Beiträge von Svanniversary

    Sebastian S. , ja ich merke es ja auch deutlich. Ich bin aber bei solchen Subjektivbeurteilungen mittlerweile vorsichtig geworden.

    Ich kenne z.B. Kunden die bemerken nicht einmal, wenn die adaptive Dämpfung verstellt wird (anderes Auto).


    Also Tag und Nacht, wie ein Sportfahrwerk, oder andere Reifen, o.ä. ist es nicht, aber der geübte Fahrer bemerkt durchaus deutliche Vorteile.


    Als nächstes wird dann jemand schreiben, dass er gar keinen Unterschied bemerkt hat ;) . Subjektiv ist das extrem schwierig, denn das was für den einen Welten sind, bemerkt der andere gar nicht.

    Also betreibe ich lieber Erwartungsmanagement, damit es keine Enttäuschungen gibt, weil sonst jemand Wunder durch die Streben erwartet.

    Inari, vom Wolfgang Weber habe ich schon eine sehr gute Meinung. Da wundert mich so eine Aussage umso mehr.

    Ich vermute aber, wie bei anderen, dass die auf einem Level unterwegs sind, wo sie primär an Rennsport denken und das für sie alles nur „street“ ist und nicht groß differenziert wird.

    Aus eigener Erfahrung kann ich schon sagen, dass die Streben auch bei den 60-70er Federraten sehr positive Effekte haben und viel Ruhe und Präzision ins Auto bringen. Selbst im Serientrim haben wir da mit verschiedenen Fahrern positive Effekte festgestellt.

    Und das ist dann nicht gemutmaßt, sondern eine echte Erfahrung ;) .

    Wie oben geschrieben sind das eher Feinheiten und nicht Tag und Nacht, aber durchaus eine sehr positive Verbesserung, die man spüren kann.


    P.S.: Es gibt keine aufgenschnittenen Limousinen, jedenfalls nicht im Seriengeschäft. Die Cabrios haben alle eine andere Karosseriestruktur und man versucht die Defizite gering zu halten. Aber konzeptionell ist jedes Cabrio erstmal weicher, als ein Fahrzeug mit geschlossener Karosserie, auch der ND ;) .

    Wäre echt interessant, das mit Messwerten zu untermauern.

    Subjektiv empfinde ich das auch so, aber auch nur im unteren Drehzahlbereich, bis ca. 3.000-4000 1/min.

    Ich habe das immer auf die Drehmomentkurve geschoben, da der G160 eher im niedrigen Drehzahlbereich schiebt, während es der G184 im hohen macht.


    Defizite habe ich für mich aber beim G184 definitiv keine festgestellt, vielleicht aber auch daher, dass ich es mir endlich abgewöhnt habe digital Gas zu geben oder zu bremsen und das nur noch sehr dosiert mache.

    Svanniversary

    Frage an Dich, warum baut man dann bei den hochmotorisierten Fahrzeugen dann Streben ein und bei der "normalen" Klasse nicht ?

    Primär aufgrund der Kosten und des Mehrgewichtes (CO2) werden die Streben nicht in 100 % der Fahrzeuge eingebaut. Dazu kommt, dass die Sportderivate härtere Fahrwerke haben und daher auch mehr von den Streben profitieren.


    Im Grunde muss das Alltagsauto „so gut wie nötig“ sein und das Topmodell ist „so gut wie möglich“. Die Alltagsauto würden aber genauso von den Streben profitieren.


    Einen anderen Grund gibt es auch noch. Prinzipiell gibt es Zielsteifigkeiten bei der Karosserieentwicklung und die versucht man natürlich ohne Sekundärmaßnahmen (z.B. Streben) zu erreichen. Das Schwingverhalten selber ist dann abhängig von Steifigkeit und Masse.

    Kleine Autos haben kleine Motoren, also weniger Masse. Bei den großen Krachern sind dann größere und schwerere Motoren verbaut und damit auch mehr Masse, so dass ich die Steifigkeit nachziehen muss, z.B. durch Streben, wenn ich im Topmodell nicht schlechter als im Alltagsmodell sein möchte.


    Der ND ist für ein Cabrio auch schon sehr gut, aber ein paar kleinen Maßnahmen geht es auch noch besser.


    Und auf der anderen Seite, wenn man selber gegen Zittern und Vibrationen unempfindlich ist, keinen Wert auf das letzte bisschen Sportlichkeit und Anlenkverhalten legt, dann sind die Streben optional und maximal „nice to have“.

    Das ist eher so das i-Tüpfelchen für den empfindlichen oder anspruchsvollen Fahrer.

    Da schließt sich dann auch der Kreis, da Fahrer der sportlichen Topmodelle, die mehr Geld investiert haben, in der Regel auch anspruchsvoller sind, als die Käufer des Basismodells.

    Ich verstehe solche Aussagen überhaupt nicht. Die lokalen Steifigkeiten und die Karosseriesteifigkeiten eines Cabrios sind immer mies. Jede Form der Versteifung hilft da. Aber klar, es hilft umso mehr, je steifer das Fahrwerk ist.

    Den Einfluss guter Streben fahre ich aber auch im Serientrim schon subjektiv raus.

    Im Bereich der hier genannten Sportfahrwerke mit Federsteifigkeiten von 60-70 N/mm merkt man das dann schon richtig, im Zittern, in der Lenkpräzision und sogar in der Radkontrolle.


    Das sind eher so „Fachleute“, die zwar keine persönliche Erfahrung haben, aber zu allem eine Meinung, bei denen ich sehr skeptisch bin.

