißt an der Stelle, dass die Federn durch mehrere Federvorgänge nach der Fertigung bereits mehrmals belastet werden, damit sie dann dicht an ihrer endgültigen Form und Qualität sind.
    Das macht nicht jeder und bei sehr billigen Fahrwerken muss ich deshalb mit größeren Setzbeträgen rechnen.
    Ansonsten ist es sehr plausibel, dass das Setzen im Wesentlich aus der Lage der Feder im Federteller und aus diesem selber kommt. Dazu kommen noch die Buchsen, die anders belastet werden, als vor dem Umbau. In der Regel haben die Zubehör-Fahrwerke höhere Feder- und Dämpferraten und belasten die Buchsen deshalb auch mehr und anders.


    Einen Setzbetrag von maximal 5 - 10 mm halte ich demnach auch für plausibel. Erreicht wird der je nach Qualität des Fahrwerks und danach, wie es belastet wird und man geht in der Regel davon aus, dass nach 3.000 km ein weitestgehend stabiler Zustand erreicht wird. Wird das Auto bis dahin nur sehr wenig belastet, z.B. viel Autobahn auf guter Fahrbahn, dauert es länger. Bei entsprechend härterer Belastung geht es schneller.
    Das passt dann ja auch sehr gut zu den ca. 5 mm, die sich das KW V3 bei mir gesetzt hat.


    5 mm Abweichung in der Standhöhe bedeuten Spur- und Sturzabweichungen im Bereich einiger Minuten. Bei mir waren es nach 3.000 km in der Eingangsvermessung so um die 5 Minuten, teilweise etwas mehr. Das sind Werte, die man in der Spur deutlich merkt, im Sturz wahrscheinlich nicht ganz so stark.
    An der Vorderachse bedeutet dass z.B., wenn ich das Auto auf 5 Minuten Vorspur eingestellt habe, dass ich nach Setzen bei 0 Spur oder sogar in Nachspur bin. Das merkt man und das verschlechtert das Fahrverhalten spürbar.


    Also aus meiner Sicht ist das Pflichtprogramm, nach einem Fahrwerkseinbau nach 3 - 5 tkm eine weitere Achsvermessung einzuplanen. Erst dann habe ich das Auto stabil da stehen, wo es hin sollte.

    Siehst Du, genau das ist das Problem. Man schreibt mit einem Augenzwinkern, aber wenn man es falsch verstehen und sich aufregen möchte, klappt das natürlich trotzdem ;-).


    O.k., dann stellen wir also fest, dass für das ST-X von KW eine andere Physik gilt, als für das V3 vom gleichen Hersteller. Alternativ können wir auch einfach feststellen, dass eins unserer beiden Autos sich nicht an die Physik hält, wobei Deins ein Einzelfall zu sein scheint, während meins in bester Gesellschaft anderer gesetzter Fahrwerke ist.
    Haben die jetzt Ahnung, weil es sich bei Dir nicht gesetzt hat, oder Blödsinn erzählt, weil es sich bei mir gesetzt hat? Ist ja derselbe Hersteller und die Dämpferventiltechnik hat an der Stelle keinerlei Einfluss.


    Nimm es doch einfach mal weniger persönlich und denk über die Erfahrungen anderer und die Physik nach. Und ja, ich habe da ein wenig Erfahrung und deshalb überlegt, warum sich Dein Auto anders verhält.
    Kann es sein, dass KW Dein Auto auf irgendeine Weise vorgesetzt hat, durch den Prüfstand oder sehr ausgiebige Setzfahrten?


    Am Ende ist es aber egal, da es einfach ein technischer Fakt ist, dass sich neue Fahrwerke setzen. Das kann man gut finden, oder nicht, aber so isses ;-). Danach kann man sich dann noch überlegen, ob einem das komisch vorkommt, wenn das eigene Auto sich komplett anders verhält und ob man auf der Basis anderen dann auch noch Vorhaltungen macht.


    Ich schreibe das übrigens ganz sicher nicht, um Dich zu ärgern, recht zu haben, oder Bessewisserei zu betreiben, sondern weil es hier um technische Hintergründe und Erfahrungen geht. Wenn man da Abweichungen hat, ist es immer ganz interessant zu ergründen wo diese herkommen.
    Also kein Grund sich persönlich angegriffen zu fühlen. Einfach bei den Fakten bleiben und den Puls gemütlich absenken ;-).

