@FlyingV , ich weiß nicht wie es bei Dir ist, aber ich bin beruflich natürlich auf vielen Serienfahrzeugen unterwegs und abgestimmt habe ich damals den Touareg. Da ist man so sozialisiert, dass man MIT dem Wanken arbeitet und dabei sehr gut mit dem Auto klar kommt
.
Alles was das Auto härter macht, insbesondere auch die wanksteife Kombi Fahrwerk + Stabis, macht das Auto (wank-)schneller, den Grenzbereich schmaler und das Fahrverhalten kritischer. Das ist aber genau die Kombi, die von vielen subjektiv als am sichersten und verbindlichsten wahrgenommen wird.
Ich finde besser kann man den Widerspruch zwischen subjektiver Wahrnehmung und objektiver Fahrsicherheit nicht aufzeigen.
Wenn ich mal versuche zwischen den Zeilen zu lesen, dann könnte ich folgendes interpretieren:
- SPS auf weich - wankt, fühlt sich unsicher an (ist es aber nicht)
- SPS in mittel - ja, geht, aber unkomfortabler als ein ST, und wankt immer noch
- SPS auf hart - ne, das ist jetzt aber zu unkomfortabel
So bildet man Zielkompromisse ab und die bekommt man dann ggf. mit diesem einen Fahrwerk auch nicht aufgelöst, wenn man ein anderes Ziel im Kopf hat.
Das zeigt mal wieder, dass es eben nicht so trivial ist, irgendein Fahrwerk reinzuschrauben und dann wird schon alles gut. Man muss schon wissen, wo man hin will und dann kann es auch sehr gut werden.
Ich hatte ja bei meinen selbst organisierten Trainings auch die Gelegenheit jedes einzelne für den MX-5 angebotene Fahrwerk selber zu fahren und auf der Basis hatte ich dann auch häufig SPS und Öhlins empfohlen. Beide haben eine tolle Balance und bieten eine hervorragende Fahrdynamik, das SPS etwas härter und weniger geschmeidig, als das Öhlins, aber dafür der Preis-/Leistungstipp.
Aber auch andere Fahrwerke haben natürlich ihre Berechtigung und sind komfortabler, oder auch sportlicher.
Und auch dabei haben sich stets die Defizite von KW/ST gezeigt.
Ach, so, was ich oben vergessen hatte - die hier verwendeten Federraten von ca. 70/40 sind klar landstraßenorientiert und für die Rennstrecke zu weich. Das sieht SPS so, dass sieht Öhlins so, das sieht Bilstein so und das sieht KW genauso, denn alle drei Anbieter haben für den Trackeinsatz explizit Fahrwerke mit höheren Federraten im Angebot. Warum H&R da eine andere Aussage macht, wer das war und mit welcher Qualifikation kann ich natürlich nicht auflösen, aber die Aussage an sich kann ich nicht nachvollziehen.
Wenn in dem Kontext H&R als Referenz und technische Instanz genannt wird - auch die haben ihre Federraten anders ausgelegt als ST, analog dem, wie es alle anderen machen.