Beiträge von Svanniversary

    Sicher werden andere Meinungen zugelassen und jede subjektive Beurteilung hat ihre Berechtigung. Seit mehreren Seiten und Beiträgen wird eine bestimmte Meinung hier diskutiert.

    Aber man kann in einem Forum nicht erwarten, dass es keinen Widerspruch gibt ;) .

    Das wird immer gerne verwechselt, denn eine Meinung zu haben, heißt nicht unbedingt recht zu bekommen.

    Und eine Meinung ändert leider auch nichts an Fakten, die hier durchaus eine Rolle spielen.


    Ganz neutral stelle wir fest, dass Du das STX besser fandest, es sich für Dich sicherer angefühlt hat und Du mit dem SPS unzufrieden bist.

    Genauso neutral stellen wir fest, dass ich und andere ein anderes empfinden haben und die Balance des STX als nicht optimal empfinden.

    Ist doch toll, oder? Totale Meinungsfreiheit.


    Ich stelle das auch garantiert nicht in Frage, dass Du das so empfindest/erlebst. Das ist wichtig und natürlich absolut legitim. Aber d.h. eben nicht, dass diese Empfindungen objektivierbar, oder nachvollziehbar sind. Wir beide haben ja schon viele Diskussionen geführt, auch per PN und ich verstehe tatsächlich bis heute nicht, was Du wie beurteilst und wo eigentlich Dein Kernproblem ist. Sorry dafür, aber dann wird es auch mit der Lösung schwierig.

    @FlyingV , ich weiß nicht wie es bei Dir ist, aber ich bin beruflich natürlich auf vielen Serienfahrzeugen unterwegs und abgestimmt habe ich damals den Touareg. Da ist man so sozialisiert, dass man MIT dem Wanken arbeitet und dabei sehr gut mit dem Auto klar kommt ;) .


    Alles was das Auto härter macht, insbesondere auch die wanksteife Kombi Fahrwerk + Stabis, macht das Auto (wank-)schneller, den Grenzbereich schmaler und das Fahrverhalten kritischer. Das ist aber genau die Kombi, die von vielen subjektiv als am sichersten und verbindlichsten wahrgenommen wird.

    Ich finde besser kann man den Widerspruch zwischen subjektiver Wahrnehmung und objektiver Fahrsicherheit nicht aufzeigen.


    Wenn ich mal versuche zwischen den Zeilen zu lesen, dann könnte ich folgendes interpretieren:

    - SPS auf weich - wankt, fühlt sich unsicher an (ist es aber nicht)

    - SPS in mittel - ja, geht, aber unkomfortabler als ein ST, und wankt immer noch

    - SPS auf hart - ne, das ist jetzt aber zu unkomfortabel

    So bildet man Zielkompromisse ab und die bekommt man dann ggf. mit diesem einen Fahrwerk auch nicht aufgelöst, wenn man ein anderes Ziel im Kopf hat.

    Das zeigt mal wieder, dass es eben nicht so trivial ist, irgendein Fahrwerk reinzuschrauben und dann wird schon alles gut. Man muss schon wissen, wo man hin will und dann kann es auch sehr gut werden.


    Ich hatte ja bei meinen selbst organisierten Trainings auch die Gelegenheit jedes einzelne für den MX-5 angebotene Fahrwerk selber zu fahren und auf der Basis hatte ich dann auch häufig SPS und Öhlins empfohlen. Beide haben eine tolle Balance und bieten eine hervorragende Fahrdynamik, das SPS etwas härter und weniger geschmeidig, als das Öhlins, aber dafür der Preis-/Leistungstipp.

    Aber auch andere Fahrwerke haben natürlich ihre Berechtigung und sind komfortabler, oder auch sportlicher.

    Und auch dabei haben sich stets die Defizite von KW/ST gezeigt.


