Beiträge von Svanniversary

    Hi Sebastian,


    das war mir klar, dass Du das umfassend erklären kannst ;-).


    Bei Hybriden und E-Fahrzeugen mit größeren E-Maschinen ist das ein großes Thema, weil die Bremsleistung durch die E-Maschine relativ groß ist und dann aber beim abbremsen immer schwächer wird. Dadurch habe ich dann entweder ein inkonsistentes Bremsgefühl, oder muss mit aufwendiger Technik die Bremsleistung automatisch auf die E-Maschine und die Betriebsbremse aufteilen (Brake-Blending).


    Beim MX 5 ist die Bremswirkung durch die E-Maschine sicher in einem Bereich, wo das nicht so auffällt.

    Eigentlich nicht erstaunlich. Wenn man nicht über das Image exorbitante Preise aufrufen kann, wie Porsche oder Ferrari, dann rechnen sich Autos erst ab einem bestimmten Volumen, da der ganze Einmalaufwand eingefahren werden muss.


    Da hilft so eine Kooperation zur Stückzahlerhöhung enorm.

    Selbst ein übersteuernd ausgelegtes Fahrzeug kann im Fahrbetrieb untersteuern, wenn zb in eine Kurve zu weit hinein gebremst wird und umgekehrt wenn man bei einen untersteuernd ausgelegten Fahrzeug in der Kurve zu früh und heftig auf dem Gas steht kommt dort auch das Heck. Nur weil an einer Achse die Haftung abreißt ist ein Auto weder unter- noch übersteuernd ausgelegt, das ist dann ehr der Situation geschuldet die zu Haftungsabriss der Reifen führte.

    Genau. Als erstes braucht man dann das KnowHow um beurteilen zu können, ob es die Fahrwerksauslegung war, oder das eigene Fahrkönnen, dass das Auto in den Graben gelegt hat.
    Bei uns gibt es dafür den Spruch: Zu erst verließ ihn sein Fahrkönnen und dann das Auto die Straße ;-).


    Ich weiß nicht was ihr immer mir dem Untersteuern habt. Ich nehme für mich in Anspruch wirklich gut fahren zu können (ich habe das 7 Jahre beruflich gemacht). Ich würde aber jederzeit auf der engen Landstraße ein moderates Untersteuern einem Übersteuern vorziehen.
    Wenn Ihr Probleme mit massivem nicht mehr kontrollierbarem Untersteuern habt, dann wart ihr schlicht viel zu schnell für die Kurve.
    Bei der richtigen Geschwindigkeit lässt sich auch Untersteuern mit den richtigen Lenkbewegungen und Lastwechseln kontrollieren.

    Ja, aber zerstörte Zahnräder kommen auch nicht von jetzt auf gleich, denke ich mal...
    Mit irgendetwas muß es ja angefangen haben, bevor es dann zum Totalausfall kam...
    Die AMI´s fahren ja größtenteils Automatik, sind also eine Schaltung nicht so gewöhnt, wie unser einer...
    Wenn das nen bisschen hakt und ich wende Gewalt an, um den Gang dann reinzubekommen...
    Ja, dann würde mich ein Totalausfall irgendwann auch nicht wundern...

    Da ist ein Antriebszahnrad zerstört worden. So etwas kommt am ehesten von Fertigungsfehlern, wie z.B. falscher Härtung.


    Beim falschen Schalten quäle und zerstöre ich die Synchronringe. Das ist ein anderes Schadensbild.

    Auch wenn hoher 3stelliger bis vierstelliger kW Bereich beim Bremsen sicher deutlich zu hoch gegriffen ist* kann man sich sicher vorstellen, dass eine Schleppleistung von deutlich unter 10kW** nicht so sehr ins Gewicht fallen.
    Man merkt im übrigen, wenn man den i-eLoop Display wählt, dass mit hoher Drehzahl viel mehr Rekuperationsleistung zur Verfügung steht als mit niedriger. (Die SuperCaps werden dann schneller voll)


    Du bist aber auch ein Skeptiker ;-).


    Dann rechne ich jetzt auch mal eine Vollbremsung aus 216 km/h (60m/s) mit einer Verzögerung von 10 m/s2, vollbeladenes Auto.


    t = v/a => t = 60/10 s = 6 s


    E = m*v2/2 = 1.260 kg * (60 m/s)2 /2 = 2.268.000 Nm


    P = E/t = 2.268.000 Nm / 6 s = 378 kW


    Passt zu Deiner Zahl oben, gibt aber die Bremsleistung der Reifen an. Die Bremsleistung der Bremsanlage liegt noch einmal um einiges darüber, da sie unter allen Umständen ein Blockieren des Rades erreichen soll und auch große Reserven im Temperaturverhalten braucht, um nicht in das Fading zu kommen.
    Jetzt kann man sich darüber streiten, wie hoch so ein Faktor der größer Dimensionierung Bremsleistung zu Reifenleistung ist, bei Faktor zwei bis drei bin ich dann schon bei 756 oder 1.134 kW und das auch nur, weil der Mixxer sehr leicht ist.
    Bei einer einfachen PKW Bremsanlage für eine Mittelklasselimousine erreiche ich dann sicher 4-stellige Bremsleistungen.


    Dann bleibt noch das physikalische Rätsel, warum bei höherer Drehzahl mehr rekuperiert wird als bei niedriger. Wer löst?

