In der "klassischen Navi-Welt" ist ein Track die Aufzeichnung einer tatsächlich gefahrenen Route.
Dieser Track kann also immer in der Praxis abweichen, weil durch Baustellen, unterschiedlichen Berechnungen der Geräte oder Lust und Laune von der ursprünglich geplanten Route abgewichen wurde. Gibt man diese Tracks weiter, ist es zwingend, dass das jeweilige Endgerät mit Tracks navigieren kann. Das ist nicht selbstverständlich. Insbesondere wenn eine Neuberechnung der Route erfolgen muss (unterschiedliches Kartenmatrial, Straßensperrung, Sat-Verlust...) sind die Ergebnisse dann oftmals nahezu unbrauchbar. Das gilt vor allem, wenn auf unterschiedlichen Endgeräten unterschiedliches Kartenmaterial verwendet wird (wovon auszugehen ist). In dem Falle sind Neuberechnungen (und somit Abweichungen) völlig normal.
Da der Umgang mit Tracks massiv von den Fähigkeiten der Endgeräte abhängig ist, sollte man auf größtmögliche Kompatibilität setzen. Und diese Kompatibilität ist bei Straßennavigation mit gpx-ROUTEN vorhanden. Anders sieht es natürlich bei Rad-, Wandertouren usw. aus, die ganz/teilweise durch Gebiete ohne Straßen und Wege führen. Hier sind Tracks die erste Wahl.
Um die angesprochene Abweichung in den Berechnungen zu minimieren, können u. U. auch mehr "Routenpunkte" gesetzt werden, um in den Endgeräten den "Spielraum" einzugrenzen.
Aber vorsicht: Viele Endgeräte können keine Routen berechnen, die mehr als 50 Routenpunkte beinhalten (die meisten Garmin-Geräte). Einige ältere Geräte können sogar nur 30 Punkte verwalten. Wobei 50 Routenpunkte sehr lange Strecken sein können. Ebenfalls geräteabhängig ist die Anzahl der maximalen Punkte in einem Track. So können z. B. einige Garmin-Geräte nicht mehr als 10.000 Punkte in einem Track verwalten. Hört sich viel an, kann aber trügerisch sein.
Beispiel: Ich habe die Trackaufzeichnung so eingestellt, dass jede Sek. ein Punkt gesetzt wird. Daraus ergibt sich, dass pro Stunde 3600 Punkte gesetzt werden. Gebe ich diesen Track weiter, sind das noch nicht einmal drei Stunden, die im Endgerät angezeigt/verarbeitet werden können.
Werden Tracks in der App/auf dem PC "gezeichnet" (oder vom Programm von Route in Tracks umgewandelt) habe ich kaum bis gar nicht einen EInfluss, wie dicht die Punkte im Track gesetzt werden.
Die Auswirkung:
In den Beispielen seht ihr als Track und als Route eine Fahrt von Hannover bis an die franz. Grenze.
In der Route seht ihr in der Statistik die Anzahl der Punkte, die Länge und die Zeitangaben insgesamt und zw. den Punkten.
beispiel1.jpg
Im Track sehen wir den identischen Routenverlauf, aber die Anzahl der Punkte ist deutlich unterschiedlich. Die Länge der Tour ist identisch, aber es werden mir jetzt keine Zeiten mehr berechnet.beispiel2.jpg
In der Praxis ergibt sich jetzt, dass ich unterwegs in der Route recht simpel einen Punkt wegnehmen/einfügen kann. Nehme ich im Track einen Punkt weg, passiert mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nix (sofern das Endgerät überhaupt mit Tracks rechnen kann).
Um also eine möglichst hohe Kompatibilität mit anderen Geräten/Apps aus unterschiedlichsten Epochen zu bekommen, sollte wenn möglich für die Straßennavigation eine gpx-Route weitergeben werden.