Die Warnlämpchen:
Es bringt nix, wenn ich eine Anleitung lese und in ein oder zwei Jahren blinkt mal ein Lämpchen auf. Gerade weil es so selten passiert, wird die Bedeutung der Warnung irgendwo im Nirvana des Gedächtnis abgelegt. Ob ich in dem Fall bei Google oder in einer 300-seitigen Anleitung mit mehreren Querverweisen suche, spielt dann keine Rolle.
Das ist durchaus vergleichbar mit Schulungen an technischen Geräten. Wenn ich eine Schulung durchführe, die Mitarbeiter sitzen aber erst in 6 oder gar 12 Monaten vor dem Gerät, ist komplette Leere im Gehirn.
Für eine PC-Anwendung musste ich mal eine Anleitung schreiben, einfach, weil es vom Personalrat gefordert wurde. Ungefähr drei Monate Arbeit und kein Mensch hat die je gelesen. Wie mein Nickname vermuten lässt, bin ich noch in einem anderen Gebiet unterwegs, überwiegend im Bereich Lautsprecher. Glaubst du irgendwer liest sich eine Anleitung z. B. bei den sog. Smart-Lautsprechern durch? Da wird sich lieber in einem Forum angemeldet und gefragt, um letztlich die Antwort zu bekommen, die in der Anleitung steht.
Bleiben wir bei der Fahrzeugbedienung. Wenn du (oder ich) ein Auto kaufst, wird die Anleitung gelesen. Du fährst dieses Auto täglich und gewöhnst dich an das Bedienkonzept. Ein völlig anderes Bild hast du, wenn du aus verschiedenen Gründen häufig das Fahrzeug wechseln musst. Denke hier z. B. an Car-Sharing, in dem ja viele "Visionäre" die Zukunft sehen.
Klar, vieles ist "normiert", wie z. B. die Anordnung der Pedale, der Blinkerhebel.... Aber wenn es um Funktionen (oder Warnmeldungen) geht, die nicht "alltagsüblich" sind, wird's doch sehr oft chaotisch. Ich habe jetzt auch keine Patentlösung, aber eine Kombination aus "altgedienter Tastenbedienung" und "sinnvoller Display-Unterstützung" wäre vermutlich ein gangbarer Mittelweg.
Und vielleicht wäre auch "weniger ist manchmal mehr" eine Überlegung wert.