Beiträge von Svanniversary

    Irgendwie habe ich das Gefühl, hier sollte ein versierter Nutzer ( hust @MX505) nochmal erklären, dass wanken/Rollen in den Kurven nichts pauschal negatives im Sinne der Kurvenperformance ist.


    Ich habe irgendwie das Gefühl, dass einige glauben, nur weil der ND rollt, er Kurven weniger gut nehme...

    Danke für die Blumen ;-).


    Wanken ist ja auch wirklich nichts Schlimmes ;-). Wenn ich die Wankbewegung einschränke, bekomme ich:
    - einen schmaleren Grenzbereich und schnellere Fahrzeugreaktion (z.B. besseres Anlenken, Go-Kart-Feeling, aber mit weniger Reserven, d.h. dass was viele hier als subjektiv sicherer empfinden, nimmt einem Reserven, wenn man sie tatsächlich mal brauchen sollte, im Grenzbereich)
    - mehr Karosseriebewegung durch Wankkopieren (Unebenheiten auf der einen Seite werden auf die andere Seite übertragen, ein Effekt, den man eigentlich versucht mit Einzelradaufhängungen zu vermeiden)
    - eine schlechtere Performance auf schlechten Straßen
    - die Performance auf guten, topfebenen Straßen verschlechtert sich auch, da weniger Sturz- und Spuränderung durch Wanklenken umgesetzt werden kann (das kann ich z.T. durch die Einstellung ausgleichen, komme dann aber schnell in Probleme mit dem Reifenverschleiß)
    - die Traktion verschlechtert sich (die Antriebsachse wird starrer geführt und kann nicht so effektiv die Kraft übertragen)
    - der Verschleiß der Gummibuchsen, Stoßdämpfer und Radlager nimmt überproportional zu (gilt besonders in Kombination mit Tieferlegungsfedern)


    Das gilt im wesentlichen genauso für die Tieferlegung mit härteren Federn.


    Im Rennsport ist ein tiefes, hartes und stark stabilisiertes Fahrwerk auf Strecken mit wenig Unebenheiten ein Vorteil, weil das Auto sich weniger bewegt und besser an der Lenkung hängt. Da werden aber dann auch Spur- und Sturzwerte gefahren, bei denen jeder Reifensatz innerhalb weniger 100 bis 1.000 km herunter gefahren ist.
    Auf schlechten Rennstrecken, wie z.B. der Nordschleife, mit vielen Unebenheiten ist so ein Setup klar im Nachteil. Wir haben das mal mit einem Fahrzeug mit geregelter Dämpfung probiert und mit der straffesten Einstellung fährt man die langsamsten Rundenzeiten.
    Unterhalb des Grenzbereichs ist so ein hartes, tiefes Auto auch von untrainierten Fahrern einfacher zu bewegen, da es weniger Karosseriebewegung macht und damit weniger Lastwechselreaktionen zeigt und nicht so sensibel gelenkt und bewegt werden muss. Das kehrt sich aber schnell in das Gegenteil, wenn die Straße schlecht ist, oder ich in den Grenzbereich kommen, denn dann fährt es sich anspruchsvoller als ein Auto mit einem gutmütigeren Setup (im Ideal weiche Federn, harte Dämpfer, mittlere Stabilisierung, ungefähr so wie das Bilstein Fahrwerk). Die Fahrzeugreaktionen sind dann weniger vorhersehbar und erfolgen deutlich schneller, so dass auch der Fahrer wissen muss, wie er das Auto stellen will und kann, und dann sind schnelle Reaktionen gefragt.


    Das sind schon ein Haufen Nachteile dafür, dass es sich subjektiv direkter anfühlt, das Auto direkter angebunden ist und die Optik (vermeintlich, weil Geschmackssache) besser aussieht.


    Aber von mir aus, jeder wie er mag. Nur sollte man es nicht so darstellen, als wenn die Serie nichts taugt und man mit Tieferlegung etc. riesige fahrdynamische Vorteile hätte.

    Danke, obwohl mir da immer noch eine Theorie für fehlt.


    Bei der Standhöhe mit - 30 mm werden die Federn vermutlich trotz Progression in einem härteren Arbeitspunkt stehen, als die Serienfedern.


    Dämpfer sind die normalen, weil es kein Sportsline/Bilstein ist?


