Beiträge von Svanniversary

    Wer jammert? Ich schildere nur ein realistisches Bild, was in der Autoindustrie aktuell los ist.


    Und ja, es geht um Industrie, um Mittelstand, um Leute die viel in Ihre Qualifikation und Karriere investiert haben. Um Firmen mit hohem Innovationsgrad, hohen betriebswirtschaftlichen Risiken und manchmal auch großem Erfolg.

    Ich stelle überhaupt nicht in Abrede, dass das nichts mit dem Bäcker von nebenan, oder dem Supermarktverkäufer zu tun hat.


    Wenn Du das nicht einordnen kannst, dann zeigt das wie geschrieben nur, dass Du keinen Einblick in diese oder andere vergleichbare Branchen hast.


    Sozialneid, oder die allgemeine Sozialdebatte sind andere Themen. Mein Klempner, Arzt, Rechtsanwalt und selbst der Besitzer des benachbarten Autohauses verdienen alle mehr als ich. Aber das empfinde ich auch nicht als ungerecht, wenn ich sehe was die für eine Qualifizierung und für einen Arbeitseinsatz zeigen.

    Und viele, viele verdienen weniger, was ich in der Tat in vielen Fällen auch als ungerecht empfinde.


    Lass doch bitte einfach diese Klischees sein und schau Dir das mal differenziert an. Nimm meine Aussagen so wie sie sind.

    Der Autoindustrie geht es nicht gut, sogar gar nicht gut.

    Das noch gut verdient wird, im industriellen Maßstab, aber eben auch schon weniger als früher, und das die Zukunft damit im Moment nicht so rosig aussieht, sind Fakten.

    Ganz egal ob man das fair oder gerecht, schön oder sonst wie findet.


    Und das hat mal überhaupt nichts mit Loyalität, Sozialromantik, oder sonst etwas zu tun, was Du da hinein interpretierst.

    Nimm es ganz einfach als Insiderbericht.


    Es geht immer jemandem der besser oder schlechter verdient und das Gras auf der Nachbarweide ist immer grüner. Wenn man den Gedanken verfolgt, dann kann man nur sehr unglücklich werden.

    Dann wird es wohl Zeit für einen Berufswechsel … Das kann ja jeder für sich selber entscheiden in welche Branche er geht.

    Die Bezahlung wird entsprechend der Randbedingungen jedes Jahr schlechter, Stress und Anforderungen höher.

    Ich liebe meinen Job, aber man merkt das wir aktuell schwierige Zeiten haben und das ist echt kein Vergleich zu dem, was vor 10-20 Jahren los war. Das waren noch wirklich gute Zeiten.


    Wer aktuell der Meinung ist, dass die Autoindustrie es leicht hat, der hat leider keinerlei Ahnung und Einblick. Ums Überleben kämpfen mag überdramatisch klingen, aber es ist wirklich nicht so weit von der Realität entfernt.

    Neue Konkurrenten aus Fernost, explodierende Rohstoffpreise, Halbleiter-Knappheit und mal eben die größte Transformation, die die Branche je erlebt hat. Und das in doppelter Hinsicht, vom Verbrenner zur E-Mobilität und von der Hardwareschmiede zum mechatronisch/softwaregetriebenem Unternehmen.

    Das kostet alles unglaublich viel Kraft und Geld.


    P.S.:

    Ja, finanziell geht es natürlich um industrielle Maßstäbe. Da gibt es andere Branchen in denen die Verdienstmöglichkeiten deutlich höher sind, aber schlecht verdient wird nicht in der Autobranche.

    Richtig gut aber auch nicht mehr, was man aktuell auch am Arbeitsmarkt merkt. Viele Consulter zahlen mittlerweile sogar schon mehr als die OEMs und ziehen die guten Arbeitskräfte ab.

    Das es andere Jobs gibt, die deutlich schlechter dastehen und dass das Jobs im Pflegewesen, im Einzelhandel, im Dienstleistungsbereich sind, die alle viel für das Gemeinwesen tun, ist auch völlig klar.

    Nur kein Neid ;) .


    Es würde wohl da stehen wie Stuttgart ohne Mercedes, Friedrichshafen ohne ZF, Hamburg ohne den Hafen, usw.

    Wir können doch froh sein, dass es noch große und mehr oder minder erfolgreiche Firmen in Deutschland gibt.

    Ich bin es jedenfalls.


    Apropos Bonus, ist ja sicher bekannt, dass der Bonus auch in den schwierigen Zeiten entstanden ist und das 13. Monatsgehalt ersetzt hat.

    Klingt doch total toll, so eine Zusatzzahlung, die in schlechten Jahren einfach reduziert wird. Möchtet Ihr auch alle haben, oder?


    2022 gab es im Tarif 3.000 € und 2021 2.700 €, beides natürlich brutto. Da kann ja jeder mal überlegen, wie hoch sein 13. Jahresgehalt ist und wie fabelhaft der Bonus ist ;) .

    8,9 Mio. Fahrzeuge mit 13 Milliarden Gewinn, macht dann 1.460 Euro Gewinn pro Fahrzeug. Minimal besser, als bei Mazda, obwohl da margenstarke Marken wie Porsche und Audi dabei sind.

    Hintergrund dieses Gewinns, aus eigener Erfahrung, ist auf der einen Seite ein optimiertes Portfolio, gute Beiträge der höherpositionierten Marken, aber auf der anderen Seite auch konsequenteste Sparmaßnahmen, die richtig weh tun.

    Die Rendite ist insgesamt deutlich unter 10 %. Dafür würde eine Bank, oder andere Industriezweige Ihre Türen nicht aufsperren.