    Was war denn das für ein Fahrwerksspezialist? In der Auslegung und Entwicklung, oder im Einbau? Wahrscheinlich letzteres?

    Das muss ja jeder für sich selber entscheiden, was ihm wichtig ist und was er umsetzen möchte.

    Ich finde die Ruhe und Präzision, die die Streben ins Auto bringen sehr positiv, geradezu notwendig, damit das Sportfahrwerk auch das tut, was es soll.

    Oder anders herum, wenn ich glaube die Streben nicht zu brauchen, dann brauche ich wahrscheinlich auch kein Sportfahrwerk und dann lasse ich das Auto einfach im Serientrim.


    Was sich mir aber überhaupt nicht erschließt, ist der hergestellte Zusammenhang mit der Motorleistung? Die hat mit der Vertikal- und Querdynamik überhaupt nichts zu tun und ist für diese Diskussion völlig irrelevant.


    P.S.: Die Opel-Fahrzeuge aus den 70-80er Jahren waren übrigens klassische Beispiele für sehr weiche Karosserien. Wenn ich meinen damaligen Vectra auf unebenem Gelände geparkt hatte, dann haben die Türen teilweise nicht mehr geöffnet oder geschlossen. Wenn ich diese Fahrzeuge stark versteife, dann greife ich massiv ein und das kann natürlich Nachteile haben und zu deutlich höheren Belastungen an Stellen führen, die dafür nicht vorgesehen sind.

    Ich gehe auch davon aus, dass die Streben im ND, insbesondere in Verbindung mit einem harten Fahrwerk, die Lebensdauer der Karosserie reduzieren. Das aber hoffentlich nur in einem so geringen Mass, dass wir das in der Praxis nicht erleben werden.

    Hier geht es weiter mit der Diskussion aus einem anderen Thread.


    Das Zitat werde ich nicht im Einzelnen aufgreifen. Der Zitierte hat grundlegende Dinge nicht verstanden, z.B. den Unterschied zwischen einer Karosserie- und einer Fahrwerkssteifigkeit. Einige Ausführungen sind auch schlicht falsch, z.B. die Ausführungen über die hintere Querstrebe im Golf. Natürlich stützen sich die Fahrwerkskräfte nicht nur in den Achslagern ab, sondern auch an den Federn und die wiederum stützen sich ganz klassisch an der Karosserie ab, wo Steifigkeitsmaßnahmen dann wieder Sinn machen.


    Prinzipiell brauche ich da wo ich Kräfte einleite immer eine hohe Steifigkeit, damit sich die Kräfte abstützen können.

    Prinzipiell heißt das beim Fahrwerk - Elastizität im Fahrwerk, Steifigkeit in den Anbindungsstellen der Karosserie.

    Gerade Cabrios, aber auch viel normale Autos zeichnen sich immer dadurch aus, dass die Karosseriesteifigkeiten moderat sind, da hinsichtlich der Funktion Kompromisse eingegangen werden müssen. Ich brauche eine Durchreiche in den Kofferraum, ich habe kein Dach und ähnliche Dinge führen dazu, dass die Karosserie Schwachstellen hat und weicher wird.

    Klassische Schwachstellen, die konstruktiv bedingt sind, sind der Vorderwagen, der Hinterwagen und der Unterboden, speziell der Tunnel.


    Je steifer ich die Karosserie mache, umso besser kann das Fahrwerk arbeiten. Der Hauptvorteil liegt darin, dass ich dann Energie da verwende und abbaue, wo ich es steuern kann. Ein Krafteinleitung sollte komplett von Feder und Dämpfer aufgenommen werden. Der Dämpfer ist dabei das Element, dass durch Reibung Energie wieder abbaut. Bei einer weichen Karosserie verformt diese sich zusätzlich und dort gibt es kein Reibungselement, dass die Energie abbaut. Im Gegenteil kommt der Teil, den die Karosserie aufnimmt, nicht im Feder-/Dämpfersystem an, sondern ist eine parasitäre Nebenfederrate. So etwas will man nicht, denn es lässt sich nicht sinnvoll auslegen und bedämpfen.

    In der Praxis führt das dann ganz konkret zu Schwingungen in der Karosserie, die häufig als zittern wahrgenommen werden. Die akustischen Einträge werden höher, d.h. Fahrwerksgeräusche werden lauter und das ganze Fahrverhalten wird schwammiger und unpräziser.


    Sinnvoll gesetzte Streben, an den richtigen Stellen, können die Karosserie versteifen und diese Effekte mindern oder vermeiden.

    Die vier Streben, die es für den ND üblicherweise gibt, Dom vorne und hinten sowie zwei mal am Tunnel, versteifen die neuralgischen Punkte und sind in den meisten Ausführungen sehr wirkungsvoll.

    Der Effekt ist subjektiv deutlich spürbar, durch weniger zittern, ein präziseres Fahrverhalten und ein insgesamt solideres Gefühl.

    Je steifer das Fahrwerk ist, umso notwendiger ist es auch karosserieseitig zu versteifen und umso sinnvoller und wirkungsvoller sind die Maßnahmen. Während das Serienauto auch gut ohne Streben klar kommt, haben die Streben bei den härteren Sportfahrwerken sehr deutliche positive Auswirkungen.


    Das so etwas seine Gründe hat, kann man auch ganz einfach daran erkennen, dass OEM seitig in vielen Performance-Modellen von AMG, M GmbH, Quattro Gmbh, usw. zusätzliche Streben verbaut sind. Das bedeutet Mehrgewicht und Mehrkosten, die man aber zugunsten eines Fahrwerks, dass besser arbeiten kann, in Kauf nimmt.