Beiträge von Svanniversary

    Als Klopfen bezeichnet man das nur bei Fremdzündung. Das ist dann das Phänomen, das sich Kraftstoff ungewollt selbst entzündet.
    Beim Selbstzünder ist das Problem, dass das Gemisch bei hohen Drehzahlen so viel Zündverzug hat, das es nicht mehr rechtzeitig kurz vor OT zündet. Das geht dann soweit, dass es erst weit nach OT zündet, so dass kein Drehmoment mehr auf die Kurbelwelle kommt.

    Für den letzten Absatz deines Beitrags :thumbsup: volle Zustimmung.

    Thanks ;-). Wusste aber ja schon, dass wir da ähnlich ticken.


    Was ich ganz vergessen habe und dann doch noch einmal ergänzen möchte. Der Reifen ist immer die Summe seiner Eigenschaften und ich kann eigentlich so gut wie nie eine Eigenschaft verbessern, ohne eine andere zu verschlechtern.


    Die guten Sportreifen bekommen das hinsichtlich Trocken- und Nässeperformance in der Regel noch sehr ausgewogen hin. Die Eigenschaft, die hier in der Regel geopfert wird, ist die Laufleistung. Die Performance Optimierung geht also zu Lasten Verschleiß.


    Wenn ich darüber hinaus die Trocken-Performance weiter optimiere, wie beim UHP, EHP, Semi geht das ausnahmslos immer auch zu Lasten der Nässe-Performance. Jetzt ist man aber auf Nässe selbst mit einem guten Reifen schon nur noch mit einem Bruchteil des Trocken-Reibwerts unterwegs. Auch an der Stelle möchte ich keine Kompromisse eingehen, so dass gute Nässe-Performance ganz oben im Pflichtenheft steht. Einmal weil der MX bei uns als Daily läuft, aber auch weil ich ihn nicht stehen lassen möchte weil es regnet. Und schließlich darf es auch im Regen ruhig Spass machen.

    EHP und Semi ist für mich relativ einfach. Das sind in der Regel Hochleistungsreifen, die auf einen bestimmten Einsatzzweck optimiert wurden, dort sehr hohe Leistung bringen, und in der Regel Nachteile in bestimmten anderen Disziplinen haben.
    Der Semi ist das klassische Beispiel eines High Performance Trockenreifens mit sozusagen Notlaufeigenschaften im Nassen.


    Der UHP ist dann irgendwo in der Grauzone zwischen dem Sportreifen und dem EHP. Gedanklich zähle ich für mich, ohne jeglichen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, alle Reifen, die noch überzeugende Allroundeigenschaften haben, also ohne Schwächen in einer bestimmten Disziplin, zu den Sportreifen, bzw. Sommerreifen, je nach Performance.
    Wenn sie dabei überragende Eigenschaften im Trockenen haben und noch gut im Nassen sind, könnte man das eventuell auch UHP nennen.


    Ich habe ja selber mal in der Reifenabstimmung gearbeitet und da war es, auch im Kontakt mit den Reifenherstellern, immer relativ einfach. Alles was man sich noch traut, in der normalen Großserie freizugeben, ist eher im normalen Bereich des Sommer-/Sportreifens angesiedelt.
    Wir haben dann hin und wieder so eine Sportreifen-Spec., wie z.B. Michelin PS4 oder Conti SportContact, für sehr sportliche Modelle so modifiziert, dass sie im Trockenen extrem gut waren und dabei immer noch ordentliche Nässeeigenschaften hatten. So etwas geht dann sicher schon in Richtung UHP.


    Das ist schon extrem spannend so einen EHP oder Semi zu fahren. Mördergrip und ein brutal schmaler Grenzbereich. Finde ich super auf dem richtigen Auto und auf der Rennstrecke. Im Straßenverkehr führt es dazu, dass man den Reifen nicht mehr guten Gewissens ausfahren kann. Klar ist man schnell unterwegs, aber man erlebt sein Auto nicht mehr im Übergangs- und Grenzbereich. Das finde ich eher langweilig und auch etwas übertrieben. Ich nehme dann lieber einen sehr guten Sportreifen, mit den man immer noch brutal schnell ist und viel machen kann, aber dessen Grenzen ich persönlich noch erfahren kann. Wobei ich natürlich relativ viel Erfahrung auf dem Gebiet habe.
    Ich finde es immer ganz gut, wenn das Fahrwerk und der Reifen zum eigenen Fahrkönnen passen. Dann kann man sich an die Grenzen herantasten und ist auch nicht überfordert, wenn man mal in eine knifflige und ungeplante Situation kommt.
    Ich habe damals hin und wieder schon mal lieber einen Reifen freigegeben, der etwas weniger Grip hatte, aber dafür hervorragend im Übergangsbereich und der Beherrschbarkeit war. Dann kann man das Fahrverhalten sehr gut einschätzen und wird nicht vom Auto überrascht.

    Hat unser Roadster auch, je nach Wetter. Das ist nichts besonderes und betrifft immer mal wieder verschiedene Modelle und Hersteller. Bei uns es immer genau einmal beim rückwärts ausparken morgens, danach ist es weg.
    Ich würde nicht allzu viel Hoffnung darauf setzen, dass es da eine dauerhafte Abhilfe gibt. Ich kann jedenfalls damit leben und halte das einfach aus.