    Das einzige was für mich eine Erklärung wäre, ist der verschobene Arbeitspunkt des Dämpfers, der die Dämpfkräfte reduziert. Das wäre aber gar nicht gut für das Fahrverhalten auf welliger Fahrbahn.


    Die H&R sprechen viel sensibler als die Ori-Federn an.

    Wärst Du so nett einmal zu beschreiben, was Du damit genau meinst? Im Kontext von Federn spricht man normalerweise nicht von "Ansprechverhalten", weil eine Schraubenfeder linear anspricht und kein losbrechen o.ä. hat. Solche Effekte treten aber beim Dämpfer (und z.B. bei der Luftfeder) auf, so dass man da von "Ansprechverhalten" reden kann.


    Hast Du das Gefühl, dass das Auto sensibler auf kleinen Unebenheiten federt, oder kommt es Dir insgesamt weicher vor, z.B. auf größeren Anregungen? Wie viel Weg mach der Aufbau bei Anregung durch Unebenheiten, mehr oder weniger als vorher? Wie schnell klingt die Schwingung ab, bzw. wie gut ist der Aufbau angebunden?
    Es wäre toll, wenn Du genau beschreiben könntest in welchen Situationen Du dieses Gefühl hast und was genau am Fahrzeugverhalten anders ist.


    Ich hoffe ich "belästige" Dich nicht mit meinen Fragen. Ich würde den Effekt gerne verstehen bzw. mir fehlt eine Erklärung was da physikalisch passiert. Ich denke es wäre auch für den einen oder anderen hier interessant, wenn wir das weiter aufklären und man daraus Schlüsse zur Fahrwerkveränderung für andere Anwendungen ziehen kann.


    Die Federrate der H&R ist höher, als die der Serienfedern, die Dämpfer sind drin geblieben, so dass die Abstimmung mit den Federn generell erst einmal härter ist, als das Serienfahrwerk.
    Ich halte mich deshalb jetzt auch noch einmal mit Spekulationen zurück, obwohl ich schon ein, zwei Ideen hätte, was da los sein könnte.

    Hach, ich finde man muss das mal trennen. Auf der einen Seite gibt es das Thema objektives fahrdynamisches Potential und auf der anderen Seite die Themen subjektives Fahrgefühl und persönliche Vorlieben.


    Der eine mag es direkter und härter und das ist doch auch gut so. Aber die Abstimmung vom Sportsline ist ja nun wirklich nicht weich oder schaukelig. Sie folgt der fahrdynamisch optimalen Auslegung für schlechte Straßen, bei denen man auch mal Federweg braucht - weiche Federung, harte Dämpfung. Dabei bietet sie relativ viel Komfort und erlaubt dem Wagen auch Karosseriebewegungen in Wank- und vertikaler Richtung.


    Ich fahre das Sportsline Fahrwerk jedenfalls nicht weil es mir "reicht", sondern weil ich es fahrdynamisch für eine übliche Landstraße (zumindest hier in der Gegend) für extrem gelungen halte.


    Wie geschrieben, wer es härter oder wanksteifer möchte, kann ja tätig werden. Aber er fängt sich damit auch Nachteile ein (siehe auch den Beitrag von @BJ323F).


    Und was ich wirklich differenzierter sehe ist, dass das Sportsline nicht irgendein arme Leute Sportfahrwerk ist das manchem "reicht", sondern dass es ein Fahrwerk ist, bei dem die Kollegen von Mazda und Bilstein einen super Job gemacht haben.


    Ich kenne persönlich nicht viele Autos, die ab Werk so ein fahrdynamisches Potential haben und dabei auch noch sehr gutmütig und beherrschbar sind. Einzige Voraussetzung: Man sollte das Fahrwerk richtig einstellen lassen.


    Was auch stimmt ist, dass der Mazda in der Bilstein-Serienabstimmung sehr rund und weich gefahren will, damit man hohe Kurvengeschwindigkeiten realisiert und kein Fahrzeug für das Fahren mit der Brechstange ist. Aber insbesondere das macht für mich auch seinen Reiz aus, weil man ihn sehr gefühlvoll und fast spielerisch ans Limit bringen kann, ohne dass er dabei giftig wird.

