Das Flottengewicht bewirkt, dass der Grenzwert sich leicht erhöht, aber die SUVs mit konventionellem Antrieb liegen dennoch darüber und helfen nicht bei der Erreichung der Ziele.
Klar kann man die dann Hybrid anbieten, aber das geht mit Kompaktfahrzeugen, Kombis etc. auch und die erreichen dann deutlich bessere CO2 Werte. Es wäre also viel leichter mit solchen Autos die Ziele zu erreichen.
Was durch das Raster fällt sind Klein- und Kleinstwagen, da sich sowohl hinsichtlich Raumbedarf, als auch hinsichtlich Preis keine Hybridisierung oder Elektrifizierung am Markt etablieren lässt. Da werden wir in den nächsten Jahren leider erleben, wie diese Gattung immer mehr verschwindet.
Das liegt aber nmE nicht an den Herstellern, oder Kunden, sondern an politisch falsch gesetzten Impulsen und Rahmenbedingungen.
Bei größeren Fahrzeugen ab der Golf-/Kompaktklasse ist das aber überhaupt kein Thema mehr und die lassen sich problemlos elektrifizieren. Es braucht also bei weitem keinen SUV um die Technik unterzubringen (siehe E-Golf/ID.3 und Golf PlugIn-Hybrid).
Und Du meinst jetzt wirklich die Industrie hätte den Kunden die SUVs „untergemogelt“? Auch da ein klares NEIN.
Der Automobilmarkt funktioniert 100 % stringend nach Angebot und Nachfrage. Ich habe es selber erlebt, wie die SUVs TopDown ab ca. 2000 immer mehr nachgefragt wurden.
Das ging im Prinzip los mit M-Klasse, BMW X5 und Touareg/Cayenne/Q7 und hat dann in allen Klassen immer mehr um sich gegriffen.
Warum? Ganz einfach, weil sich diese Autos wie geschnitten Brot verkauft haben. Inzwischen ja z.T. sogar besser, als die konventionellen Fahrzeuge.
Dabei ist der Preispunkt immer etwas höher, als beim normalen, flachen/tieferen Derivat. Der Kunde will es also nicht nur, sondern gibt dafür auch noch mehr Geld aus.
Der Hintergrund ist aus diversen Studien auch klar erkennbar, gerade in einer alternden Gesellschaft:
- höhere Sitzposition, leichterer Einstieg
- subjektives Sicherheitsgefühl im massiven Auto
- gefühlt attraktiveres Design (trendiger SUV vs. langweiliger Rentner-Golf+)
- und das alles bei ähnlicher Verkehrsfläche
Die Zielgruppe der Best Ager hat sich irgendwann verbeten langweilige „Rentner-Autos“ angeboten zu bekommen und wollte was schickes
. Und erstaunlicherweise sind auch Frauen, auch im jüngeren Alter, eine große Zielgruppe für diese Autos. An sich umso mehr verwunderlich, als dass ein Golf+, oder Touran deutlich versatiler sind als ein SUV, mit mehr Raumangebot.
Hier auch noch einmal von der WiWo ein Artikel, der den CO2 Konflikt mit den SUVs aufzeigt:
SUV-Trend geht weiter: Das SUV-Dilemma der Autobauer