    Was zusätzlich dieses Jahr stark verfälscht sind Sicherungsgeschäfte auf Rohstoffe und anderes. Gut gemacht, aber de Facto heißt das, dass der Gewinn pro Fahrzeug noch deutlich geringer ist, weil die Gewinne nicht aus dem Fahrzeug-Geschäft stammen. Die Bank wird da mit sehr guter Rendite z.B. auch mit bilanziert.

    Falls Dich das interessiert, hier zum nachlesen - https://www.volkswagenag.com/d…tions/Annual_Reports.html


    Man muss das alles ein bisschen verstehen und relativieren. Die Zahlen hören sich bombastisch an, aber wenn man sieht, wie viele verkaufte Fahrzeuge, Mitarbeiter, Fabriken, etc. dahinter stehen, welche anderen Geschäftszweige mit bilanziert werden, dann ist das alles schon nicht mehr so groß oder toll.

    Wenn Du gute Renditen und Zahlen sehen willst, dann solltest Du bei anderen Marken schauen, die nicht im Volumensegment unterwegs sind.


    Weil die Zahlen belastbarer sind, mal ein paar Beispiele des VW-Konzerns aus 2021 (Gewinn pro Fahrzeug):

    - VW PKW: 511 €

    - Skoda: 1.233 €

    - SEAT: -494 €

    - VW Nutzfahrzeuge: 203 €


    Beeindruckende Zahlen, wenn man bedenkt, dass so ein Auto den Endkunden meist so 30-40 T€ kostet und man dann sieht, wie wenig davon beim Hersteller hängen bleibt.

    Man sieht im Vergleich Skoda/VW auch gut, wie teuer es ist in Deutschland Autos zu bauen. Ich bin sehr froh, dass VW es dennoch tut.


    Ich sage ja, die Zahlen sind alle verfügbar. Man muss nur ein wenig damit umgehen können und darf sich nicht einfach davon blenden lassen, dass irgendeine Zahl groß wirkt. Da entstehen schnell sehr große Zahlen, wenn man bei den weltweit größten Herstellern schaut, aber um zu analysieren, wie das Geschäft läuft, muss man schon tiefer einsteigen.

    So ist es. Raff und Gier gibt es im Volumensegment schon lange nicht mehr. Das ist im Prinzip nur noch ein Kampf ums Überleben und die Hersteller sind froh, wenn sie eine Marge durchsetzen können, mit der sie noch etwas verdienen.


    Mazda hat im ersten Halbjahr 2022 ca. 514.000 Fahrzeuge verkauft und einen Gewinn von 618 Millionen Euro gemacht.

    Mazda steigert Gewinn
    Mazda hat im ersten Halbjahr seines bis zum 31. März 2023 laufenden Geschäftsjahres weltweit 514.000 Fahrzeuge verkauft. Das sind etwa 145.000 Autos weniger…
    www.auto-medienportal.net

    Der Gewinn pro Fahrzeug lag also knapp über 1.200 € was schon sehr gut ist, aber sicher nichts mit Raff und Gier zu tun hat und auch in keinem Fall solche Preissteigerungen erklärt.

    Die lassen sich nur aus den gestiegenen Kosten für Mazda erklären, die an den Kunden durchgereicht werden.



    Man sieht die Zahlen sind alle verfügbar und man kann sich selber ein Bild machen - wenn man denn möchte ;) .

    Ja, ist richtig. Merkst Du aber auch schon. Das H&R mit vergleichbaren Dämpfern und 50/30er Raten wäre dann wahrscheinlich nochmal der bessere Tipp, wenn es komfortabler sein soll.


    Die Dämpfer vom R&T laufen sehr geschmeidig (wenig Reibung), was ein großer Vorteil ist, aber hinsichtlich Wankabstützung, also Voröffnung sind die eher auf der fahrdynamischen Seite. Genau da wirkt aber auch die Verstellung, so dass ich es komfortabler einstellen kann, was aber auch sofort zu schlechterer Anbindung führt.

    NmE ist das Verhalten mit der Einstellung wie folgt v/h:

    - 10/11 bis 13/14 extrem linear, ziemlich optimales Fahrzeugverhalten, da kann man schön spielen, je nachdem wo man unterwegs ist

    - ab ca. 13/15 wird es dann schon leicht nichtlinear und man opfert viel Fahrdynamik bzw. Ansprechen für den Komfort


    Geschmeidig wird es erst ab ca. 12/13. Darunter ist es schon sehr stößig. Ab Einstellungen größer 14, gerade hinten, verliert man schon viel Anbindung. Das ist nicht schlimm, weil es immer noch fahrdynamisch i.O. ist, aber man verliert viel von dem, was den sehr guten Charakter des Fahrwerks ausmacht.

    Das bestätigt mich (leider) wieder, dass so eine Dämpferverstellung an sich eine gute Sache ist, sie sich aber nur in sehr engen Grenzen sinnvoll nutzen lässt, ohne dass ich das Auto ungünstig vertrimme.

    Mit Tempo ist die Kolbengeschwindigkeit gemeint. Nicht die Fahrgeschwindigkeit. Der Dämpfer selber weiß nicht wie schnell das Auto fährt. Das ist rein mechanisch abhängig davon, wie sich die Kolbenstange bewegt.

    Den Ansprechkomfort regulierst Du über die Dämpferverstellung (bypass). Du verlierst damit aber auch gleichzeitig Anbindung und Wankabstützung. Mit dem Bypass machst Du einfach einen Kanal weiter auf, der die Dämpferventile komplett umgeht, also frei strömendes Öl.


    Das DFV öffnet bei hohen Drücken bzw. Strömungsgeschwindigkeiten, also bei eher derben Stößen und großen Einfederungen.


    Eine steife Lowspeed-Dämpfung stützt das Wanken ab und bindet das Auto gut an, reagiert aber gleichzeitig stößiger.