    Habe letzte Woche nochmal in der Garage gemessen:


    Meiner hat sich bislang nicht gesetzt, auch wenn Markus da neulich was anderes gemessen hat ;)


    Er steht immer noch rundrum gleich - und genau so, wie am Tag der Abholung in Fichtenberg.

    Messfehler, oder das Auto zu "zart" bewegt ;-).


    Meiner hat in den 3.000 km vor der Kontrolle relativ schlechte Straße und viel Querkraft gesehen, im Spessart und Harz, und danach stand er relativ gleichmäßig rundum ca. 5 mm tiefer. Danach hat sich dann auch nichts mehr getan.


    Das sich überhaupt gar nichts tut ist soweit nicht plausibel.


    Wir haben meinen direkt nach dem Einbau extra nochmal einige km über sehr schlechte Landstraßen gefahren. um ihn wenigstens ein bisschen vor zu setzen, aber dennoch sind dann über die nächsten 3.000 km noch weitere Setzbeträge dazu gekommen.

    Kann ich mir absolut nicht vorstellen. Da wird es mehrere Varianten geben, denn ansonsten fährt man da deutliche Euro-Beträge umsonst spazieren. Entweder als neue Variante, oder man fährt für die einfacheren Varianten die alten Scheinwerfer weiter.
    So ein Scheinwerfer kommt dann in mehrere 10.000 - 100.000 Fahrzeuge. Wenn Du da 5 - 10 € versenkst, kommt schnell eine halbe bis ganze Million zusammen.

    Das haben wir an anderer Stelle auch schon einmal diskutiert.


    Wenn einem OEM die Fahrwerkeinstellung wichtig ist, dann wird die Achse auf dem Skid voreingestellt und anschließend wird, nach Setzfahrt, am komplett montierten Fahrzeug noch einmal kontrolliert ob es passt, oder es wird nachgestellt. So machen das aktuell nach meiner Kenntnis mindestens der VW-Konzern, BMW und Mercedes.
    Mazda spart sich den zweiten Schritt. Das heißt die Achse wird nur bei der Achsvormontage grob eingestellt und dann muss es passen. Das führt dann zu den hier bekannten deutlich höheren Toleranzen.

    Bei mir war es definitiv so beim KW V3 und ich finde das auch nicht so erstaunlich.


    Es wirken andere Kräfte auf die Buchsen und die Federn setzen sich auch.


    Nach der Montage von Neufahrzeugen wird vor der Fahrwerkeinstellung auch eine kurze Setzfahrt gemacht.
    Warum sollte das anders sein, wenn nachträglich noch ein neues Fahrwerk eingebaut wird?

    Das war ja quasi meine versteckte Frage...: wenn ich jetzt beim Vermessen stehe und die Eingangsmessung sagt, alles top.. tja was änder ich das noch wie und wieviel (um auch nicht übers Ziel hinaus zu schießen)? Dafür hab ich einfach viel zu wenig (quasi keine Erfahrung) bei Fahrwerken mehrspuriger Fahrzeuge.


    Sehr gerne! Gifhorn ist ja ums Eck... ;) Gerne begrüßen wir dich und @stiffler und alle anderen aus dem Großraum Gifhorn und Wolfsburg natürlich gerne beim Stammtisch Hannover!! :thumbsup::thumbsup:
    Und auch von mir gute Besserung!

    Danke ;-).


    Till weiß auch sehr gut in welche Richtung und wie weit er drehen muss, damit sich das Eigenlenkverhalten ändert. Für ein weitestgehend neutrales Fahrverhalten kann man vorne zu hinten in Spur und Sturz weitestgehend symmetrisch einstellen.
    Etwas defensiver würde ich hinten 10 - 20 Minuten mehr Sturz und ca. 10 Minuten mehr Vorspur fahren.


    Ich kann mich ja mal melden, wenn ich wieder fit bin (voraussichtlich Anfang Januar). Dann schauen wir uns das mal gemeinsam an und werfen mal einen Blick auf die Werte. Dann kann ich Dir auch ein paar Vorschläge mitgeben, in welche Richtung man drehen könnte.


    Ich kann mir aber fast nicht vorstellen, dass das Fahrwerk korrekt eingestellt ist. Vielleicht ist da einfach was schief gegangen, oder die neue Buchse hat sich noch gesetzt. Wie sieht es denn mit dem Lenkrad aus? Stand und steht das gerade, oder hat sich da eventuell eine leichte Schiefstellung entwickelt?


    Euren Stammtisch habe ich schon auf dem Schirm, hat aber bisher zeitlich nicht reingepasst. Da komme ich aber bestimmt mal dazu.