    Das mit der härteren Vorderachse ist so eine Sache! Grundsätzlich muß man @MX505 natürlich recht geben!Nun ist es aber so und das habe ich auch breits mit @BJ323F (leider ohne Abschluß) diskutiert, können ein geringfügig steiferer Stabi an der VA oder leicht härtere Federn tendenziell im Grenzbereich sogar das Untersteuern reduzieren. Schuld an diesem Verhalten sind die Zusatzfedern/Anschlagpuffer der VA, da sie bei aqmax deutlich in die Progression gehen können und eine erhebliche Radlastdifferenz vorne links zu vorne rechts hervorrufen können.

    Passt. Effektiv entscheidet ja die Gesamtfederrate (dynamisch ergänzt um den Einfluss des Dämpfers), die sich aus den Einzelfederraten von Aufbaufeder, Stabi und Zusatzfeder zusammensetzt.


    Im Seriengeschäft versucht man eher wenig mit der Zusatzfeder zu arbeiten. Die erhöht dann nur die Federrate beim Einfedern, so dass ich auf großen Unebenheiten nicht so schnell oder zumindest weicher durchschlage und ist bei Kurvenfahrt nicht im Eingriff.


    Wenn die Zusatzfeder beim Kurvenfahren in den Eingriff kommt, habe ich auf jeden Fall das Problem, dass der Einfluss abhängig von der Wankrate und damit dem Mass ist, um das die Zusatzfeder belastet wird. Die Wankrate ist querbeschleunigungsabhängig und die erreichbare Querbeschleunigung ist abhängig vom Reibwert der Straße.
    D.h. dann überspitzt:
    - niedriger Reibwert (z.B. Nass): Zusatzfeder nicht im Eingriff, Vorderachse weicher als Hinterachse => übersteuern
    - hoher Reibwert: Zusatzfeder im Eingriff, Vorderachse härter als Hinterachse => untersteuern.


    D.h. das Eigenlenkverhalten ist nicht zwingend reproduzierbar und hängt stark von der Querbeschleunigung und den Fahrbahnzuständen ab. Natürlich kann man das abmildern, wenn man Vorder- und Hinterachse gut aufeinander abstimmt. Ich habe dann aber immer das Problem, dass dann noch eine gewisse Beladungsabhängigkeit dazu kommt.
    Sehr unschön wird es dann auf unebenen Belägen, wo ich durch zusätzliches Einfedern in die Zusatzfeder komme und dann z.B. plötzliches starkes Untersteuern habe.


    Als Ergänzung spielt natürlich auch die Fahrwerkseinstellung noch eine Rolle, mit der ich die Seitenführungsfähigkeit der Achsen zusätzlich beeinflusse.


    Aber bei einem Punkt muss ich noch einmal nachfragen. Du schreibst, dass sich bei dem Preis und den Wartungskosten des Fahrwerks schon eher ein Boxter anbietet. Hast du schon mal einen Porsche zur Inspektion gebracht oder mal Verschleißteile austauschen müssen? Da reden wir über andere Kosten, als bei einem MX-5. Wenn man ehrlich ist, bewegen sich die Kosten für den Betrieb eines Boxters auf einem sehr hohen Level, wenn man ihn nicht zu einem Auto mit Wartungsstau verkommen lassen will.


    Wolfram

    Hi Wolfram,


    natürlich hast Du recht und das ist auch genau der Grund warum es bei mir der MX 5 geworden ist. Ich kenne den Cayman sehr gut und finde auch das er und natürlich der Boxster tolle Autos sind. Aber mit dem MX 5 habe ich eben 99% des Spaßes zu einem Bruchteil der Kosten.
    Wahrscheinlich ist mir daher der Gedanke etwas fremd jetzt noch viel Geld rein zu schießen. Gerade das Paket das man so als Serien-Preis/Leistung bekommt ist fantastisch.
    Ich könnte mir auch gut vorstellen da noch den einen anderen Hunderter in Zubehör zu versenken, aber als professionelle Rennmaschine hätte ich von vorne herein persönlich einen anderen Ansatz gewählt (der wahrscheinlich in Summe deutlich teurer wäre).


    Ich freue mich aber durchaus über Deine Motivation und kann es sehr gut nachvollziehen, dass Du für Dich das optimale heraus holen möchtest.

    Prinzipiell ja, da der Generator einige kW Leistung hat.
    Die Leistung einer durchschnittlichen Bremse liegt allerdings im hohen drei- bis vierstelligen kW Bereich, so dass das anteilig sehr gering ist.


    Im reinen Schubbetrieb sollte man das allerdings im Vergleich zum normalen System schon bemerken.

    Klar ist das o.k. Ich kann nur für mich sprechen und erhebe keine Anspruch auf Allgemeingültigkeit ;-).


    Das mit den Umbauten beim Boxster ist ein schwaches Argument. Da gibt es Leute, die schrauben auch an Cup-Sport Porsche, Lamborghini und Ferrari herum, einfach weil es ihnen Spass macht. Das sehe ich nicht als Beleg, dass die Autos vorher für den Track schlecht geeignet waren ;-).


    Ich habe da persönlich einfach ein anderes Bild vom MX 5. Für mich ist das ein puristischer und auch bezahlbarer Roadster, mit dem man problemlos im öffentlichen Straßenverkehr eine Menge Spass haben kann. Die Spanne reicht dann bei mir vom Cruisen bis zum genüsslichen schnell Fahren.


    Richtig krachen lasse ich es im Straßenverkehr sowieso nicht. Die übelste Phase habe ich mit Mitte 20 hinter mir gelassen und seit dem ich beruflich die Möglichkeit habe mich in Prüfgeländen und auf Rennstrecken auszutoben, habe für mich erkannt, dass das einfach nicht in den normalen Straßenverkehr gehört.


    Dementsprechend suche ich ein sportliches Auto mit einem ordentlichen Restkomfort und da bin ich mit dem Serien-Bilstein-Fahrwerk schon ganz gut bedient.