Meine Ansichten zum Bilstein Serienfahrwerk haben sich soweit bestätigt. Das Fahrwerk bietet ein Handling, dass gleichzeitig großen Fahrspaß mit hoher Sicherheit kombiniert. Es ist etwas Leben im Auto, aber dafür ist das Auto auch sehr leichtfüßig und spielerisch zu bewegen. Gleichzeitig kündigt sich der Grenzbereich sehr breit an und ist auch sehr gut beherrschbar.
Da ich von einigen Leuten angesprochen wurde, u.a. auch per PN. Dazu noch einmal ein paar Worte.
Nochmal zu meinem Anspruch an ein Fahrwerk - ich mache das beruflich und habe selber mehr als vier Jahre lang Autos abgestimmt. Meine Erwartungshaltung und die Art wie ich ein Fahrwerk beurteile ist ganz sicher anders, als bei fast allen anderen Fahrern und meine Ansprüche entsprechend auch.
Und ich habe lange mit mir gerungen, ob mir das Bilstein Fahrwerk nicht reicht. Ich finde es nach wie vor sehr harmonisch, es unterstreicht den leichten und spielerischen Charakter des Autos, es ist sehr fahrsicher und es ermöglich bereits eine sehr sehr gute Fahrdynamik.
D.h. ich stehe dazu, dass ich das Fahrwerk für sehr gelungen halte und es immer noch für die meisten Nutzungsprofile uneingeschränkt empfehlen kann. Auch die Kombi Eibach/H&R und Bilstein funktioniert sehr ordentlich und ist eine preiswerte Lösung, um das Auto tiefer zu bringen. Nicht empfehlen würde ich persönlich die Variante Tieferlegungsfedern in Verbindung mit den Standarddämpfern. Diese Kombi ist unterdämpft und fahrdynamisch nicht so sinnvoll.
Und wenn es dann wirklich ein echte fahrdynamische Verbesserung sein soll, führt imho kein Weg am kompletten (Gewinde-) Fahrwerk vorbei. Da konnte ich leider noch nicht viele Varianten fahren, aber von der Papierlage und den Berichten erfahrener User habe ich das Gefühl "you get what you pay for". D.h. die teuren Fahrwerke sind in der Regel auch die Besseren. Wenn ich da eine Empfehlung ausprechen soll, dann sind es tatsächlich die hier oft genannten üblichen Verdächtigen, das ST XT mit fester Abstimmung als preiswerter Einstieg, das BC-Racing mit eingeschränkter Ganzjahrestauglichkeit für gehobene Ansprüche und das KW V3, das schon sehr dicht am Rennfahrwerk ist und eigentlich für höchste Ansprüche geeignet sein sollte. Aber das werde ich ja bald sehen und berichten.
Edit: Ganz vergessen, in der Stärke des fahrdynamischen Upgrades handele ich mir in der Regel auch Nachteile ein. Im Besonderen sind das dann weniger Bewegung im Fahrzeug und damit schnellere und härtere Fahrzeugreaktionen und damit verbunden ein höherer aber schmalerer Grenzbereich, der schwieriger zu beherrschen ist. Das Auto wird im Fahrwerk steifer, aber auch weniger leichtfüßig. Lastwechsel kündigen sich weniger an und sind dann umso abrupter und schneller. Je nach Erfahrung kann ein Auto dadurch also auch durchaus anstrengender und mit weniger Sicherheits—Reserven zu fahren sein.
Soweit meine höchstpersönliche und sicher auch subjektiv geprägte Einschätzung. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen.