Beiträge von Svanniversary

    ND-NL, das geht mit fast jedem Fahrwerk, das Rennsportfedern verwendet, z.B. KW, ST, etc.

    In Deutschland ist es aber extrem hilfreich, ein Gutachten zu haben und das gibt es nur für 100/40 und 70/40.


    Schön, dass die Theorie auch in Amerika passt, denn 70/40 ist rechnerisch die ausbalancierste Variante (im moderaten Federbereich).

    In Amerika sind ja diverse Varianten am Markt, für jeden Geschmack.


    @Duke, 100/40 macht wirklich nur Sinn, wenn ich auch die Dämpfer straff fahre. Ansonsten wird es natürlich mit 20 Klicks funktionieren, aber ein 70/40 funktioniert bei richtiger Einstellung auf der Landstraße besser UND ist komfortabler.

    100/40 macht wirklich nur in allererster Linie auf dem Track und sehr guten Straßen Sinn, in Verbindung mit einer entsprechend straffen Einstellung.

    Ich habe eigentlich immer verstanden, dass es bei Euch in der Eifel immer insbesondere um schlechte Straßen geht, auf denen das Fahrwerk optimal funktionieren soll?

    Lass Dich da wirklich nicht beeinflussen und nimm die für Dich optimale Lösung. Ich glaube persönlich, dass das die 70/40er Variante ist.


    Worauf Du achten solltest:

    - Grip in schnell gefahrenen sehr unebenen Kurven: bei zu hohen Radlastschwankungen aufgrund zu weicher Dämpfung wird das Auto unruhig und kann ggf. sogar versetzen (aufgrund der niedrigen Dämpfung an beiden Achsen)

    - Balance: das 100/40 ist sehr frontlastig und begünstigt untersteuern, das kann man nur z.T. durch die Geometrieeinstellung ausgleichen und es geht dann zu Lasten deutlich höheren Verschleißes (mehr Sturz an der Vorderachse erforderlich, oder Schwächen der Hinterachse)

    - Radkontrolle/Radprellen: Zittern, Unruhe, ständige Bewegung im Auto deuten auf schlechte Radkontrolle und Schwingen der Räder durch zu wenig Dämpfung hin, eigentlich genau das, was beetyii oben bereits beschrieben hatte

    - Linearität/2-Phasigkeit: Die steife Vorderachse in Verbindung mit einer weichen Hinterachse führt zu diagonalem Einfedern und einem verzögerten Einlenken und Nachschwingen der Hinterachse

    - Pumpen, Nachschwingen des Aufbaus auf größeren Unebenheiten: bei zu geringer Dämpfung entwickelt der Aufbau ein starkes Eigenleben

    Schwingverhalten/Nicken: 70/40 ist ausgewogen und führt zu gleichmäßigem Huben des Fahrzeugs, bei 100/40 ist die Hinterachse deutlich weicher, so dass hinten immer mehr Weg als vorne gemacht wird und das Auto nickt, anstatt gleichmäßig zu Huben, Abhilfe: hinten mehr Dämpfung einstellen


    All das sind Punkte, die die 70/40er Variante hervorragend beherrscht und fahrzeugtechnisch absolut sauber umsetzt.

    Mit der Federbalance greift man leider fahrdynamisch an verschiedensten Stellen in das System ein und verschlechtert ggf. die Eigenschaften.


    Vieles davon erfordert Übung und Erfahrung, damit man i.O.- und n.i.O.-Verhalten überhaupt zuordnen kann.

    Es ist aber wie meist beim Fahrwerk, der Bauch sagt einem, ob man sich wohlfühlt und das Auto das macht, was man erwartet, oder ob es „komisch“ fährt.

    „Komisch fahren“ ist hier ein ganz starker Hinweis, dass etwas nicht passt.


    Konsequent wäre eine Balance von 100/60, aber dann wird es insgesamt noch härter.


    Zuletzt, um Missverständnisse zu vermeiden - natürlich ist auch die 100/40er Variante ein gutes Fahrwerk, dass funktioniert. Die o.g. unerwünschten Nebeneffekte kann ich weitestgehend unterdrücken, wenn ich mit VIEL Dämpfung fahre. Dann wird es aber eben auch sehr unkomfortabel.