    Ach, so, was ich oben vergessen hatte - die hier verwendeten Federraten von ca. 70/40 sind klar landstraßenorientiert und für die Rennstrecke zu weich. Das sieht SPS so, dass sieht Öhlins so, das sieht Bilstein so und das sieht KW genauso, denn alle drei Anbieter haben für den Trackeinsatz explizit Fahrwerke mit höheren Federraten im Angebot. Warum H&R da eine andere Aussage macht, wer das war und mit welcher Qualifikation kann ich natürlich nicht auflösen, aber die Aussage an sich kann ich nicht nachvollziehen.

    Wenn in dem Kontext H&R als Referenz und technische Instanz genannt wird - auch die haben ihre Federraten anders ausgelegt als ST, analog dem, wie es alle anderen machen.

    Smoedi , tja und schon sind wir beim Unterschied echte und gefühlte Fahrsicherheit.

    Das höre ich oft und kenne ich, dass (wank-) weichere Fahrwerke als unsicher wahr genommen werden. Es ist aber objektiv das Gegenteil der Fall. Die Reaktionen sind langsamer und weicher und daher auch beherrschbarer.

    Und darüber hinaus hat das wieder nichts mit der Balance zu tun.


    Und nein, hier geht es nicht um Theorie, aber vielen Dank für die Spitze.

    Vielleicht erinnerst Du Dich, dass ich das KW V3 mit ähnlicher Balance zwei Jahre lang gefahren bin. Das Fahrwerk hat mich, als Profi, wiederum mehrmals unangenehm überrascht, weil unter gewissen Situationen die Hinterachse sehr schnell instabil wurde.


    Warum ST/KW da so daneben gegriffen hat, haben wir uns schon oft gefragt. Das es aber so ist, dass diese Auslegung nicht optimal ist, haben mir auch andere Fachleute bestätigt, mit denen ich mich unterhalten habe und im Thread zu den Federsteifigkeiten und Eigenfrequenzen habe ich das auch rechnerisch nachgewiesen.


    Was heißt das in der Praxis? Natürlich kann ich damit fahren und schmeiße das Auto nicht sofort weg. Aber die Reserven sind geringer, das ESC regelt früher und häufiger (das fängt da z.B. viel weg) und insgesamt ist die Performance viel schlechter, als bei einem ausbalancierten Fahrwerk.

    Mit einer geeigneten Fahrwerkseinstellung kann ich das z.T. etwas kompensieren, aber das Fahr- und Schwingverhalten bleibt immer ein Kompromiss.

    Für mich alles Eigenschaften, dass ich keinerlei Grund sehe bei ST oder KW einzukaufen, denn es gibt genug deutlich bessere Alternativen am Markt.

    Vielleicht noch einmal zu Klarstellung - bei den Federraten geht es um die Balance, also darum ob das Auto prinzipiell über- oder untersteuert.

    Die Balance des SPS ist ideal neutral, die des STX übersteuernd. Letzteres braucht kein normaler Fahrer und es lässt sich auch nur sehr schwer und mit Nachteilen kompensieren.

    Mit der Höhe der Federraten hat das gar nichts zu tun, sondern mit dem Verhältnis vorne zu hinten.

    Auch ein weiches Fahrwerk kann gut ausbalanciert sein, wie z.B. Serie, H&R, Bilstein (also alle außer STX und KW V3 ;) ).

    Dieses Thema Balance, hat nichts mit Komfort, Dämpfern oder anderem zu tun und deshalb sollte man das auch nicht in einen Topf werfen.

    Das STX ist ein ordentliches Fahrwerk, bei dem die Balance komplett daneben ist. Aus fahrzeugtechnischer Sicht ist es damit disqualifiziert, da ganz sicher niemand bei einem Ausweichmanöver oder bei hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn Spass an einem Auto mit einem extrem losen Heck hat.

    Deswegen funktioniert so ein Fahrwerk gemütlich bewegt natürlich trotzdem, aber - und da sind wir uns hoffentlich alle einig - ein Fahrwerk muss auch Fahrsicherheit und Reserven bieten und genau da liegen leider die wichtigen Defizite (auch und gerade wenn man das im Alltag vielleicht nicht bemerkt).


    Sorry für das teilweise OT, aber vielleicht hilft das für die Diskussion und Einordnung auch und speziell zum SPS.