    Das ist schon sehr fließend in der Kategorisierung und ich würde da auch bei den Genannten UHPs eher von (sehr) sportlichen Sommerreifen sprechen.
    Der Bridgestone SP001 fällt auch in diese Kategorie und den würde ich ganz ehrlich vom Gripniveau nicht UHP nennen.
    Den Kommentar zum PS4 hebe ich mir auf, bis ich den Reifen nächstes Jahr gefahren bin ;-).

    Ja klar, ich weiß, .....h.....210....wollte das aber Mal wissen, die haben doch alle Reserve....ja und laut Reifenrechner sind da nur 2% weniger Umfang und damit 2 % mehr Anzeige Geschwindigkeit und nicht 10%????

    Nö, so groß ist die Reserve nicht. Geschwindigkeit über der Zulassung wird in 20 km/h Stufen ermittelt und in der Regel 10 Minuten gehalten. Eine Stufe mehr sollte der Reifen schaffen (10 Minuten!), spätestens bei der zweiten Stufe ist dann schnell Schluss. Und das tolle bei Reifen ist, dass sie durch so etwas vorgeschädigt werden. Wenn sie nicht gleich platzen, tun sie das irgendwann später, wenn man nicht damit rechnet.
    Die Prüfung ist natürlich stark überzeichnet mit min. Fülldruck und max. Sturz, aber ich würde das nicht zu sehr auf die leichte Schulter nehmen. Jede Überlast und Überhitzung schädigt den Reifen mehr vor und irgendwann ist dann vorbei. Ich kenne das vom Prüfstand und der Reifen zerlegt sich dann in der Regel explosionsartig.


    Ich hatte bisher extra nichts zu euren Fülldruck-Experimenten geschrieben, finde das Ergebnis jetzt aber wenig überraschend. Der Reifen bekommt auch durch den Fülldruck seine Quersteifigkeit. Bis zu einem bestimmten Fülldruck nimmt die Quersteifigkeit dabei zu, wobei ich durchaus schon insgesamt Grip verlieren kann, weil der Reifen schlechter arbeitet.
    Insofern finde ich es wenig überraschend, dass der Reifen mit weniger Druck noch querweicher wird. Also wird wohl tatsächlich vieles von dem was Du wahrnimmst einfach dem Reifen und seiner Dimension zu zu schreiben sein. Ist ja auch ein Winterreifen mit höherer Seitenwand. Der MX ist leicht und direkt und da merkt man solche Unterschiede deutlicher.
    Ich würde einen moderat höheren Fülldruck fahren, im Bereich 2,2 bar +/- und auf jeden Fall das Fahrwerk mal vernünftig einstellen lassen. Ich fahre meine Winterreifen auch mit leicht höherem Druck, um die geringere Quersteifigkeit etwas auszugleichen.


    P.S.: Habe nichts geschrieben, da man sich hier in letzter Zeit häufiger Klugscheißerei vorwerfen lassen muss. Also habe ich gedacht "Lass sie mal machen ..." ;-).

    Na wenn ich im Schiebebetrieb bin, dann habe ich natürlich auch den größten Gang drin, weil da rollt das Fahrzeug ja eh nur....


    Wenn ich mir aber die "Spritsparer" jeden Tag anschaue, die versuchen mit 60 km/h im sechsten Ganz zu überholen, und dann erzählen, dass ein Auto unter 200 PS ja gar nicht geht, und keinen Durchzug hat, dann muß ich mich schon fragen, was da schief läuft.....

    Wie sagte ein Kollege so schön? Ich bezahle für die volle Motorleistung, also nutze ich sie auch aus und drehte an den Begrenzer. Das ist echt erstaunlich, dass die Leute große Autos und Motoren kaufen und dann im Alltag nur einen Bruchteil der Möglichkeiten ausreizen. Aber auch nach meiner Einschätzung ist das die bittere Realität.
    Aber es ist natürlich auch für den Nachbarn wichtig, dass das große Typenschild hinten am Auto ist.


    Dass ein Passat TDI effizienter ist, als meinetwegen ein MX5 mag ja sein, aber würde ich mir deswegen als "Spassauto" so einen "Vertreterkombi" kaufen?
    (Ich habe sowas auch schon Jahre lang gefahren und es fährt sich objektiv betrachtet natürlich alles andere als schlecht, aber ich würde mir sowas nicht selber für privat kaufen)

    Ganz sicher nicht, aber ein bisschen Brot und Butter muss ja auch sein.


    Entweder man hat den Luxus eines spaßigen Zweitwagens, oder man muss beides in einem Auto verbinden. Da kann dann ein leistungsstarker Diesel sicher ein guter Kompromiss sein.
    Ich bevorzuge aber inzwischen auch definitiv wieder die netten Benziner und freue mich, dass ich Alltag und Spass trennen kann (obwohl mein Alltags-Auto auch sehr viel Spass macht). Das war schon mal anders und da war ich sehr froh, dass der Passat Kombi wenigstens ein bisschen Bums hatte ohne gleich utopisch viel zu verbrauchen.