    Ich hatte das damals bei Öhlins abgefragt. Die verbaute Dämpferpatrone ist für beide Varianten geeignet. Soweit also kein Problem.


    Wo ich dann aber doch ein Problem sehe ist die Einstellung. 100/40 ist abgestimmt und funktioniert auch gut, aber fahrdynamisch eben im von Öhlins empfohlenen Bereich um die 10-15 Klicks optimal.

    Jetzt kann man natürlich die harte Feder fahren und den Dämpfer ganz aufdrehen, damit der Komfort einigermaßen passt, aber das heißt dann harte Feder (viel Energie) und weiche Dämpfung und das ist fahrdynamisch alles andere als optimal.

    Was Du @Duke im Kreisverkehr erlebst ist primär die harte Feder. Mit dem Dämpfer hat das nicht viel zu tun. Der spielt seine Qualitäten auf schlechten Straßen aus und genau da funktioniert die Kombi harte Feder und weicher Dämpfer nicht gut. Ich denke das ist genau Euer Thema gewesen, in der Eifel? Eher schlechte Straßen?


    Ich würde jetzt definitiv den ganzen Weg gehen und auf 70/40 umrüsten. Dann kannst du bei ähnlichem Komfort den Dämpfer zudrehen und das Fahrwerk im optimalen Bereich betreiben und auch wirklich ausnutzen.


    Und rede Dir die 100/40er Varianten nicht unnötig schön. Zur Vorgeschichte 100/40 bzw. 70/40 kann ich Dir gerne mal Hintergründe aus meinen Gesprächen mit Öhlins geben, aber das gehört hier nicht in ein öffentliches Forum. Meine Nummer hast Du sicher noch, oder? Ruf einfach durch, heute würde es bei mir gut passen.

    Kein Thema. Ich bin sehr erleichtert, dass sich das so aufgeklärt hat und wirklich was nicht passt.

    So ist es lösbar und dann wirst Du hoffentlich auch sehr viel Spass mit dem Fahrwerk haben.


    Die knapp 1,5 fache Federsteifigkeit vorne macht die Vorderachse natürlich extrem stößig, so dass ich Deine Fahreindrücke voll nachvollziehen kann.


    Ich finde wir sind da doch ganz gut mit umgegangen und haben eine Erklärung gefunden. Und das ist natürlich auch der Grund, warum man subjektive Beschreibungen immer ernst nehmen muss und prüfen muss, ob es nur Vorlieben sind, oder ob nicht doch, wie hier, ein technischer Grund dahinter steckt.

    Das hatte ich auch gerade wieder mit einem Kunden, dem sein Fahrwerk eines ID.4 zu hart war. Der hat auch erstmal nur gehört, dass das so richtig ist, bis sich herausgestellt hat, dass der Händler vergessen hatte, die Transportsicherungen aus den Federn zu entfernen :huh:.

    Mist, Wolfram, aber immerhin eine Erklärung, warum die Fahreindrücke nicht zusammenpassen.

    Die Federn sind in dem Sinne korrekt, als das es ja auch eine 100/40er Variante von dem Fahrwerk gibt. Es wurde also das falsche Fahrwerk montiert.

    Da die Dämpfer identisch sind, müsst Ihr nur vorne die Federn tauschen.


    Ich drücke die Daumen, dass das gut über die Bühne geht und Du dann genauso ein breites Grinsen beim Fahren hast, wie wir anderen Öhlins-Fahrer.


    futurebreeze , bei Deinem Fahrprofil würde es mit den 100er Federn vielleicht ganz gut passen ;) . Eventuell gibt es da demnächst günstig ein Pärchen bei SPS.

    Ja, sie hat fahrdynamische Nachteile, sowohl hinsichtlich der Balance, wie Mr. Pink schon schrieb, als auch hinsichtlich der Radlastschwankungen/dem Grip auf schlechten Straßen.


    Nach damaliger Rücksprache mit Öhlins ist die 100er Feder in erster Linie für den Trackeinsatz ausgewählt worden und dafür dass auch Zielgruppen bedient werden können, die es wirklich „knackig“ möchten.

    Für den normalen Alltags- und Landstraßeneinsatz hat die 70er Feder aus meiner Sicht nur Vorteile.


    Und wenn es richtig für den Track sein soll, dann würde ich 100/50, oder sogar 100/60 fahren.