    MX505 Du scheinst auch einer dieser Typischen " Ich lese nur was ich lesen will " Forennutzer zu sein oder ?


    Also noch mal für dich ganz speziell zum mitschreiben :

    Muss das jetzt auch noch persönlich werden?


    Richtig, aus den Brocken die Du mir/uns vorgeworfen hast, habe ich versucht Schlüsse zu ziehen und hilfreiche Hinweise zu geben. Unter netten Menschen hätte so etwas zu einer freundlichen Konversation führen können.


    Ist ja auch schlimm, dass es hier Menschen mit eigener/anderer Meinung gibt ;-). So was lästiges auch...

    Also wenn ich solche Vergleiche lesen muss stelle ich das " sehr versierte Leute " einfach mal in Frage :-)Touareg V8 gegen Cooper S ? ja ne , is klar .
    Offenbar sind einer Argumentation folgen und sie verstehen 2 Paar Stiefel .


    Ich habe nie behauptet das das Fahrverhalten des MX5 unsicher oder undynamisch sei sondern das es aufgrund der hohen Seitenneigung ( die in nahezu allen Testvideos und Zeitschriften bestätigt wird ) ein unsicheres Gefühl vermittelt.
    Und nur das will ich beseitigen.
    Ich gebe zu das ich Frontantrieb gewohnt bin und es etwas Umstellung erfordert ..aber Raketenwissenschaft ist das auch wieder nicht.

    Dann stelle mal in Frage. Selber schuld, wenn Du die gutgemeinten Tipps erfahrenerer Leute einfach in den Wind schlägst ;-).


    Die geringe Wanksteifigkeit ist in so gut wie allen Tests beim normalen Fahrwerk des G131 und G160 kritisiert worden, während das Bilstein-Fahrwerk in der Presse, wie hier, sehr gelobt wurde.
    Es wurde hier auch schon mehrmals erwähnt, dass die Kollegen von Bilstein an der Abstimmung beteiligt waren und mindestens die sind wirklich versiert ;-).


    Gerade wenn Du schreibst, dass Du Frontantrieb, wahrscheinlich durch den Mini, gewohnt bist, dann hast Du es hier mit einem ganz anderen Fahrzeugkonzept zu tun, dass insbesondere auch eine andere Fahrweise voraussetzt, damit man damit sicher und schnell unterwegs ist. Das erfordert Übung und Training und sollte aus meiner Sicht der erste Schritt sein, bevor man versucht, das Fahrzeug an die eigene (ungeübte, falsche, vom Fronttriebler geprägte - nichtzutreffendes streichen) Fahrweise anzupassen.


    Ansonsten sind die wichtigsten Stichworte hier bereits gefallen:
    - Fahrweise optimieren
    - Fahrwerk richtig einstellen lassen
    - ggf. andere Federn (tiefer, härter => anderer Schwerpunkt, mehr Wankabstützung)


    Ist natürlich Deine Entscheidung, die Ratschläge weiter zu ignorieren und auf Meinungen zu warten, die besser zu Deiner eigenen passen ;-).


    Das es hier im Forum viele Leute mit Erfahrung hinsichtlich MX-5 und/oder Fahrdynamik gibt, die der Meinung sind, dass das Bilstein-Fahrwerk im ND sehr gelungen ist, kann man auch ignorieren - muss man aber nicht ;-).

    Seitenneigung hängt im wesentlichen ab von a) Schwerpunkt des Fahrzeugs und b) Härte der Federung.
    [...]
    Dadurch giert (wankt) der Wagen in Kurven nicht unbeträchtlich, obwohl man - wegen des niedrigen (!) Schwerpunktes - schon relativ schnell unterwegs ist.

    Hallo Stefan,


    Seitenneigung beim Einlenken hängt, neben der Schwerpunktlage, von Federung, Dämpfung und Stabilisierung ab, statisch dann nur noch von Federung und Stabilisierung. Genau genommen hat auch die Achskinemtaik selber einen großen Einfluss, inbesondere die Lage der Wankpole bzw. des Wankzentrums.


    Gieren ist die Bewegung um die Hochachse. Das ist etwas anderes als Wanken. Wanken wir mitunter auch als Rollen bezeichnet.


    Ansonsten kann ich Deinen Post gut nachvollziehen ;-).